Hunters Liste

1 Liste – 12 Aufgaben – 1 Ziel. Oder?

Eine Villa erben und nicht wissen, was sie damit anstellen soll?
Check!

Eine Idee haben, aber keine Ahnung von der Umsetzung?
Doppelcheck!

Alice läuft die Zeit davon. Innerhalb eines Jahres muss sie einen Plan vorlegen, was sie mit dem Erbe ihrer Tante anfangen will, sonst ist es für sie verloren.
Eine Idee hat sie: Einen Club wie der, den sie seit einer Weile besucht. Ein Ort, an dem man seine Kinks ausleben kann. Nur welches sind ihre Kinks? Um das zu erfahren, muss sie sich endlich auf all das einlassen, was sich bisher einzig in ihrer Fantasie abspielte.
Hunter erstellt für sie eine Liste. Jeden Monat ein anderer Kink bei einem ausgewählten Lehrer. Jeden Monat ein neuer Ort.
Aber ist der finstere, dominante Hunter wirklich so selbstlos oder verfolgt er eigene Ziele?


Gehalten
Alice springt kopfüber ins Kaninchenloch. Jay, ein Experte mit Seilen, führt sie im ersten Monat ein in seine Welt, die sie in mehr als einer Hinsicht fesselt.

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Leseprobe:

„Ich weiß, es klingt verrückt, aber ich würde gerne einen eigenen Club aufmachen. Für so Leute wie wir.“

Missi kicherte. „Du meinst, nur für Subs?“

„Natürlich nicht.“ Alice grinste mit. Missi brachte sie immer zum Lachen, wenn Alice das Leben mal wieder zu ernst nahm. „Für Kinkster wie wir. Für die, die nicht das Extreme wollen, aber nicht immer nur zuhause spielen wollen und können. Ein Platz, an dem sich Doms und Subs treffen können. Sicher und unter Beobachtung, sauber und ordentlich. Kein Swingerclub, kein Club zum Tanzen und Vögeln, keine Fleischbeschau.“

„Oh ja!“ Missi seufzte theatralisch. Sie war eine Little, die nach einem Daddy suchte. Nicht Alices Kink, die vermutete, selbst einfach devot zu sein und möglicherweise auch ein wenig masochistisch. So ganz hatte sie die Einteilung noch nicht verstanden.

Alice war nicht engstirnig, sie mochte die Freiheit des BDSM, diese Möglichkeit, seine Kinks ausleben zu können. Aber sie konnte mit so vielen davon rein gar nichts anfangen. Nadeln? Oh Gott, vielleicht mal zum Piksen, aber nicht zum Durchstechen. Messer? Na gut, als Drohung gewissermaßen, aber doch nicht zum Haut aufschneiden. Oder Windeln? Nein, bloß nicht!

Was ihr gefiel, war die Idee der Unterwerfung. Und na ja, auch mal auf den Hintern geschlagen zu werden. Weshalb der wöchentliche Besuch in diesem winzigen Club nicht gerade der Höhepunkt ihrer Woche war, sondern nur eine Möglichkeit, mit Menschen wie Missi in Kontakt zu kommen.

„Aber wie soll das gehen? Du müsstest ein Haus anmieten …“

„Nein, eben nicht“, fiel Alice ihr ins Wort. „Tatsächlich habe ich ein Haus, das perfekt dafür passen würde.“

„Du hast ein Haus? Warum wohnst du dann in diesem Mini-Apartment?“ Missi hatte die Augen aufgerissen, bis sie so aussah wie eine der Puppen, mit der sie ihre Wohnung eingerichtet hatte.

„Tante Alberta ist doch vor kurzem gestorben.“ Alice folgte mit den Augen einem Dom, mit dem sie bisher noch kein Wort gesprochen hatte. Er hatte eine besondere Art, sich zu bewegen. Als wäre er auf der Jagd. Aber vielleicht bildete sie sich das nur ein. Sein Name, Hunter, verführte zu dieser Assoziation. Ja, garantiert lag es nur daran. Sie blinzelte zu Missi, die ihr den Ellbogen in die Seite gestoßen hatte. Ach ja. Ihr Erbe. Das nur ihr Erbe sein würde, wenn sie schnellstens einen Plan entwickelte. „Sie hat mir ihr Haus vermacht. Und weil sie wusste, dass ich niemals alleine darin wohnen würde, hat sie mir zur Auflage gemacht, innerhalb eines Jahres etwas damit anzufangen. Wenn ich bis dahin keine Verwendung gefunden habe, geht es an eine Stiftung oder die Kirche, keine Ahnung. Das werde ich erst danach erfahren. Aber das ist ja auch gleichgültig, da ich dann die ganze Erbschaft vergessen kann.“

