Weihnachen en famille

Heute mal etwas weihnachtlich zartes …


Weihnachten ist genau geplant.
Da wir keine Kinder haben, sind wir zu nichts verpflichtet. Na ja, außer natürlich, unsere Eltern zu besuchen. Bei beiden Eltern gibt es aber genug Enkel, so dass wir nicht unbedingt an Heiligabend vorbeikommen müssen. Wir lassen also unseren Geschwistern mit Nichten und Neffen den Vortritt und kommen irgendwann nach Weihnachten zum Kaffee vorbei. Angenehm. Zumindest für uns.
„Schwesterherz, wir haben uns entschlossen, dieses Jahr über Weihnachten in Urlaub zu fahren. Ohne Kinder“, erklärt mir meine Schwester Tina am Telefon.
„Schön für euch!“ Die beiden Jungs, 15 und 17, sind aber auch anstrengend. Und brauchen wahrhaftig nicht ständig Mama und Papa um sich. Im Gegenteil.
Mein Mann kommt eine halbe Stunde, nachdem das Gespräch beendet ist. „Harry hat mir geschrieben. Elise muss in Reha wegen ihrer Hüfte. Er besucht sie über Weihnachten, damit sie nicht so alleine ist. Die Kinder gehen über Weihnachten zu meinen Eltern.“
„Witzig, meine Eltern müssen dieses Jahr auch Kinder betreuen.“ Ich erzähle ihm, dass meine Schwester die beiden Jungs natürlich nicht an Weihnachten alleine zuhause haben will, sondern sie zu meinen Eltern schickt.
Anne, meine andere Schwester ruft zwei Tage später an. „Wenn Mama und Papa die beiden Jungs betreuen können, dann darf ich auch meine Minimaus zu ihnen schicken. Wir fliegen in die Karibik.“ Ehrlich gesagt stört mich ihre Art, immer alles aufrechnen zu müssen, schon, aber ich bin ja nicht betroffen. Meine Eltern müssten sich wehren, mir kann es ja egal sein. Und Minimaus ist inzwischen 18, also nicht gerade mini. Aber auch da mische ich mich nicht ein. Minimaus wird das sicher irgendwann selbst in die Hand nehmen.
Zum Glück hat mein Mann nur den einen Bruder. Das bedeutet, dass seine Eltern zumindest keine weiteren Kinder mehr aufgehalst bekommen können. Die beiden sind 12 und 14, ein Junge und ein Mädchen. Nette Kinder, zumindest solange die Hormone nicht zuschlagen oder Daisy nicht auf dumme Ideen kommt.
Wir kaufen zwei Tage vor Weihnachten ein, solange es noch ruhig ist. Wir müssen ja nicht bis zum letzten Moment warten und uns in den Trubel stürzen. Steaks und Gemüse, etwas Paté. Wein und Champagner haben wir genug zuhause. Die Geschenke sind längst gekauft, auch die für die Geschwister, Schwager und Schwägerinnen und die Nichten und Neffen. Ach ja, und die für die Großeltern natürlich auch. Die stehen alle in einer großen Kiste im Keller, da wir sie erst nach Weihnachten verteilen, wie in den Jahren zuvor auch. Das haben wir schon gemacht, als die Kindern noch klein waren, weil sie sonst unter all den Geschenken erstickt wären.
Meine Geschenke für meinen Mann sind schon längst verpackt. Wir brauchen sie nicht zu kennzeichnen, wir sind ja alleine. Ich weiß genau, was wo drin ist. Eine neue Gerte, nachdem bei der alten der Griff durch Schweiß oder andere Körpersäfte gelitten hat. Ein aufblasbarer Plug, den ich schon lange testen wollte. Ein Paar Klemmen, die mehr als Schmuck gedacht sind. Sie werden einfach um den Nippel festgeklemmt, und ich schätze, sie werden mich schmücken, was meinem Mann als Geschenk ausreicht. Weiterlesen

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BDSM macht glücklich und gesund!

Ha!

Da ist er, der Beweis! Na ja, es ist nicht wirklich bewiesen, aber immerhin in einer repräsentativen Studie erforscht.

Dabei kam heraus „… dass Menschen die im Schlafzimmer BDSM-Praktiken ausleben, mental stabiler, gesünder und in ihrer Beziehung glücklicher sind als Menschen, die „normalen Sex“ bevorzugen.“

Ich habe es doch geahnt!

Das Ergebnis findet ihr hier: https://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/psychologie/fesselspiele-im-bett-machen-gluecklich-und-gesund-13371875 (deutsche Zusammenfassung) und in diesem englischen Beitrag  https://www.livescience.com/34832-bdsm-healthy-psychology.html 

Immerhin spricht man sich dafür aus, BDSM nicht mehr als psychische Störung anzusehen. Nett ist da der letzte Satz im Bericht von livescience.com: „… the new findings suggest BDSM is better seen as a lifestyle choice, if a slightly strange one.“ (Frei übersetzt: … die neuen Ergebnisse deuten darauf hin, dass man BDSM eher als Lebensstil einschätzen sollte, wenn auch ein etwas seltsamer.“

Echt jetzt? Ich fühle mich gar nicht so seltsam. Und auf keinen Fall instabil.

