Mal was Neues – Teil 2

Teil 1 kann man hier nachlesen.

Ich brauche einen Moment, bis ich merke, dass er gar nicht mehr zudrückt. Stattdessen zerrt er an meinem Rock, schiebt ein Knie zwischen meine Beine und zwängt sie auseinander. Jetzt bin ich noch verletzlicher, ihm noch mehr ausgeliefert. Er wird ungehindert an mein Zentrum gelangen, der Slip kann ihn nicht hindern. Der Beweis ist schnell erbracht, der Slip ist nur noch ein Fetzen Stoff, den er mit Genuss so durch meine Spalte zieht, dass er direkt über die Klit rubbelt. Ich höre ihn tief schnaufen.

„Ich mag den Geruch nach Angst, nach Schweiß, nach Frau, die gegen ihren Willen nass wird. Du auch? Riech mal, oder besser: Schmeck mal!“ Damit drückt er mir etwas zwischen die Lippen, Stoff, es muss mein Höschen sein, das er als Knebel verwendet und sofort wieder seine Hand drüber schließt. Für einen Moment glaube ich zu ersticken, aktiviere noch einmal Kräfte, die ich schon verloren glaubte, und drücke mich von der Wand weg. Er gibt nach! Ich kann es schaffen! Die Hand verschwindet von meinem Mund, gleitet zu meinem Hinterkopf, windet sich in meine Haare, und reißt meinen Kopf so weit zurück, dass ich Angst habe, er würde mir das Genick brechen. Aber natürlich ist das nicht Sinn der Sache. Er braucht mich lebendig und bei Bewusstsein, sonst kann er den Akt nicht genießen.

„Halt schön still, Kleines, genug Gegenwehr! Ab jetzt tust du genau, was ich sage, oder ich füge dir richtige Schmerzen zu. Hast du verstanden?“

Für einen Moment überlege ich, welche Schmerzen schlimmer sein können, aber dann gebe ich nach. Ich will es nicht wissen, es reicht so schon. Der Zug im Nacken ist so stark, dass ich Schwierigkeiten habe, zu atmen. Nachgeben, weich werden, durchhalten.

„Na siehst du, geht doch! Nun wollen wir mal sehen, ob du schon bereit bist. Du solltest gut geschmiert sein für meinen Riesenkolben, sonst müsste ich dir noch weh tun.“ Wieder lacht er, mein ganzer Körper schwingt mit. Eine Parodie seines Lachens, wie meine Brüste schwingen und Rippel über meine Haut laufen.

„Prächtig, prächtig. So ein geiler Arsch, das habe ich doch schon durch den Rock hindurch gesehen. Ich glaube, der wird noch schöner, wenn ich ihn erst mal richtig weichgeklopft hab. Aber zuerst ist deine Möse dran.“

Die Hand klatscht laut auf meiner Vulva, die Lippen teilen sich vor seinen Fingerspitzen, doch meine Muschi lässt seinen Finger nur widerstrebend eindringen. Nicht weil sie trocken, sondern weil der Finger so dick ist. Wenn er mich schon mit einem Finger so ausfüllt, wie wird es erst sein, wenn er seinen Schwanz in mich steckt? Kann ich ihn überhaupt aufnehmen? Wird er auch nur einen Moment zögern oder ohne Rücksicht in mich hineinpflügen?

„Hm, nicht schlecht, du bist richtig eng, da freut sich aber mein Großer schon! Spürst du ihn, wie er zuckt und bockt, wie er es kaum noch erwarten kann? Na gut, ich werde ihm mal eine Kostprobe gönnen.“

Die runde Kuppe reibt über meine Spalte, verteilt die von meinem verräterischen Körper hergestellte Feuchtigkeit großzügig über meine Scham und seinen Schwanz und dringt dann ein.

Ich stöhne dumpf. Oh Gott, er ist so groß! Füllt mich und dehnt mich über alle Maßen.

„Sehr schön. Das fühlt sich gut an. Aber wir wollen doch nicht, dass es zu schnell vorbei ist, oder? Ich möchte das Ganze genießen und du sicher auch.“

Sein Penis verschwindet wieder, was mich vor Erleichterung seufzen lässt.

Zu früh. Sein Finger ist wieder in mir. Dann noch einer und noch einer. Er drückt und schiebt, dreht seine Hand und ich spüre, wie seine Finger sich auseinanderspreizen in dem Versuch, mich zu weiten.

Ich möchte schreien, quieke aber nur hinter meinem Knebel. Seine andere Hand führt mich an den Haaren tiefer, bis mein Oberkörper waagerecht ist, die Hände mit Mühe an der Wand abgestützt. Die Fliesen sind glitschig, es fällt mir schwer, mich so zu halten, dass nicht mein ganzes Gewicht an den Haaren und am Genick hängt.

Jetzt bin ich noch zugänglicher. Seine Hand pumpt und pumpt, dringt jedes Mal ein weiteres Stück in mich hinein. Ich kann sie unmöglich ganz aufnehmen, das muss er doch merken! Das geht nicht, ich bin viel zu eng für ein Fisting! Aber er gibt so schnell nicht auf. Sein Schnaufen wird immer lauter und angestrengter. Was er da tut, ist auch für ihn harte Arbeit, vielleicht erliegt er ja einem Herzinfarkt, wenn er so weitermacht.

