Über mich

Ich lebe in einer normalen Beziehung. Ich lebe BDSM. Wie passt das zusammen?

Ich bin eine ganz normale Frau. Ich bin verheiratet. Ich habe Kinder. Ich gehe einkaufen, arbeiten, in Kneipen, ins Kino, zum Arzt, spazieren. Ich trage kein Halsband. Ich zeige keine äußerlichen Anzeichen für meine sexuellen Neigungen. Warum?

Weil ich normal bin. Nur in einer einzigen, nicht meinen gesamten Alltag bestimmenden Sache nicht. Zumindest übe ich in dieser Beziehung nicht die laut Umfragen üblichen oder weitverbreiteten Praktiken aus.

Diese Entscheidung muss jeder Mensch für sich treffen. Ich möchte mich nicht »outen«. Ich möchte nicht »geoutet« werden. Ich möchte das tun, was mir Spaß macht, ohne es einem anderen aufzudrängen.

Trotzdem wünsche ich mir Toleranz. Nicht nur in Bezug auf meine Ausrichtung, sondern auch auf die Millionen anderer, die eigene Vorstellungen von ihrer Lebensweise haben, die Halsband tragen, sich an einer Leine führen lassen oder ihre Striemen offen zeigen wollen. Wenn es so weit ist, dass diese Toleranz eine Selbstverständlichkeit geworden ist, werde ich vielleicht einen kurzen Rock tragen, um die Zeichen auf meinen Oberschenkeln allen sichtbar zu machen.

Oder auch nicht.

 

PS: Das bin nicht ich. Von mir gibt es keine solchen Bilder. Wird es auch nie geben. Ich suche nämlich keinen neuen Partner. Ich habe einen.

 

8 Responses to Über mich

  1. Wilczura Gisela sagt:

    Da mich solche Dinge immer abgestossen haben, weil ich diese Menschen einfach nicht begreifen konnte, bzw. das, was sie tun, will ich jetzt doch einmal etwas darüber lesen, damit ich meine Toleranz in dieser Hinsicht entwickeln möchte. Ich bin mit einem homosexuellen Mann verheiratet (hat sich während der Ehe gezeigt) und habe schon sehr viel Toleranz. Mal sehen, wie sich das Lesen bei mir toleranzmäßig auswirkt. Es hat mich bestärkt, als ich das „Über mich“ von dir gelesen habe. Danke für deine Offenheit.
    Alles Liebe
    Gisela

    • margauxnavara sagt:

      Liebe Gisela,
      ob dann allerdings meine Romane für dich das Richtige sind, wage ich zu bezweifeln. Sie sind für Anfänger vielleicht recht heftig und könnten dich eher erschrecken. Aber gut, versuch es. Toleranz kann nie schaden!
      Wichtig ist in diesem Zusammenhang: BDSMler tun niemandem etwas, der das nicht will! Wir schlagen keine Menschen einfach so. Deshalb sind wir nicht schlechter und natürlich auch nicht besser als andere Menschen, auf keinen Fall aber sind wir abstoßend.
      Viel Glück auf deinem Weg zu mehr Toleranz
      Margaux

      • Wilczura Gisela sagt:

        Danke für deine Antwort Margaux – ich werde es mir mal überlegen 🙂
        ich will ja nicht mit der Praxis anfangen. Bin nur etwas neugierig, um diese Menschen besser verstehen zu können und diesem Thema etwas toleranter gegenüberzustehen.
        Alles Liebe
        Gisela

  2. Marie sagt:

    Liebe Margaux,

    ich lebe kein BDSM – ich mag Blümchensex. Dennoch finde ich Deine Bücher toll! Ich hab schon so viele davon gelesen – und ich finde sie absolut nicht abschreckend! Sie gehen für mich nie über das für mich erträgliche Maaß hinaus sondern sind spannend und machen Lust – auch auf Blümchensex ;-D.

    Bitte schreib so weiter!

    • margauxnavara sagt:

      Liebe Marie,
      das ist so lieb, dass du das schreibst! Lust sollen sie machen, das ist mein Ziel!
      Vielen Dank, liebe Marie. Ich werde weiter schreiben. Mit viel Elan und einem glücklichen Lächeln auf dem Gesicht nach diesem Lob …

  3. margauxnavara sagt:

    Danke Kai! Freut mich zu hören!

  4. Namtar sagt:

    Hallo liebe Magaux!

