Mal was Neues

1024px-Dinosaur_BBQ_in_Rochester_-_by_David_SifryDer Gang ist nur mäßig beleuchtet, wie es sich in einer Bar dieser Art gehört. Ich grinse vor mich hin und beglückwünsche mich zu meinem Mut, der mich hergeführt hat. Mal was erleben. Mal was anderes sehen, hören, riechen, schmecken. Der Cocktail war nicht schlecht, ein bisschen zu sauer und gehörig mit Alkohol versetzt, eine harte Mischung, wie ich es mir gewünscht habe.

Wo ist die verdammte Tür? Ich hasse diese seltsamen Zeichen, bei denen sich im Halbdunkel nicht erkennen lässt, ob das nun Männlein oder Weiblein darstellen soll. Ich entscheide mich für die verschlossene Tür, die andere, offenstehende, führt garantiert zu den Urinalen. Männer mögen offene Türen scheinbar.

Hier ist nicht nur die Musik anders, sondern auch der Brauch mit den Türen vertauscht. Hinter der Wand mit den drei Waschbecken ist ein Raum mit einer Reihe von weißen Becken. Nichts wie raus hier.

In dem Gang ist es noch dunkler als zuvor. Das wenige Licht wird verdeckt von einer großen und breiten Gestalt, gegen die ich laufe.

„Keinen Erfolg?“

„Ich habe die falsche Tür erwischt.“

Er gluckst, und es hört sich an, als hätte ein Yeti Schluckauf. „Das sagen alle, Kleines.“

Kleines? Ich bin beinahe einsachtzig, nicht gerade klein. Okay, er ist größer. Trotzdem.

„Ich bin nicht dein Kleines. Lass mich vorbei.“ Dieser Klotz hat sich keinen Millimeter bewegt.

„Ich kann dir geben, wonach du suchst.“

„Ich suche nur das Klo.“ Verdammt, ich habe nur eine Tür vertauscht!

„Klar. Aber ich zahle nichts dafür.“

Was? Jetzt bin ich endgültig verwirrt. „Geh einfach aus der Tür, dann bin ich schon weg.“

Er bewegt sich tatsächlich. Ich merke, dass ich mich einen Hauch entspanne und die Luft wieder rauslasse, die sich in meiner Lunge angestaut hatte. Mir war gar nicht aufgefallen, dass ich mich zum Kampf bereit gemacht hatte.

Leider weicht er nur eine Handbreit zurück, aber es reicht. Ist doch egal, dass ich mich an ihm reiben muss, um rauszukommen. Ich drehe mich zu der hinteren Tür, die ich nur durch den Lichtschein erkennen kann, der aus den Ritzen dringt.

Es war ein Fehler, ihm den Rücken zuzuwenden.

Zwei Arme umschlingen mich. Eine Hand landet auf meinem Mund, eine andere um meine Mitte, wandert hoch, packt eine Brust. Scheiße. Mehr kann ich nicht denken, alles andere nehme ich nur halb wahr, weil mich die Panik überfällt. Ich werde hochgehoben, er macht ein paar Schritte zu einer dunklen Tür auf der anderen Seite des Flurs, drückt sie mit einer Verrenkung auf, vermutlich mit dem Ellbogen und schon sind wir beide drin. Dunkel, ein wenig muffig, wie ein Raum ohne Fenster.

Meine Hände fliegen nach oben, gerade rechtzeitig um mich von der Wand abzudrücken, an die er meinen ganzen Körper presst. Mit seinem Körper, dem vollen Gewicht. Tonnen müssen es sein, so breit, wie er ist. Kalte Kacheln an meinen Unterarmen, an den Beinen und am Bauch braucht die Kälte einen Moment, bis sie durchsickert.