Allerdings schnaufe ich selbst wie eine Dampflokomotive, nur durch die Nase zu atmen bei dieser Haltung ist scheißschwer.

Meine Knie geben nach, er zerrt mich wieder nach oben. Noch einmal. Es ist zu viel. Unmöglich, mich so zu halten. Doch er macht weiter, ich scheine auf seiner Hand zu hängen. Jetzt dreht er sie in mir drin, berührt die Stelle mit den Kuppen – und ich bin weg. Komme und komme, spritze unkontrolliert und werde beinahe ohnmächtig.

Ich finde mich auf dem Boden wieder, auf Knien und Ellbogen. Er hält immer noch mein Haar, aber die Hand ist verschwunden.

Was er da hinter mir tut, kann ich nicht sehen und ich bin zu weggetreten, um Vermutungen anzustellen. Dann drückt sich etwas Ledernes an meine Flanken, kalt und warm zugleich, wie Schlangenhaut. Er steht also mit gespreizten Beinen über mir. Dringt in mich ein. Es ist überhaupt nicht eng oder kompliziert, er flutscht in meine Öffnung, die nass ist von meinen eigenen Säften.

„Mach mich schön feucht, das ist gut, damit flutscht es besser.“ Schon ist er wieder draußen und drückt auf meine Rosette. Oh Gott, er wird meinen Arsch nehmen. Damit es nicht zu sehr schmerzt, muss ich nachgeben, mich entspannen. Was soll ich sonst tun?

Das Gefühl ist wie immer überwältigend. Tausend Nervenenden senden ihre Reize direkt ans Rückenmark, vielleicht ist deshalb die Reaktion so schnell und allumfassend. Ich komme schon wieder. Geht mir immer so, wenn einer dort eindringt. Schwanz im Arsch – Orgasmus. Und was für einer. Anders als der eben, dumpfer, tiefgründiger, als würden sich die Empfindungen durch die Eingeweide noch tiefer in meinem Körper ausbreiten können.

Jetzt bin ich das, was er wollte, ein Gefäß, eine Öffnung, die nimmt und stillhält und sich von ihm benutzen lässt.

Er hat aufgehört, Worte zu formen, stöhnt und brummt und grummelt nur noch, doch es ist nicht laut genug, das Schmatzen zu übertönen oder das Klatschen von Haut auf Haut. Seine Eier, groß wie ein Stiergehänge, schwingen bei jedem Anschlag nach vorne, reizen meine Schamlippen, klatschen auf nasse Haut. Ich würde mir zu gerne die Klit reiben, aber ich kann die Hände unmöglich bewegen, sonst liege ich mit dem Gesicht auf dem ebenfalls gefliesten Boden. Nein danke, zusätzlich zum Saft eins Fremden möchte ich nicht auch Bakterien von ungenanntem Ursprung aufsammeln.

Es klatscht heftig auf meinem Arsch. Er lässt seine Hand mit voller Kraft auftreffen. Noch demütigender als ein Spanking, weil er es hinter seinem Schenkel tun muss, als würde er einer widerspenstigen Mähre aufs Hinterteil klopfen. Das leichte Stechen der ersten Schläge verwandelt sich langsam aber sicher in ein grelles Brennen, je gereizter die Stelle wird. Ich versuche, nach vorne zu kriechen, seinen Schlägen auszuweichen, aber er ruckt nur kurz mit dem Zügel und schon weiß ich, dass es kein Entkommen gibt. Die Schläge werden ungleichmäßiger sowohl in Stärke als auch in Frequenz. Es gibt nur einen Grund dafür. Er kommt.

Ich weiß, dass ich es nicht verhindern kann, aber es versetzt mir einen weiteren mentalen Schlag. Sein Saft wird in meinem Arsch landen, tief in mir, und er wird später aus mir raustropfen, mir die Beine herunterlaufen und sein Zeichen in mir und auf mir hinterlassen. Die Vorstellung sorgt für einen weiteren Höhepunkt, der allerdings nicht mehr so stark ist. Kein Wunder, ich kann einfach nicht mehr.

Er rammt schneller und schneller in mich, tiefer noch, härter noch, schwillt an in mir, pulsiert und pocht und der Mann, der zu dem Schwanz gehört, brüllt und flucht und brüllt.

„Geiles Stück! Was für ein Ritt!“ Trotz seiner Bewunderung hat er keine zärtliche Geste, keine Beruhigung oder freundliches Wort für mich übrig. Er ist runter von mir und richtet seine Kleidung. Sein Keuchen wie nach einem Dauerlauf wird leiser, tönt nur noch gedämpft durch die zufallende Tür und verklingt ganz im Flur. Johlen begrüßt ihn an der Bar. Ich stelle mir vor, wie sie ihn mit einem Bier oder Whisky und Schulterklopfen würdigen, sich von ihm berichten lassen, wie es war und ob er es mir ordentlich besorgt hat.

