Fuß-Fetisch – ein Interview mit einem Mann, der Füße mag

Hallo Bar-Fuß-Tom,

ich freue mich sehr, dass du mir bei einem Thema hilfst, das bisher auf meinem Blog noch so gar nicht vertreten war. Ich schätze, das liegt nicht nur daran, dass ich selbst diesen Fetisch nicht habe, sondern vor allem daran, dass er vorwiegend bei Männern vertreten ist.

Es geht um den Fuß-Fetisch.

Siehst du das auch so, dass das eine Männersache ist?

Liebe Margaux, das kann ich als Mann natürlich nur etwas einseitig beantworten: ich denke es gibt auf jeden Fall mehr Männer, die Füße erotisch/erotisierend finden, als Frauen. Das mag auch daran liegen, dass Frauenfüße zierlicher und in den meisten Fällen auch besser gepflegt sind.

Ich denke allerdings, in etwas abgeschwächter Form, als Fuß-Erotik kann es durchaus auch Frauensache sein: z.B. jetzt im Sommer als gegenseitiges „Füßeln“ an einem Tisch im Außenbereich eines Restaurants. Und viele Frauen lenken da ja durch besondere Fuß-Pflege, Lack, ein Schuhmodell mit „Peep Toe“, einen hohen Absatz, dementsprechenden Gang, wohl nicht ganz ungewollt auch unseren Blick hin.

Nun ja, wenn ich mir die Zehen lackiere, denke ich daran, dass es insgesamt ein schönes Bild ergeben soll, nicht daran, dass ein Mann sich daran aufgeilt. Macht es dich trotzdem an, einer fremden Frau auf die Füße zu schauen? Auch wenn sie das für sich macht?

Du hast recht, es hat etwas Voyeuristisches, der Frau auf ihre Füße und ihre Schuhe zu schauen. Ja, das macht mich an, wenn es ein stimmiges Bild aus gepflegten Füßen und hübschen Schuhen ist. Ich denke aber, viele Frauen haben gar nicht auf dem Schirm, dass DORT ein Mann hauptsächlich hinschaut. Ich bin mal vor Jahren einer Frau eine zeitlang nachgelaufen, weil sie wunderschöne nackte Füße hatte und Holzpantoletten, die vom Look und den Geräuschen ein Fetisch-Traum war. Irgendwann hat sie mich bemerkt, sich umgedreht und meinte: „Glotz mir nicht auf den Hintern!“

Was fasziniert dich so an Füßen und was nicht?

Auf diese Frage könnte ich vermutlich einen Roman schreiben, aber das überlasse ich lieber Dir!
Es sind sowohl meine eigenen Füße, wenn ich ohne Strümpfe bin als auch die einer Frau/Partnerin, die mich mehr spüren lassen und mich sehr faszinieren. Vielleicht kommt es u.a. daher, dass dieses Körperteil oft verhüllt (beschuht, bestrumpft) wird, ihm weniger Beachtung geschenkt wird und es spannend ist, dieses zu entdecken. Gleichzeitig enden in unseren Füßen ja auch die Nerven zahlreicher Organe, so dass man mit Berührung/ Stimulation an den entsprechenden Stellen beim Partner*in etwas auslösen kann. Als dritter Aspekt fällt mir das Zehen-Dekolleté ein, das z.B. in vorne kurz geschnittenen und barfuß getragenen Ballerinas gut zu erkennen ist. Gegenüber dem weiblichen Dekolleté weiter oben eine Vervielfachung der Zwischenräume/Ansätze. Dann kommen noch unmittelbar sexuelle Reize dazu, also sich einseitig oder auch gegenseitig mit den Füßen zu berühren, sowohl im Intimbereich (als Vorspiel oder in Form des sog. Footjob/Shoejob) als auch am ganzen Körper.

Nach meinem Eindruck ist der Fuß-Fetisch u.a. so vielschichtig und nicht so einfach zu beschreiben, weil er sehr stark individuell geprägt ist: was für den einen sehr erregend sein kann (käsiger Geruch der Füße nach x Tagen Tragen eines Paar Socken, Crushing (Zertreten) z.B. von Nahrungsmitteln, Gipsfuß) ist für den anderen eklig: ich kann mit den eben genannten drei Elementen z.B. nichts anfangen.

Dein Name Bar-Fuß-Tom weist aber auch auf einen anderen Aspekt hin, nicht wahr?

Barfüßigkeit hat für mich persönlich neben dem Mehr-Spüren, der Fuß-Erotik auch eine submissive, leicht devote Komponente: Ich finde, dass komplette Nacktheit Barfuß-Sein voraussetzt, umgekehrt aber Angezogen-Sein und barfuß etwas – im Positiven – Erniedrigendes bzw. Erregendes hat. Jeden Schritt zu spüren, verletzlich zu sein, macht das für mich zu einer FemDom Spielart, die insbesondere die Sehnsucht nach einem 24/7/365 Barfuß-Sein über die Jahre in mir ausgelöst hat. Der Alltag, insbesondere der (männliche) berufliche Dresscode setzt da gewisse Grenzen, aber ich bleibe dran…

Wie waren deine Anfänge? Ging es dir so wie vielen in der Szene – ich bin der Einzige, der so etwas will, ich bin pervers usw.?