Missi verzog das Gesicht. „Uh! Wie kam sie denn auf die Idee? Na ja, ist ja auch egal. Ein Club für uns alle klingt wunderbar. Das Haus hat hoffentlich mehr als drei Zimmer?“ Sie schaute sich in dem Raum um, in dem sie saßen. Er enthielt eine Bar, eine Loungeecke, ein paar Spielzeuge und es gingen nur zwei Türen ab zu den sogenannten Spielräumen. Wirklich armselig, selbst für Springfield, Massachusetts. Dabei war die Gruppe an BDSMlern, die die Räume eingerichtet hatte, noch stolz, überhaupt Räumlichkeiten zu haben. Das Springfield Munch Convention Center nannten sie es großspurig.

„Ja, es hat mehr als drei Zimmer. Zwanzig, um genau zu sein. Dabei sind im Obergeschoss alleine sechs Bäder. Unten gibt es einen riesigen Salon, dazu Küche und diverse Zimmer wie Bibliothek, Frühstückszimmer, Esszimmer und Musikzimmer. Vom Keller und dem Dachgeschoss gar nicht zu reden.“

„Und da hat sie alleine gewohnt? Wow! Sie muss ganz schön reich gewesen sein.“

„Du sagst es. Das ist das nächste Problem. Das dazugehörige Geld verfällt auch, wenn ich nicht ein Konzept für eine Nutzung vorlege. Ich meine, was soll ich mit diesem Riesenklotz machen? Ich kann kein Hotel führen. Und Golfclubs oder Countryclubs haben wir schon genug. Aber diese Art Club … Am Ende würde ich damit sogar Geld verdienen. Die Gäste müssten schon für die Mitgliedschaft zahlen.“

„Hauptsache, du lässt mich rein. Du kannst ja die Gebühren einkommensabhängig machen.“ Missi kicherte über diese Idee.

Alice grinste. Sie fand den Gedanken gar nicht so schlecht.

„Und wie willst du den Club einrichten?“

Hunter war am Ende des Raums angekommen, schaute jetzt kurz in den abgetrennten Spielraum, dessen Tür einladend offen stand. Würde er hineingehen? Sie hatte ihn bisher nur einmal an einer Szene teilhaben sehen. Ein anderer Dom hatte ihn gebeten, seine Sub von hinten zu nehmen, während er ihren Mund benutzte. „Keine Ahnung. Ich könnte jedes Zimmer anders gestalten. Nur die Kinks bedienen, die mir gefallen.“

„Welche sind das?“

Alice schwieg. Missi war gekleidet wie ein kleines Mädchen, trug Zöpfe und bunte Klämmerchen im Haar und kaute unablässig Kaugimmi, was manchmal dazu führte, dass Alice ihre Intelligenz unterschätzte. Dabei schaffte sie es immer wieder, den Finger in die Wunde zu legen.

„Sag mal, hast du eigentlich was gegen die Doms hier?“ Missi tat so, als wäre das Thema ganz nebensächlich und sie würde nicht gerade den Elefanten im Raum ansprechen. Zumindest Alices ganz persönlichen Elefanten, den sie so gut es ging verdrängte.

„Natürlich nicht.“

„Subs, die lügen, sollte man den Hintern versohlen. Und noch so vieles mehr.“ Die Stimme ließ die beiden Frauen zusammenzucken. Mist, sie waren belauscht worden. Ausgerechnet von Hunter. Wie hatte der es geschafft, von da hinten bis zu ihnen zu wandern, ohne dass sie das bemerkt hatte? Sie behielt ihn doch sonst auch im Auge! Alice wäre am liebsten im Boden versunken. Missi wurden bestimmt keine Schläge angedroht, das bezog sich ganz allein auf sie.

Sie konnte nicht einmal abstreiten, überhaupt gelogen zu haben. Zumindest war es wohl Auslegungssache, ob sie etwas gegen die Doms hatte oder einfach zu wählerisch war. Sie wollte halt … etwas anderes.