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SM-Blogparade: Kommunikation und social media

„Wir hatten früher ja nichts.“

Virginia verdrehte ihre Augen, wie sie es zuletzt als 14-jährige getan hatte. Erst nach einer kompletten Umdrehung fiel ihr auf, dass Granny gar nicht weitergesprochen hatte. Jetzt entdeckte sie das Zwinkern in den Augen ihrer Großmutter.

Als fühlte Granny sich ertappt, schaute sie auf die Augenmaske, die sie schon seit einer Weile in den Händen drehte. Die Maske, die Virginia ihr bei ihrer Ankunft als Weihnachtsgeschenk übergeben hatte. Die mit der Aufschrift ‚Be naughty‘. Alleine bei dem Anblick fing Virginias Herz an zu pochen. Sie hatte sich auch eine Maske gekauft. ‚Yes, Sir!‘ stand darauf. Die hatte sie getragen, als Daniel …

„Wir hatten kein Internet, und schon gar kein Twitter oder Facebook und wie das alles heißt.“

„Granny, tu nicht so, als wüsstest du nicht, was das ist. Ich kenne deinen Instagram-Account.“

„Heute weiß ich es. Aber damals nicht.“ Sie seufzte leise, dann legte sie die Maske flach auf den Tisch und bedeckte sie mit beiden Händen. Das Alter sah man Granny nur an diesen Händen an, und das nur wegen der Arthrose, die Grannys Knöchel verformt hatte. Im Winter musste sie Schmerzen haben, ahnte Virginia. Granny würde sich nie deswegen beschweren, sie war tough und verdammt fit.

„Was hättest du denn anders gemacht, wenn du Internet und Facebook gehabt hättest?“ Weiterlesen

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Betriebsprüfung

„So, so. Sie schreiben also Erotik?“
„Ähm, ja.“ Warum genau fühle ich mich ertappt? So ein Blödsinn! Dem Kerl sollte es ganz egal sein, womit ich mein Geld verdiene. Er soll nur meine Buchhaltung prüfen. Also richte ich mich auf, mache mich ungefähr zehn Zentimeter größer und schaue ihm in die Augen. Blaue Augen. Ein wenig stechend, aber das kann auch von der nach oben gezogenen Augenbraue kommen. Oder von der Nase, lang und herrisch, die meinen Blick auf sich lenkt. Wie die Nase … Oh Gott, ich kann das Kichern, das in mir aufsteigt, kaum zurückhalten.
„Ja, ich schreibe Erotik. Sogar richtig harte. Fast schon Porno“, sage ich aufgesetzt mutig und halte den Gedanken von eben fest. Ich bin Autorin, also kann ich ihn in eine Geschichte einbauen. In einen Porno natürlich. Der Finanzbeamte und die Schreiberin. In meinem Kopf lehnt er sich zurück, breitbeinig, und legt eine Hand auf seinen geschwollenen Schwanz, der die Hose ausbeult.
„Hart? Was verstehen Sie unter hart?“ Weiterlesen

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BDSM-Spielzeug-Dienstag – Hand- und Fußfesseln

Diese Sorte Fesseln sind vermutlich die gängigsten. Sie sind so vielfältig einsetzbar, dass mir vermutlich nicht alles einfällt, was man damit machen kann. Zum Beispiel einfach die Hände vor oder hinter dem Körper aneinander ketten. Oder ans Bett, an Halterungen an Wand oder Decke. Hände an Füße. Auf dem Rücken liegend ist sub damit offen, auf dem Bauch liegend ergibt sich ein Hogtie, der sub (fast) bewegungslos macht. Für alle Änderungen muss man nur den Karabinerhaken lösen und neu fixieren.

Unsere hier sind aus Leder, was für uns selbstverständlich ist, wobei es auch da große Unterschiede gibt. Achtet darauf, dass sie nicht zu hart sind, sondern sich gut biegen lassen. Außerdem ist es wichtig, wie dick oder schmal eure Hand- und Fußgelenke sind. Kauft man ein Paket mit vier Stück, sind darin üblicherweise zwei kürzere und zwei längere Fesseln enthalten, aber das muss nicht für jeden passen.

Genauso wichtig sind die Ösen daran. Ich habe schon welche gesehen mit Spielzeug-Kettchen dazwischen. Bitte denkt daran, dass diese dann eben auch Spielzeug sind, also keinen wirklichen Zug aushalten. Und ihr glaubt gar nicht, wie viel Kraft eine Frau entwickeln kann, wenn sie sich aufbäumt oder gegen etwas sträubt. Dabei sind Fesseln gerade bei jemandem, der sich gerne sträubt, so praktisch …

Nein, im Ernst: Sie verhindern tatsächlich auch, dass man sich Hände am Bettgestell anschlägt oder dem Partner einen Hieb versetzt, nur weil man in manchen Situationen eben extrem zuckt. Also, wenn ihr euch damit fesselt, dann benutzt stabiles Werkzeug. Die Karabiner hat mein Mann im Baumarkt gekauft, weil dort dabeisteht, wie viele Kilogramm Belastung die aushalten. Für eine Frau von 70 kg reichen z.B. keine Karabiner mit nur 60 kg Tragkraft, wenn ihr sie mal benutzt, um die Arme über Kopf zu befestigen. Ihr müsst einfach damit rechnen, dass sie sich mal hängen lässt oder die Beine unter ihr nachgeben, dann wäre es ziemlich heftig, wenn sie einfach auf dem Boden aufschlägt. Ein kräftiger Ruck erzeugt auch höhere Kräfte als ein reines Hängen.

