Dinner for One – Oder: Miss Sophies 32. Geburtstag – Teil 2

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„Miss Sophie …“ Alle schauten ihn an, warteten auf die Fortsetzung, die er angedeutet hatte. James blieb nur, das Glas anzusetzen. Es war voll, viel zu voll, aber das war sicher gut so. Jetzt war es gleichgültig. Seine Flöte würde heute Abend nirgendwo erklingen, nicht einmal in seinen eigenen Händen. Er würde verzichten, stattdessen lieber jede Szene memorieren, die er zu sehen bekäme. Da konnte er auch die Gunst der Stunde nutzen und den Champagner bis zum Grund lehren.
„Miss Sophie, you are certainly the most beautiful creature ever beheld …“
Dieser Schleimer von Winterbottom! Natürlich war sie die Schönste überhaupt, aber wieso sollte dieser Idiot das sagen dürfen? Und dann schmatzte er auch noch, was das Zeug hielt, leckte immer wieder mit der Zunge über die Lippen und gab eine Reihe von unanständigen Geräuschen von sich, die einem halb verhungerten Hund angestanden hätten.
Hund. Zunge. Oh Mann. Letztes Jahr war es Mr. Winterbottom gewesen, der mit seiner Zunge das zarte Löchlein kosten durfte. Nicht nur kosten, oh nein. Er hatte es durchstoßen, immer wieder, dabei schmatzte er genauso wie jetzt. Auf einmal verstand James, was hier passierte. Vorspiel, Anheizen, Warmlaufen! Das taten sie, und zwar alle. Auch Miss Sophie. Wie sie sich das weiße Fleisch der Brust zwischen die Lippen schob, war Verführung pur, ein Versprechen auf spätere Freuden.
Der Leutnant hatte ihr vor einem Jahr den Schwanz in den Mund gestoßen und mit militärischer Präzision gepumpt, vor, zurück, gleichmäßig wie ein Kolben, nein, wie die Soldaten beim Drill. Und nicht gerade zurückhaltend oder gar vorsichtig wie es sich für eine zarte Frau mit einem so lieblichen Mund gehörte. Nein, bis zum Anschlag hatte er sich hineingerammt, mit jedem Stoß tiefer, bis ihre Lippen sein Gewölle berührten und ihre Nase sich in die harten kleinen Eier bohrte. Immerhin hatte er ihren Mund nicht mit seinem Samen beschmutzt, zumindest da noch nicht. Schließlich wollte er sich den Stand erhalten, bis er alle Öffnungen genossen hatte, wie die anderen auch.
James war hart wie der Servierlöffel, den er noch in der Hand hielt. Es hätte nicht viel gefehlt, dann wären seine Fäuste am Griff auf und ab geglitten. Er spürte den Tropfen Fett auf der Handfläche, der daran heruntergelaufen war.
Der würde sie gut schmieren. Aber auch das schien Miss Sophie nicht nötig zu haben. Die Geräusche, oh, die Geräusche! Nicht ihr Stöhnen, das ihm wie Musik in den Ohren klang, sondern die anderen! Die feuchten, nassen Schmatzer, die jedes Mal ertönten, wenn wieder einmal einer sich in ihre Fotze bohrte!
Er zuckte zusammen. Hatte er wirklich dieses Wort in Zusammenhang mit seiner Miss Sophie gedacht? Wie konnte er? Dieses überirdische Wesen besaß keine Fotze, nur einen zarten Spalt, eine Liebesgrotte, ein … Loch. Genau. Ein Loch. Was nicht stimmte. Es waren zwei. Zwei Löcher. Genau genommen sogar drei. Sir Toby hatte das Dritte entdeckt, wie er wilde Tiere oder neue Landschaften entdeckte. Wo er das herhatte? Bestimmt von den Hottentotten gelernt.
Was neue Bilder brachte, von Sir Toby mit einem hübschen, dunkelhäutigen, zartgliedrigen Wesen, dessen Figur an Miss Sophie erinnerte, wie er sie von hinten stieß und stieß.
„James!“
„Ja, Miss Sophie!“ Diesmal sprach er nicht mit heller Stimme, sondern ganz tief, ganz rau, als wäre er selbst mittendrin in der Szene, wäre er derjenige, der dieser Frau, die gar nicht mehr dunkelhäutig war, seinen Stab in das Loch bohrte, das verbotene, hintere …
„James, Sie können abräumen. Gentlemen, wie wäre es mit Früchten zum Dessert?“
„Bieten Sie uns Ihre göttergleichen Äpfel an, Miss Sophie?“
„Dürfen wir jetzt Ihre Früchte kosten, Miss Sophie?“
„Darf ich den Saft auflecken, Miss Sophie?“
Beinahe hätte James sich angeschlossen. Darf ich sie aufessen, Miss Sophie? Sie abschlecken, anknabbern, lutschen, beißen? Zur Not wäre er damit zufrieden, von ihr zu trinken, wenn sonst nichts für ihn abfiel.
Zum Glück musste er nur die Obstschale servieren, nachdem die Teller abgeräumt waren. Jedem Einzelnen ein ausgesuchtes Obststück aufzulegen, hätte seine Kräfte überschritten. Obwohl, für Miss Sophie hätte er zu gerne jedes Obst vorbereitet, vorzugsweise die harte Gurke aus seiner Hose geschält und sie ihr zu kosten gegeben. Er hörte das Schmatzen schon, mit dem sie ihn ableckte, ihre Lippen darum schloss und saugte.
„James, ich bitte um den Port. Einverstanden, Gentlemen?“
Natürlich waren sie einverstanden! Jeder Gang, jedes Getränk brachte sie näher an die ersehnte Stunde. Der Port läutete die letzte Zeremonie ein, nach der sie alle Förmlichkeit fallen lassen konnten. Nichts mehr mit Miss und Gnädigste und Mylady. Dann hieß es nur noch Schlampe, Bitch, Fotze.
Niemals wäre er in der Lage, sie so anzusprechen. Immer würde sie für ihn die Lady bleiben, egal in welcher Situation. Ein Preis, den er gerne zu zahlen bereit war. Wie die Männer bereit waren, auf den letzten Preis zu verzichten. Niemand durfte seine Sahne in ihr hinterlassen, stattdessen standen dann, wenn die Kräfte sich zu erschöpfen drohten, alle um das Bett, auf dem sie wie ein Opfer dahingestreckt lag. Miss Sophie, erschöpft von den Spielen und den zitternden, zuckenden Ergüssen, die ihren Saft auf den Laken verteilten, opferte ihre Haut für das Letzte, den Segen für das neue Jahr, den Höhepunkt der ganzen Nacht. Vier Männer ließen ihren heißen Samen auf sie spritzen, jeder bemüht, möglichst zielgenau Mund oder Brüste zu treffen, sie mit einer Unmenge ihres Saftes zu markieren, den sie genussvoll in ihre weiße, weiße Haut verrieb.
Ein letztes Mal schenkte er ein.
Sir Toby stand leicht schwankend mit gut gefülltem Glas da. „Miss Sophie, my gal! Ich singe dir ein Lied!
There was a Jolly tinker
He came from Dungaree
With a Yard and a half of foreskin
hanging down below his knee … “ *
Der Rest des alten irischen Volkslieds ging unter in trunkenem Gelächter.