Er hält mich nur, unterdrückt jede mögliche Abwehr allein mit seinem Gewicht. Arme und Beine sind nutzlos, nicht einmal beißen kann ich ihn. Keine Schimpfwörter, Schreie, Fluchen, Betteln. Nicht, dass ich vorhätte, zu betteln. Der Schock löst sich langsam, ändert sich, verwandelt sich. Aus der Kälte, die nicht nur auf meiner Haut war, sondern einen Eisklumpen in meinen Eingeweiden formte, wird Wärme, dann Hitze, dann Glut.

Er bewegt sich, eine Art Vibration durchläuft ihn. Das Arschloch lacht.

„Du bist heiß, Kleines. Im wahrsten Sinne des Wortes.“

Weiß ich auch, Arsch. Warte nur ab, bis ich eine Gelegenheit bekomme, dir die Hölle heißzumachen. Ich ergebe mich nicht wehrlos, ich nicht!

„Ich mag heiße Frauen. Ich mag Frauen, die in eine Bar kommen und sich holen, was sie wollen.“

Meine Hitze hat ihm wohl das Hirn verbrannt. Im Moment scheint er es zu sein, der sich bedienen will, ohne zu fragen.

„Du bist nicht die Erste, die hier auftaucht, aber du bist die Heißeste. Ich hab einfach Glück. Heute bin ich nämlich an der Reihe.“

Diese blöde einseitige Unterhaltung geht mir langsam auf den Wecker.

„Wir wechseln uns ab, jedes Mal darf ein anderer ran. Die Reihenfolge haben wir schon vor langer Zeit bestimmt. Da hängt eine Liste hinter der Theke, auf der wir sie aufgeschrieben haben.“

Hat er eben erst angefangen, meine Brust zu kneten oder macht er das schon länger? Ich bemühe mich sehr, die Panik nicht wieder aufkommen zu lassen. Ruhig bleiben, auf meine Chance warten.

„Genau die Oberweite, die ich mag. Und dein Arsch hat mir auch gut gefallen. Meine Hände freuen sich immer, wenn sie was zum Anfassen haben. Bei dir kein Problem. Rundum was zum Festhalten, sogar Haare. Ich mag es, eine Frau am Zügel zu führen. Du auch?“

Mein Versuch, den Kopf zu schütteln, scheitert kläglich. Seine Hand fungiert wie eine Schraubzwinge. Mit den Fingern der anderen Hand hat er den Nippel gefunden. Dummerweise habe ich heute einen Spitzen-BH angezogen und nicht einen dieser gepolsterten T-Shirt-BHs, in dem hätte das nie funktioniert. Da muss man schon reingreifen, um die Brustwarze zu finden.

„Mein Schwanz kann es kaum erwarten, in deine Fotze zu stoßen. Oder magst du es lieber in den Arsch?“

Es ist anstrengend, nur durch die Nase zu atmen. Ich konzentriere mich ganz darauf, weil ich es vermeiden will, eine Reaktion zu zeigen. Besser ruhig bleiben, genug Sauerstoff im Blutkreislauf behalten, bereit sein.

Er bewegt seine Hüften und drückt sich in einer Imitation des Stoßens an meinen Hintern. Ich kann die harte Erhebung in meiner Poritze spüren. Groß. Dick.

Gänsehaut.

Seine Hand knetet weiter, härter jetzt, fester. Zwirbelt den Nippel, drückt ihn zusammen, zieht ihn das winzige Stück nach vorne, das sich ergibt, nachdem er seinen Oberkörper leicht nach hinten neigt. Ich hänge praktisch mit meinem ganzen Gewicht in seinen Armen, nur noch die Fußspitzen berühren den Boden. Wie lange kann er mich so halten?

Ein Arm reicht anscheinend, denn er schafft es, die Hand von meiner Brust nach unten wandern zu lassen und schiebt sie jetzt unter mein Top, dann hat er mich wieder fest im Griff. Die Hitze seiner Haut auf meiner lässt mich zusammenzucken, doch es reicht nicht, aus seinen Armen zu rutschen. Schwielige Fingerkuppen greifen nach den Spitzen und rollen sie noch unbarmherziger als vorher.

