Über mich

Ich lebe in einer normalen Beziehung. Ich lebe BDSM. Wie passt das zusammen?

Ich bin eine ganz normale Frau. Ich bin verheiratet. Ich habe Kinder. Ich gehe einkaufen, arbeiten, in Kneipen, ins Kino, zum Arzt, spazieren. Ich trage kein Halsband. Ich zeige keine äußerlichen Anzeichen für meine sexuellen Neigungen. Warum?

Weil ich normal bin. Nur in einer einzigen, nicht meinen gesamten Alltag bestimmenden Sache nicht. Zumindest übe ich in dieser Beziehung nicht die laut Umfragen üblichen oder weitverbreiteten Praktiken aus.

Diese Entscheidung muss jeder Mensch für sich treffen. Ich möchte mich nicht »outen«. Ich möchte nicht »geoutet« werden. Ich möchte das tun, was mir Spaß macht, ohne es einem anderen aufzudrängen.

Trotzdem wünsche ich mir Toleranz. Nicht nur in Bezug auf meine Ausrichtung, sondern auch auf die Millionen anderer, die eigene Vorstellungen von ihrer Lebensweise haben, die Halsband tragen, sich an einer Leine führen lassen oder ihre Striemen offen zeigen wollen. Wenn es so weit ist, dass diese Toleranz eine Selbstverständlichkeit geworden ist, werde ich vielleicht einen kurzen Rock tragen, um die Zeichen auf meinen Oberschenkeln allen sichtbar zu machen.

Oder auch nicht.

 

PS: Das bin nicht ich. Von mir gibt es keine solchen Bilder. Wird es auch nie geben. Ich suche nämlich keinen neuen Partner. Ich habe einen.

 

7 Kommentare zu Über mich

  1. Wilczura Gisela sagt:

    Da mich solche Dinge immer abgestossen haben, weil ich diese Menschen einfach nicht begreifen konnte, bzw. das, was sie tun, will ich jetzt doch einmal etwas darüber lesen, damit ich meine Toleranz in dieser Hinsicht entwickeln möchte. Ich bin mit einem homosexuellen Mann verheiratet (hat sich während der Ehe gezeigt) und habe schon sehr viel Toleranz. Mal sehen, wie sich das Lesen bei mir toleranzmäßig auswirkt. Es hat mich bestärkt, als ich das „Über mich“ von dir gelesen habe. Danke für deine Offenheit.
    Alles Liebe
    Gisela

    • margauxnavara sagt:

      Liebe Gisela,
      ob dann allerdings meine Romane für dich das Richtige sind, wage ich zu bezweifeln. Sie sind für Anfänger vielleicht recht heftig und könnten dich eher erschrecken. Aber gut, versuch es. Toleranz kann nie schaden!
      Wichtig ist in diesem Zusammenhang: BDSMler tun niemandem etwas, der das nicht will! Wir schlagen keine Menschen einfach so. Deshalb sind wir nicht schlechter und natürlich auch nicht besser als andere Menschen, auf keinen Fall aber sind wir abstoßend.
      Viel Glück auf deinem Weg zu mehr Toleranz
      Margaux

      • Wilczura Gisela sagt:

        Danke für deine Antwort Margaux – ich werde es mir mal überlegen 🙂
        ich will ja nicht mit der Praxis anfangen. Bin nur etwas neugierig, um diese Menschen besser verstehen zu können und diesem Thema etwas toleranter gegenüberzustehen.
        Alles Liebe
        Gisela

  2. Marie sagt:

    Liebe Margaux,

    ich lebe kein BDSM – ich mag Blümchensex. Dennoch finde ich Deine Bücher toll! Ich hab schon so viele davon gelesen – und ich finde sie absolut nicht abschreckend! Sie gehen für mich nie über das für mich erträgliche Maaß hinaus sondern sind spannend und machen Lust – auch auf Blümchensex ;-D.

    Bitte schreib so weiter!

    • margauxnavara sagt:

      Liebe Marie,
      das ist so lieb, dass du das schreibst! Lust sollen sie machen, das ist mein Ziel!
      Vielen Dank, liebe Marie. Ich werde weiter schreiben. Mit viel Elan und einem glücklichen Lächeln auf dem Gesicht nach diesem Lob …

  3. Kai sagt:

    Diese Hörprobe ist wunderschön. Toll geschreiben und sehr schön gesprochen. Ich habe wohl eine neue Lesequelle gefunden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.