Wäre ich nicht so müde, würde ich mir es gleich noch mal selbst besorgen, mir schnell einen runterrubbeln, aber meine Energie reicht nicht mehr. Es dauert eine ganze Weile, bis ich wieder stehen kann, noch länger, bis ich den Lichtschalter gefunden habe und meine Haare in dem halbblinden Spiegel über dem Waschbecken richte. Der Raum ist größer als die üblichen Kabinen, es ist eine Behindertentoilette mit Griffen überall an den Wänden. Schade, dass ich die nicht vorhin gefunden hatte.

Ich nehme den Hinterausgang. Ich möchte nicht gesehen werden. Ich möchte nicht sehen, wer noch so dort rumhängt, nicht hören, wie sie sich beglückwünschen, sich an den Geschichten ergötzen.

Auf dem Heimweg über finstere Gassen denke ich mit Dankbarkeit an den Blog, wo ich den Hinweis auf die Kneipe gefunden hatte. Die Bewertung war eindeutig gerechtfertigt. Fünf Sterne für einen solchen Tripp sind angebracht.

Mal sehen, wen ich beim nächsten Mal erwische.

 

Über margauxnavara

Autorin von BDSM-Romanen und Kurzgeschichten.
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6 Antworten zu Mal was Neues – Teil 2

  1. Fortunato schreibt:

    Liebe Margaux,
    Ich habe jetzt länger mit mir gerungen: Nach dem Lesen von Teil 1 war mir sehr unbehaglich zumute. Das liegt daran, dass du da sehr lebendig eine Vergewaltigung schilderst. Phantasie hin oder her: Ich kenne viele Frauen, die viel schaden genommen haben. Das sage ich jetzt nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern einfach als Erklärung für mein Unbehagen.
    In Teil 2 gibt es mehr davon, aber dir gelingt etwas seltsames: Du bringst es fertig, da auch noch so etwas wie echte Lust hineinzuweben. Am Ende erscheint die Episode gar wie ein „kalkuliertes Risiko“. Zutiefst verstörend, haben sich beim Lesen doch Erregung und Ekel abgewechselt. Dafür allein: Respekt! Das ist nicht einfach und zeugt von Können. Ich weiß nicht, was dich dazu geritten hat – mir war es eine tour de force. Kompliment und Fluch! Bei soviel Abgründigkeit kannst du dich hoffentlich über beides freuen 🙂 2x Like
    Liebe Grüße,
    Fortunato

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    • margauxnavara schreibt:

      Lieber Fortunato,
      vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Ich freue mich über deine Likes und über Deine Worte.
      Auch hier noch einmal (wie nikidsph schon anmerkte): Das ist eine Fantasie.

      Ich bin Autorin. Als solche lasse ich meine Fantasie schießen, und in der Fantasie darf alles geschehen.
      Ich billige keinesfalls Gewalt – weder an Frauen noch an Männern.

      Wieso fragt eigentlich niemand einen Krimiautoren, ob er dafür ist, Menschen zu ermorden? Oder einen Fantasy-Schreiber, ob er es gutheißt, unschuldige Zwerge und Elfen abmetzeln zu lassen?

      Sorry, Fortunato, dass Du das nun ausbaden musst, aber es musste raus…

      Ja, und Frauen haben manchmal solche Fantasien. Und streicheln mit der anderen Hand Katzen und kleine Kinder und tun niemandem etwas zuleide!

      Gefällt 1 Person

      • Fortunato schreibt:

        Du hast mich falsch verstanden: Im Prinzip ist das ein reines Kompliment. Deine Geschichte rührt eine ganze Bandbreite von teils gegensätzlichen Emotionen an – als Autorin willst du doch bewegen und das ist dir hervorragend gelungen.
        Ich habe dir keinen Vorwurf gemacht. Falscher Adressat 😉 Dein Vergleich mit Krimi- und Fantasy-AutorInnen ist da völlig zutreffend.
        Mir ist bewusst, dass viele Frauen von Übewältigung phantasieren – und vielen anderen dunklen Gelüsten. Bei Männern sieht das nicht unbedingt anders aus. Ich persönlich finde das Abgründige ja besonders spannend: Was da unter der dünnen Decke unserer Zivilisiertheit schlummert. Ein offener vorurteilsfreier Blick ins Dunkel kann sehr bereichernd sein und ist so viel gesünder, als dieser tabubeladene Krampf. Und da kommst u.a. du ins Spiel, als Schreiberin: Du hälst kunstvoll den Spiegel hoch. Also nochmals: Kompliment! 🙂

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  2. nikidsph schreibt:

    Die fortsetzung hat meine hoffnungen und erwartunen erfüllt. Schön, dass es nicht so schnell vorbei war …

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  3. DirtyBen schreibt:

    Toll geschrieben. Zuerst habe ich mit gebangt. Dann packte mich die Geschichte und zum Schluss war ich selbst außer Atem! Freue mich auf mehr von dir!

    Liebe Grüße,
    Ben

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