„Ich muss mal zur Toilette“, murmelte Missi und verschwand.

„Du trägst Windeln, du Verräterin!“ Aber das hörte Missi schon nicht mehr. Außerdem wusste Alice gar nicht, ob Missi tatsächlich Windeln trug. Sie schlüpfte zwar gerne in die Rolle eines Kindes, aber nicht in die eines Babys.

„Und aufsässige Subs, die auch noch ihre Freundin schmähen, haben erst recht eine Strafe verdient. Aber vielleicht ist ein Spanking gar keine Strafe für dich. Was meinst du?“

Alice wandte sich endlich zu ihm um. Er war ihr als Sadist beschrieben worden, was sie bisher von einem Kontakt abgeschreckt hatte. Und er war von sich aus nicht auf sie zugekommen, wie schon einige andere der Doms. Sie hatte es darauf geschoben, dass er wie sie noch nicht lange Mitglied war.

Außerdem fand sie ihn nicht wirklich ansprechend. Wenn sie ihn betrachtete, suchte sie nach Fehlern. Kühl. Düster. Unzufrieden. Immer runzelte er die Stirn. Nie sah man ihn lachen. Dabei lachte sie so gerne! „Zum Glück muss ich mich aber nicht spanken lassen. Egal, ob es mir gefällt oder nicht.“

„Du weißt schon, dass Subs den Doms mit Respekt begegnen sollten? Eigentlich eine Sache der Höflichkeit, meinst du nicht?“

Er erwartete Höflichkeit? In einem Club, in dem Peitschen geschwungen wurden? „Ich dachte, ich muss nur meinem Herrn gehorchen. Wenn ich einen hätte, meine ich.“

„Das mag sein. Aber ich frage mich, welcher Dom eine Sub haben möchte, die unhöflich und respektlos ist. Hast du dich schon mal gefragt, ob es nicht eher an dir liegt, dass du keinen Herrn hast?“

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Stimmen zu Hunters Liste – Gehalten (Teil 1)
„Ein absoluter Knaller und hammermässiger Roman“ (Kindle-Kunde G.)
„Mit erhitzten Wangen sitze ich nun hier, und das ist nicht die einzige Region, die erhitzt ist, und lasse das Buch noch einmal in mir nachklingen. Ich durfte Alice gerade bei einem wahren Feuerwerk der größten Lust begleiten und das war so unglaublich WOOOW beschrieben, dass nun entweder eine kalte Dusche oder etwas gaaaanz anderes angebracht wäre …“ (Kindle-Kunde C. L.)
„Meine Empfehlung: Unbedingt lesen!“ (Kindle-Kunde B. U.)


Erzogen

Alice arbeitet Hunters Liste ab, um endlich herauszufinden, ob sie in die Welt der Dominanz und Unterwerfung gehört oder nicht.
Erziehung steht auf dem Plan. Dazu gehört es, sich in Gehorsam zu üben. Doch Alice tut sich schwer. Sie ist doch kein Hund, der auf Kommando Männchen macht!
Sir Cecil und die anderen Herren aus dem Club in Orlando, Florida geben sich Mühe mit der aufsässigen Frau, die gerne Sub sein möchte und doch nicht mit dem Herzen dabei ist.
Vielleicht schafft Hunter, was die anderen nicht erzwingen können?

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Leseprobe:

Daisy saß an einem Laptop. „Ah, da bist du ja. Ja, Alice passt zu dir.“

Alice wusste, dass sie das Kleid meinte und ihr Aussehen, aber sie konnte Daisy nur von ganzem Herzen zustimmen. „Du hast recht. Ich bin eindeutig in das Kaninchenloch ge-fallen. Und sehr gespannt, wie es weitergeht!“

Mit einem breiten Grinsen forderte Daisy Alice auf, sich zu ihr zu setzen. „Dann fungiere ich jetzt als weißes Kaninchen und führe dich durch meine Welt. Sei so lieb und berichte mir, welche Erfahrungen du bisher gemacht hast.“

Das tat Alice sehr gerne. Daisy stellte kluge Fragen und interessierte sich besonders für die Art der Fesselungen, die Jay vorgeführt hatte. „Bondage zum Schlagen. Meinst du, dass daran Interesse besteht?“

„Keine Ahnung. Bei Anfängern vielleicht. Also bei Dom-Anfängern.“

Sie kicherten wie Schulmädchen, dann entwarfen sie schnell ein Konzept für einen solchen Kurs. „Wir haben mehrere Rigger zur Verfügung, die ich fragen kann, ob sie dazu bereit sind, das zu lehren. Weißt du, wir haben inzwischen eine Unmenge an Kursen für An-fänger. Es gibt so unglaublich viele Menschen, die etwas über den Lifestyle lernen wollen. Bootblacking ist gerade voll in. Kennst du das?“

Alice schüttelte den Kopf.

