Erdbeersüß männlichherb

„Augen zu, Mund auf.“

Ich gehorche. Der Duft verrät mir, was es gibt. Erdbeeren. Die Frucht ist kühl auf meiner Zunge. „Langsam, noch nicht zubeißen.“ Wie ein Ballgag liegt sie in meinem Mund, ich kann und will die Lippen nicht schließen. Stattdessen züngle ich um sie herum, spüre den zarten Dellen nach, in denen die winzigen Kerne liegen. Noch schmecke ich nichts, trotzdem habe ich den Geschmack auf der Zunge. Erinnerungen aus Kindheitstagen, von warmen Sommern, von mit Stroh ausgelegten Feldern. Ich meine das Kratzen der Erdbeerblätter auf den Unterarmen zu spüren, ein leichtes Jucken, das erst aufhört, wenn ich sie gründlich gewaschen habe.

„Jetzt.“ Er steht ganz nah vor mir, sein Rasierwasser überlagert zart den Erdbeerduft, aber mein Geruchssinn scheint selektieren zu können, blendet alles aus, zurück bleibt der Geruch der reifen Früchte.

Die Haut lässt sich so leicht durchstoßen, sie bietet keinen Widerstand, schon explodiert der Geschmack auf meiner Zunge, breitet sich aus, füllt meinen Mund und alle Sinne. Gott, das ist lecker. Meine Erste für dieses Jahr. Mit dem Saft verbreitet sich die Gewissheit, dass noch viele folgen werden, die Erdbeerzeit hat gerade erst begonnen.

Ich öffne die Augen, lächle ihn an, aber sofort legt sich eine Hand darüber.

„Lass die Augen geschlossen.“

Nur zu gerne folge ich, weiß ich doch, dass meine Sinne sich so auf Geschmack und Geruch konzentrieren, auf das sinnliche Erlebnis des Zerquetschens, auf den süßen Saft im Mund und im Rachen. Noch zwei Erdbeeren darf ich essen. Als ich für die Vierte den Mund erwartungsvoll öffne, leckt er über meinen Mundwinkel. Ich möchte meine Dankbarkeit mit einem Kuss beweisen, doch er entzieht sich mir.

Die nächste Erdbeere berührt nur zart meine Lippen. Beim Versuch, sie in den Mund zu befördern, zieht er sie zurück. Ich folge, magisch angezogen von der Versuchung, von dem Wunsch, mehr zu bekommen. Erst als sich meine Brust an seine presst, erhalte ich meine Belohnung.

Während ich sie zerkaue, berührt seine Haut meine Wange. Ein zartes Streicheln an der Schläfe von langen Wimpern, er hat gezwinkert. „Auf die Knie, Süße.“

Mir stockt der Atem, ich stelle das Kauen ein. Dann rutsche ich an ihm nach unten, bleibe so nah es geht. Unter meinen nach Halt suchenden Händen die Glätte seines Hemdes, darunter der Gürtel, dann der festere Stoff der Hose. Automatisch halte ich mich am Gürtel fest. Meine Hand streicht über seinen Schritt. Oh ja. Erwartungsfroh ist er.

Ohne auf sein Kommando zu warten, öffne ich die Gürtelschnalle, den Knopf, den Reißverschluss. Ziehe die Hose auseinander, greife zu und befreie seine Härte.

„Mund auf!“

Nur zu gerne. Doch statt seiner Eichel schiebt sich eine weitere Erdbeere in meinen Mund, besonders dick, extra süß, extrem saftig.

„Nicht schlucken, Süße.“

Ich kaue nur, halte den Mus im Mund, öffne die Lippen erst, als ich den Druck spüre, mit dem er Einlass begehrt.

Erdbeersüß männlichherb salzig. Eine neue Erinnerung wird geschaffen, ein neuer Geschmack brennt sich ein. Für immer, für alle folgenden Sommer.

Über margauxnavara

Autorin von BDSM-Romanen und Kurzgeschichten.
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6 Antworten zu Erdbeersüß männlichherb

  1. Michael Behr schreibt:

    Jetzt überlege ich in Anbetracht des Endes nur, ob ich schreiben kann, dass ich jetzt Lust auf Erdbeeren habe, ohne einen falschen Eindruck zu hinterlassen 😉 .

    Sehr sinnlich geschrieben, weckt Frühlingsgefühle!

    Gefällt 1 Person

  2. Schattenwölfin schreibt:

    Heiß. Sehr heiß.
    Macht Lust auf Sommer, Erdbeeren und mehr.

    Gefällt 1 Person

  3. Mastergunter schreibt:

    Heiß! Was süße Früchte und harte Schwänze alles vermögen.

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  4. fifteenfeet schreibt:

    Werter Mastergunter,
    Erdbeeren sind nicht einfach nur „süße Früchte“. Erdbeeren sind himmlisch… eben ERDBEEREN. Verstehst du… E.R.D.B.E.E.R.E.N. Das ist Hochgenuss…Liebe… pur. 🙂
    Und mit einem x-beliebigen Schwanz wäre es sicher auch nicht dieses sinnliche Erlebnis geworden.

    Im übrigen stimme ich zu: Sehr sinnlich geschrieben.
    Sehr lecker. 🙂

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  5. HerrB schreibt:

    Einfach nur lecker!
    Na klar, die Erdbeeren UND die Geschichte.
    Beides macht Lust auf mehr… 😉

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