    Ich nenne mich Namtar.
    Vorweg: Wir sind über den Joyclub auf Dich und Deinen Blog gekommen.
    Du hast einen wunderbaren Schreibstil. Meine Liebste, die Holde von uns (nennen wir sie Vincinette) ist begeistert und meine Liebste wird sich sicherlich in näherer Zukunft Deinen Büchern näher zuwenden.
    Wir sind beide am Anfang unserer 50er.
    Ich habe meine ersten Gehversuche im BDSM vor ca. 30 Jahren unternommen. Ich kenne beide Seiten und fühle mich als Bottom nicht wohl. Ich bin weder devot noch submissiv noch masochistisch. Meine Liebste ist am ehesten devot und nur wenig masochistisch. Soviel zu uns. BDSM ist für uns ein „Nice to have“, eine Ergänzung und nicht mehr.
    Du schreibst, Du seist „normal“. Und Du verwendest den Begriff „Toleranz“.
    Und da wird es brenzlig. Wir gehören hier einem lockeren Netzwerk von BDSMlern an, die sich alle als „normal“ und „tolerant“ bezeichnen. In der Praxis hat sich leider herausgestellt, daß BDSMler dazu neigen, Toleranz für genau das einzufordern, was sie selber toleriert wissen wollen. Danach wird es dann schnell dunkel. Vincinette und ich haben festgestellt, daß abweichende und nicht kompatible Meinungen ganz schnell in der Intoleranz-Schublade landen.
    Und leider mußten wir festellen, daß speziell die BDSMler in unserem Umfeld ihre Meinungen, Haltungen und Ansichten sehr schnell und mit großer Beliebigkeit ändern. Das entspricht nicht unseren Vorstellungen.

    Wenn ein Ball heute blau ist und morgen rot und übermorgen ein Würfel, dann irritiert uns das. Wenn ein homosexuelles Pärchen auf offener Straße Händchen hält und knutscht, dann ist das das Eine und uns egal. Wenn dieses Pärchen auf uns zugeht und uns ein Gespräch aufzwingt, in dem man uns mitteilen will, was man hinter verschlossenen Türen so macht, dann betrachten wir das als übergriffig. Normal?
    Und wir kennen BDSMler, die nur allzu gerne die Toleranzkeule auspacken, wenn man ihm oder ihr nicht das erzählt, was gehört werden will. Normal?
    Das kennen wir von unseren Vanilla-Freunden nicht. Vielleicht ist es schon das nahende Alter, vielleicht ist es das WWW, vielleicht ist es ein Sittenverfall. Wir wissen es nicht.
    Wir können uns an gemütlichere Miteinander mit Gleichgesinnten erinnern.
    Wie auch immer.
    Jüngere BDSMlerinnen, die mit Anfang 20 plötzlich irgendeine angeblich in ihnen schlummernde dominante Ader entdecken, unbedingt als irgendeine „Herrin“ wahrgenommen werden wollen, sich komplett daneben benehmen, sich komplett lächerlich machen und dann unter großem Gelächter abziehen, können am Stammtisch für einen gewissen Unterhaltungswert sorgen. Genau das hatten wir vergangenes Wochendende und das war irgendwie ungemütlich. Normal?

    Wenn wir vor einem Zielkonflikt zwischen sog. Toleranz und Meinungsfreiheit stehen, dann entscheiden wir uns für die Meinungsfreiheit. Es gibt unter BDSMlern sonst zu viele Beliebigkeiten.

    Vincinette hat Deine Bücher entdeckt und sie hat mir zugesagt, Dir eine Rückmeldung zu geben.
    Wir dürfen gespannt sein.

    Eine schöne Vorweihnachtszeit wünschen
    Vincinette und Namtar

    • margauxnavara sagt:

      Lieber Namtar,
      tja, es gibt in allen Gruppen Menschen, die andere nicht tolerieren oder ihre eigene Meinung für die einzig richtige halten. Gerade im BDSM ist es ja so, dass dieser Oberbegriff ja so viele Varianten überdeckt, dass es kaum möglich ist, diese Menschen als homogene Gruppe zu umfassen.
      Gerade von Stammtischen wurden mir sehr unterschiedliche Stimmen berichtet, es gibt unglaublich tolerante und freundliche Gruppen und es gibt andere, von denen man genau das Gegenteil hört.
      Auf eine Rückmeldung bin ich gespannt.
      Auch euch eine gute Zeit
      Margaux

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