„Eigentlich handelt es sich nur um Schuheputzen, so wie es früher von sehr armen Men-schen angeboten wurde. Irgendjemand hat festgestellt, dass es eine extrem unterwürfige Handlung ist, und hat es in die Community eingeführt. Jetzt wollen alle lernen, wie sie am besten Schuhe putzen.“

Okay, das klang vordergründig lustig, aber Alice erfasste schnell die Wirkung, die es haben konnte, wenn man sich darauf einließ. Sich unterwerfen, eine eigentlich unwürdige Hand-lung für einen anderen Menschen ausüben. Sie kannte Paare, bei der die Sub ihrem Herrn die Füße küsste. Nein, genau genommen wurde das häufig von Paaren gemacht, bei denen ein Mann einer Herrin diente. Warum das so war, wusste Alice nicht. Aber das Boot-blacking würde von seiner Intensität nur wenig oberhalb stehen. Zumindest in ihren Augen.

Daisy lächelte wieder. „Ich glaube, du begreifst es schon. Also weißt du doch, um was es in einer D/s‑Beziehung geht, oder?“

„Ich begreife es rational, aber ich glaube, ich habe es noch nicht emotional erfasst.“

„Weise Worte. Dafür bist du hier.“

Einige Zeit später hörten sie ein weiteres Fahrzeug in der Einfahrt. Daisy sprang auf, lief in den Flur und kniete sich mit dem Gesicht zur Tür, die Beine gespreizt, die Hände locker auf den Oberschenkeln.

Alice brauchte etwas länger, aber sie tat es dann doch Daisy gleich, nur einige Schritte hinter dieser. Sie wollte lernen, sie sollte lernen, also würde sie die Frau nachahmen und schauen, wo es sie hinführte.

Das Knien machte etwas, verstärkte das Gefühl, das das Kleid und die nackten Füße aus-gelöst hatten. Nicht das ‚ich‑bin‑in‑Ferien‘‑Gefühl, sondern ein Anflug von Unterwerfung. Immerhin bot sie sich einem Mann an, sorgte dafür, dass er leichten Zugriff hatte, zeigte ihm ihre Willigkeit.

Wie es sich erst anfühlen würde, wenn sie das für einen Mann tat, den sie tatsächlich respektierte, den sie sogar liebte? Anders, das war sicher. Master Cecil musste sich ihren Respekt erst verdienen, bisher fühlte es sich an wie ein Spiel, eine Übereinkunft, so wie die Höflichkeit einem neuen Vorgesetzten gegenüber.

Der Mann betrat das Haus. Alice traute sich nicht, ihn anzuschauen, sie musste sich auf Daisys Einschätzung verlassen, dass es sich um ihren Master handelte.

Er begrüßte seine Sklavin mit einem Kuss, außerdem hörte Alice ein Quietschen, dann ein Lachen und zuletzt Stöhnen.

„Wie verhält sie sich?“, fragte Cecil.

Alice spannte alle Muskeln an. Würde Daisy Alices Vorverurteilung ansprechen? Sie hatte sie ja nicht ausgesprochen. Das schien auch Daisy so zu sehen. „Sie passt sich an. Sie wird es lernen, wir müssen Geduld mit ihr haben. Bei unserem Gespräch kam eine neue Idee für einen Kurs auf, die wir gemeinsam ausgearbeitet haben.“

„Gut. Dann wird sich die Strafe nur auf das eine Vergehen beschränken.“

Die Strafe! Fuck, die hatte Alice erfolgreich verdrängt.

Er kam näher, stellte sich so nah vor sie, dass seine Schuhspitzen an ihre Schenkel stießen. Ein leichtes Rucken machte klar, was er wollte. Sie sollte die Beine weiter spreizen. Bis er sich zufriedengab, spürte sie Zug in ihren Muskeln.