Mr. Winterbottom mischte sich ein, indem er auf den Stuhl sprang und mit großen Gesten und einem vollen Bariton lateinische Verse zum besten gab:
„Oh! Oh!
totus floreo,
iam amore virginali
totus ardeo,
novus, novus amor
est, quo pereo.“ **

Das wollte von Schneider nicht auf sich sitzen lassen, weshalb er der Vorführung mit einem erneuten Hackenknallen ein Ende setzte. Er selbst hob an, ein deutsches Reiterlied zu singen:
„Schöne Jungfrau, wollt ihr mit mir gahn
Ich will euch lehren, was ich kann
Ein Lied von dreierlei Stimmen
das drüben im Wald tät klingen” ***

„Genug, Gentlemen! Ich werde mich zurückziehen.“
Sir Toby stand schon hinter ihrem Stuhl, um diesen aus dem Weg zu räumen. Mr. Winterbottom packte ihren Arm, als wollte er sie am Weglaufen hindern und drehte sie schwungvoll in Richtung Treppenhaus.
„Ich gehe voraus!“ Von Schneider sprang leichten Fußes jeweils über drei Stufen auf einmal.
Jedes Auftreffen der Absätze erschütterte die Treppe, so dass die Vibrationen bis in James Beine zu spüren waren. Oder war es ein Zittern, das ihn durchlief? Ein scharfer Schmerz krallte sich in seine Eingeweide.
Nun war es so weit. Ihm blieb nur das Schlüsselloch. Zumindest würde er in diesem Jahr genug der Servietten einstecken, damit er nicht vorzeitig abbrechen musste wie im letzten. Sein Schwur von eben, sich nur auf das Zuschauen zu konzentrieren, war vergessen.
Aber oh, seine Sophie …
Würden sie ihr wieder die Arme an den Pfosten anbinden und die Beine so weit spreizen, dass sich die Falten ihres Geschlechtes weit öffneten und jeder Tropfen ihres Lustsaftes das Licht der Kerzenleuchter widerspiegelte? Ein erneutes Pochen erinnerte ihn an die inzwischen schmerzhafte Kerze, die seine Hose nun unübersehbar ausbeulte. Er verschränkte die Hände davor, doch letztlich war es ihm gleichgültig. Seine Herrin kehrte ihm den Rücken zu.
Auf der dritten Stufe drehte Miss Sophie sich um. „James?“
„Ja, Mylady?“ Seine Stimme klang nicht mehr wie Mr. Pommeroy. Im Gegenteil, eher wie die des Pfarrers beim Begräbnis.
„Wo bleiben Sie? Ihre Rolle ist noch nicht zu Ende!“
James stolperte über die Schnauze des Tigers, fing sich wieder und verschwendete keinen Gedanken mehr an das tote Tier.


Genug? Oder nicht? Das ist jetzt die Frage …

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* aus: Ed Cray, The Erotic Muse: American Bawdy Songs, 2. Aufl., 1999
** Auszug aus Carmina Burana, Übersetzung:
Oh! Oh!
Ich kriege eine Erektion
Ich platze bald vor Geilheit,
Diese neue Liebe
Ist, wofür ich sterbe würde.
*** Es ritt ein Reiter wohl durch das Ried, altes Volks- oder Soldatenlied


Foto: By Daderot (Own work) [Public domain or CC0], via Wikimedia Commons

Über margauxnavara

Autorin von BDSM-Romanen und Kurzgeschichten.
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