„Du bist heiß, dein Loch wird sich mit meinem Schwanz verschmelzen, wenn wir die beiden zusammenbringen. Bist du schon mal so richtig hart geritten worden? Am Zügel gehalten, so dass du dich nicht bewegen kannst, nur stillhalten, während ich meinen Prügel in dich reinramme und es dir so richtig besorge? Warte nur, gleich ist es so weit. Ich mag nicht warten. Warten macht mich wahnsinnig und das möchtest du nicht erleben. Sofortige Befriedigung aller Bedürfnisse, das ist eher mein Ding. Hart und schnell mit meinem Ding. Dich benutzen als wärst du ein Ding.“

Ich drifte ab. Werde unkonzentriert, lasse mich einlullen von seinen Drohungen und Versprechungen. Der Wunsch nach Verteidigung schwindet zusehends. Ich muss seine Übermacht anerkennen, mich meinem Schicksal ergeben. Er wird mich nehmen, und es wird kein zahmer Ritt.

Die Hand auf meiner Brust quetscht. Verdammt, das tut weh! Ich stöhne hinter dem Knebel seiner Handfläche, ein dumpfer Laut, der sich langsam zu einem hellen Quieken steigert, weil er nicht nachlässt, sich tiefer gräbt, seine Fingernägel in mein weiches Fleisch bohrt.

„Schrei nur, schrei nur. Du hörst dich an wie ein kleines Mädchen. Kommt da nicht mehr bei raus? Lauter, los, mach schon!“

Gerade diese Anstachelung lässt mich noch schwächer werden. Sie sagt doch nichts weiter aus, als dass ich schreien kann, soviel ich will. Niemand wird mich beachten, niemand mir zu Hilfe kommen.

Fortsetzung folgt …

Photo: By Flickr user: David Sifry http://www.flickr.com/people/dsifry/ [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)%5D, via Wikimedia Commons

Über margauxnavara

Autorin von BDSM-Romanen und Kurzgeschichten.
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7 Antworten zu Mal was Neues

  1. nikidsph schreibt:

    Ich fühle Deinen schmerz mit Dir. Lass es nur schnell vorbei sein! –
    Wirklich???

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  2. waldstern schreibt:

    Du hast wohl Rape Fantasien.

    Das Verlassen des SSC-Spielbereichs ist für mich irgendwie ein no go. Verletzt meine Grenzen. Die Schilderung dürfte auch strafrechtliche grenzen überschreiten. Aber jeden das seine. Manche Frauen sind halt komisch.

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    • margauxnavara schreibt:

      In Fantasien gibt es keine Grenzen, nur in der Realität. Diese dürfen niemals überschritten werden. Das habe ich bisher immer klargestellt und dabei bleibe ich auch.

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    • nikidsph schreibt:

      Ich glaube, dass „komisch“ nicht das richtige wort dafür ist. Ich glaube vielmehr, dass viele frauen ab und zu solche phantasien haben, es aber nie zugeben würden, weil sie selbst darüber entsetzt sind. Ganz klar: es sind ausschließlich PHANTASIEN!!!! Keine frau möchte das wirklich erleben. Der männlichen ratio kommt diese tatsache natürlich komisch vor.

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      • margauxnavara schreibt:

        Liebe Nikidsph,
        nein, komisch ist es nicht, es ist aber eben so. Und solange es Fantasien sind, sehe ich sie nicht als verwerflich an.
        Es gibt eine Reihe von Strömungen, die mich weitaus mehr verstören – Age Play oder Frauen, die ihren Partner „Daddy“ nennen halte ich persönlich für sehr viel seltsamer.
        Vielen Dank für Deine Unterstützung und noch viel Spaß beim Lesen!

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  3. Pingback: Mal was Neues – Teil 2 | Margaux Navara

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