BDSM – reden, reden, reden!

Es ist passiert. Große Unstimmigkeit im Hause Navara!

Warum?

Weil ich meine eigenen Ratschläge nicht befolgt habe. Ich habe nicht geredet. Und mein Dom auch nicht.

So ist das mit Ratschlägen. Man gibt sie, man weiß, wie wichtig und richtig sie sind – und doch befolgt man sie nicht (immer).

Folgende Situation:

Wir waren unterwegs, der Tag voll mit Programm. Im Hotel ins Bett gefallen, geschlafen. Aufgewacht und unter die Dusche. Mann kommt hinterher und als ich ins Zimmer zurückgehe, liegen da ein paar Accessoires.

Ich war überhaupt nicht darauf eingestellt und fühlte mich komplett überfahren. Ich sollte DAMIT zum Frühstück gehen? Was normalerweise ein super sexy Gedanke ist, wurde auf einmal zu einem Riesen-Ding, das ich mir so gar nicht vorstellen konnte. Keine Ahnung, warum. Weil es Morgen war und nicht Abend? Ehrlich gesagt weiß ich es nicht.

Ich weiß nur, dass ich komplett blockiert habe. Zog mich nicht an, legte die Accessoires nicht an. Ich war gefangen zwischen dem Wunsch, zu gehorchen, und meinem Kopf, der schrie: „Ich will nicht! Ich kann nicht!“

Man könnte jetzt sagen: Ha, hätte er dich halt übers Knie legen sollen! Oder: Wie kannst du nur?

Aber so funktioniert BDSM eben nicht. So funktioniert unsere Beziehung nicht.

Wir leben normalerweise auf Augenhöhe. Wer mich kennt, weiß warum. Ich kann nämlich durchaus dominant sein. Kann bestimmen, kann organisieren, kann „Chefin“ sein. War ich lange genug, hätte nicht funktioniert ohne festen Willen und Durchsetzungsvermögen.

Der Übergang von Augenhöhe auf Unterwerfung klappt dann nicht immer reibungslos. So manches Mal brauche ich Zeit, muss erst mal tief durchschnaufen. Nicht immer. Manchmal bin ich schon längst im Sub-Modus, ehe Ehemann im Dom-Modus ist. Aber manchmal eben auch nicht. Dann rebelliert der Kopf, während der Körper vielleicht „Ja! Ja! Ja!“ schreit. Oder eben nicht.

Solch ein Tag war das. Einer, in dem der Übergang nicht funktionierte. Weshalb ich eine Übersprungshandlung ausführte – nach meinem Handy griff und in Social Media abtauchte.

Nicht gut.

Weiß ich jetzt. In dem Moment konnte ich nicht anders.

Wir haben darüber gesprochen – lange hinterher. Es fehlte an Kommunikation, nicht nur von meiner Seite. Zum Glück können wir miteinander reden, weil wir es gewohnt sind. Ohne Reden wären wir nämlich nicht da, wo wir sind. Oder nicht mehr zusammen, oder nicht in einer BDSM-Beziehung.

Vielleicht lernt ihr etwas daraus. Ich meine nicht, dass Margaux auch Fehler macht, sondern dass ihr miteinander redet. Immer. Egal, in welcher Situation. Dazu gehört manchmal, dass man etwas abbricht, aber eben auch, dass man hinterher analysiert, woran es lag – auf beiden Seiten!

In diesem Sinne – viel Erfolg und viel Spaß in euren Sessions. Redet, bis der Ball-Gag angesetzt wird oder ihr etwas anderes im Mund habt 😉

Eure

Über margauxnavara

Autorin von BDSM-Romanen und Kurzgeschichten.
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1 Antwort zu BDSM – reden, reden, reden!

  1. martin sagt:

    Wenn ich dürfte würde ich dir jetzt etwas schenken.
    Weil ich aber nicht weiß, wie ich es durch die Internetleitung kriege,
    gibt es halt ein 🤗.
    Ich bin zwar kein Emoji-Mensch, aber auf die Schnelle.
    Du hast mir einmal auf einen Kommentar von mir etwas geschrieben.
    Darin ging es auch ums Reden.
    Du hattest geschrieben -„Dom kann gar nicht (immer) wissen, auf welche Zeichen er achten muss“ und -„Sub genau lesen“- und etwas von -„wilden Wünschen“
    Vielleicht war das ja so etwas.

    Ich habe mir, was Du geschrieben hast, sehr zu Herzen genommen.
    Dafür Danke ich Dir.
    Vielleicht kann dich das ein wenig nach oben ziehen.

    Lieben Gruß
    martin

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