Die „ersten Male“ waren wie ganz allgemein wohl auch eher durchwachsen. Erschwerend sind nach meiner Erfahrung drei Faktoren: Wenn man auf eine Partnerin trifft, die ihre Füße aus welchem Grund auch immer nicht als schön empfindet (nicht selten der Fall): dann wird es als männlicher Fuß-Fetischist eine extreme Herausforderung, im „worst case“ unmöglich, ihr den eigenen Fetisch zu vermitteln und gemeinsam mit ihr auszuleben. Dazu kommt, was vermutlich bei jedem Fetisch je nach Intensität eine gewisse Gefahr darstellt: die Frau könnte sich reduziert fühlen auf ihre Füße und Schuhe. Ich halte dagegen mit einem italienischen Casanova: auch die schönste Frau ist an den Füßen zu Ende. Will heißen, es ist für mich ein wichtiger Faktor, aber natürlich nicht der einzige.

Trotz einer in vielen Bereichen spürbar offeneren Gesellschaft ist der Fuß-Fetisch weiterhin ein Fetisch, der nach meinem persönlichen Eindruck leider von vielen (Frauen wie auch Männern, die ihn nicht teilen) in eine perverse Schublade einsortiert wird. Vielleicht trägt Dein Blog-Beitrag dazu bei, daran allmählich etwas zu ändern, indem man mehr darüber weiß. Und jemand hat es mal – wie ich finde – ziemlich gut auf den Punkt gebracht: pervers ist etwas erst, wenn keiner mehr mitmacht!

Wie muss ich mir das vorstellen? Läufst du durch die Stadt und schaust dir Füße an? Oder lebst du das nur mit einer festen Partnerin aus?

Ja, ich versuche z.B. als kleine Challenge oft die Schuhgröße der Frau zu schätzen und evtl. auf der Innensohle bei Pantoletten die aufgedruckte Größe zu erkennen. Ich mag es sehr, wenn eine Frau ihre Schuhe schwingend in der Hand hält und barfuß läuft. Oder auch, wenn an Springbrunnen Frauen ihre Schuhe ausziehen, um sich abzukühlen, versuche ich einen Blick auf beides zu erhaschen.

Was mich erregt ist die Kombination des Gesehenen mit meinem Kopfkino. Nach einem heißen Sommertag komme ich oft regelrecht aufgegeilt nach Hause… Es ist wie Fuß-FKK: Als Mann mit Fuß-Fetisch fühlt man sich in den Sommermonaten, als ob man ununterbrochen am FKK-Strand wäre…

Vielen lieben Dank, Bar-Fuß-Tom, für die geduldigen Ausführungen auf meine Fragen! Das war sehr spannend für mich.

Das Foto stammt von Bar-Fuß-Tom.

Ich sehe darauf Spuren im Sand und fühle Wärme, höre das Rauschen der Wellen und denke an das Gefühl von Sand zwischen den Zehen. Tom und vermutlich auch andere mit Fuß-Fetisch sehen die Füße in den Pantoletten, hören das Klatschen der nackten Fußsohlen auf das Fußbett und spüren Erregung alleine bei der Vorstellung.

Ich finde, es gibt schöne und nicht so schöne Füße, und ich gebe zu, dass ich auch bei Männern schon einige Male gedacht habe, dass mir diese Füße gefallen. Wie die meines Mannes zum Beispiel … Aber sie gehören für mich zum Gesamtbild und sind nicht per se sexuell konnotiert.

Ich bin gespannt, was du dazu meinst. Schreib mir doch einen Kommentar: Findest du Füße sexy? Würdest du sie lecken oder liebkosen wollen oder nicht? Hast du schon mal einen Footjob bekommen oder gegeben?

Und noch etwas: Wenn du selbst einen besonderen Fetisch hast, den ich bisher in meinem Blog sträflich vernachlässigt habe, schreib mir doch. Ich mag eine bunte Welt und einen bunten Blog und bin für vieles (nicht alles) offen. Vielleicht können wir deinen Fetisch auch hier vorstellen?

Deine

Über margauxnavara

Autorin von BDSM-Romanen und Kurzgeschichten.
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1 Response to Fuß-Fetisch – ein Interview mit einem Mann, der Füße mag

  1. Klabauter sagt:

    Ich würde mich nicht als Fuss Fetischist bezeichnen aber schöne Frauenfüße in tollen Heels sehen nun mal geil aus. Ich steh da auch drauf. Kann ich verstehen

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