Eine Hand legte sich unter ihr Kinn und hob es an, bis sie ihm in die Augen schaute. Alice wurde das Gefühl nicht los, dass sie auf Haut und Nieren geprüft wurde. „Hast du Daisys Anweisungen befolgt?“

„Ja, Sir.“

„Magst du Schmerzen?“

„Ich bin nicht sicher, Sir. Manche schon.“

„Bist du demütig, kleine Alice?“

„Nicht genug, Sir.“

Seine Augen verrieten die Genugtuung, die ihre Worte in ihm auslösten. Es tat gut, ehrlich zu sein. Nur die Folgen konnte sie nicht abschätzen.

„Dann werden wir damit beginnen. Daisy, hol das Essen aus dem Auto. Alice, auf allen vieren in die Küche und neben meinem Platz auf die Knie.“

Sie hasste das Krabbeln schon nach zwei Metern. Das Haus der beiden war gefliest, die kühlen Fliesen fühlten sich zwar angenehm unter Fußsohlen an, aber grausam unter Knien.

Welchen Platz der Master bevorzugte, war schnell klar. Ein einziger Stuhl mit Lehne und Armstützen, angenehm gepolstert, die anderen nackte Holzstühle. Okay, sie ahnte, dass es kaum machbar war, Polster sauber zu halten, wenn ständig nackte Pussys darauf saßen. Die Holzfläche war leicht zu reinigen. Diesmal streckte sie die Schenkel selbst in den gewünschten Winkel.

Der Duft nach chinesischem Essen durchdrang die Küche. Cecil setzte sich auf seinen Platz, dann rückte er den Stuhl zurecht, bis ein Stuhlbein zwischen Alices Schenkeln stand und er massiv über ihr thronte. Oh, oh.

Daisy ließ sich zu Cecils anderer Seite nieder. Alice traute sich nicht, zu ihr herüberzu-schauen, sie wollte gegen keine Regeln verstoßen.

Geräusche von klappernden Essstäbchen, von Saucentiegeln, die geöffnet wurden, von aufreißenden Verpackungen.

„Mund auf, Alice.“

Sie schaute nach oben, in Master Cecils Gesicht, dann auf seine Hand, in der er Stäbchen hielt. Darin ein Dumpling. Sie schluckte schwer, dann erinnerte sie sich an die Lektion, die sie lernen wollte, und öffnete den Mund.

Von dem Geschmack nahm sie nichts wahr, weil sie jede Sekunde die Bedeutung dieser Geste durchkaute. Er gab ihr Essen. Sie durfte nicht selbst essen. Er war für ihr Wohl-ergehen verantwortlich. Für ihr Leben. Für ihre Ernährung. Sie musste sich ihm überlas-sen, wenn sie essen wollte, wenn sie leben wollte.

Sollte sie die Nahrung verweigern? Wollte sie das? Nein. Es ging doch nur um Essen, versuchte sie ihre aufgewühlten Emotionen zu beruhigen. Nur um Nahrung. Nicht um deinen Körper. Aber doch, genau darum geht es. Er hat die Herrschaft übernommen und du hast nur die Wahl zwischen akzeptieren und aufstehen und gehen.

Das Letzte wollte sie nicht. Aber ihr Leben in die Hand eines Mannes legen, den sie nicht einmal kannte? Hunter kannte ihn, das hatte er ihr verraten. Sie waren befreundet. Ge-nügte das als Empfehlung? Daisy vertraute ihm. Ein tiefes, unerschütterliches Vertrauen, wie sie glaubte.

Aber trotzdem …

Sie öffnete den Mund, als der nächste Happen kam. Und dann für jeden weiteren. Sie wurde von ihm gefüttert, bis sie satt war. Sie brauchte es nicht zu sagen, er erkannte es von selbst. Vielleicht hatte er ihre Körpergröße mit dem Grundumsatz einer landläufigen Sklavin multipliziert, ihren Wunsch-BMI als Faktor mit einbezogen und die Körbchen-größe hinzugerechnet, um die Kalorienzahl zu ermitteln. Wusste sie das? Nein.

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Ein Taschenbuch wird erst erscheinen, wenn drei Teile veröffentlicht sind.