Was mich zu einem Thema bringt, das mir sehr am Herzen liegt. Sicherheit. Und ich meine hier nicht Kondome oder einer Freundin sagen, mit wem man sich wo trifft. Noch nicht einmal der Punkt, dass man Seile nicht um den Hals binden soll.

Sondern Sicherheit aus technischer Sicht. Mein Mann bastelt auch mal gerne was zuhause zusammen, aber er ist extrem vorsichtig. Ob alle so sind? Glaube ich nicht.

Wenn ihr also irgendwo einen Haken anbringt, dann testet den auch richtig. Nicht mit einem kleinen Finger, wenn hinterher eine Frau von 100 kg dranhängt. Verwendet keine Dübel in Rigips-Platten, bei denen dann der Dübel zwar hält, aber dafür die Platte komplett runterkracht. Kauft euch ein stabiles Bett, wenn es mal wilder werden soll, keines, das nur von drei Schrauben gehalten wird. Nutzt nicht die Lampenhalterung, um daran Schwünge zu üben. Verwendet echte Handschellen nur, wenn sie entweder eine Schnell-Öffnung erlauben oder der Schlüssel auch tatsächlich da liegt, wo er sein soll und nicht irgendwo unterm Bett im Staub von mehreren Jahren.

Und solltet ihr die Rollen auch mal wechseln, gilt das alles doppelt, denn die meisten Männer sind entweder schwerer oder haben einfach mehr Kraft in ihren gestählten Körpern. *grins*

In diesem Sinne: Lasst euch fesseln, aber tut euch nicht weh. Oder zumindest nur da, wo es wehtun soll 😉

Eure

Margaux


Zum Lust machen hier noch ein Ausschnitt aus der Story „Cocktailbar“ aus dem Club Cuffs and Whips:

Ich wähle lederne Hand- und Fußfesseln, auch ein Halsband mit Ösen und verschiedene Lederbänder unterschiedlicher Längen. Eine Handbewegung weist sie zum Bondagenetz, eine etwa zwei mal zwei Meter große Stahlkonstruktion, die frei im Raum steht. Einer der Gründe, weswegen ich diesen speziellen Raum sehr mag.

Ich fackle nicht lange. Während sie sich noch umschaut, presse ich sie mit einer Hand vorwärts an das Netz und fixiere als Erstes ihren Hals. Das geschieht so schnell, dass ihr kaum Zeit zum Begreifen bleibt, geschweige denn zum Protestieren. Das Halsband schließt mit Klettverschluss und ich habe schon einen Karabinerhaken befestigt, den ich nun an der stählernen Stange vor ihr einhake. Sie steht fest an das Netz gepresst, das Gesicht beinahe hindurchgesteckt, und kann sich nicht mehr rühren.

„Das ist zu eng, ich werde ja gequetscht! Sollte ein Dom nicht besser aufpassen? Das tut weh! Und außerdem – wie soll das denn funktionieren? Du kommst ja gar nicht an mich ran!“

Das kleine Biest gibt keine Ruhe. Ich aber bin die Selbstbeherrschung in Person. Sie kann mich nicht von meinem Pfad abbringen. Ich werde schon dafür sorgen, dass ich gut an sie rankomme.

Ich schaue zuerst, ob ihre Brüste auf der anderen Seite frei zugänglich sind. Sie muss ein paar Zentimeter zur Seite, dann hat sie eine senkrechte Stange direkt zwischen den Brüsten, die beiden Prachtstücke aber werden nicht behindert. Zwei weitere Lederbänder um die Oberarme, und schon steht sie mit erhobenen Händen am Netz. Natürlich habe ich auch noch Bänder für ihre Beine, so weit wie möglich gespreizt steht sie da. Ein bisschen wie Spiderman in seinem Netz, nur ohne Anzug und Maske.

Nun hole ich mir einen der beweglichen Tische bei und stelle ihn so auf, dass sie sehen kann, was ich dort auslege. Der Stoff des Gläsertuchs offenbart meine Mitbringsel und ich ordne sie an wie eine Krankenschwester das OP-Besteck.

Ein Caipirinha-Stößel mit Metallgriff. Eine hölzerne Zitronenpresse, handgroß, mit Rippen zum Ablaufen des Safts. Mehrere Plastik-Cocktailspieße. Eine Eiswürfelzange aus Edelstahl. Einen Zestenreißer. Dazu Gummibänder, genauer Haarbänder.

Erst als alles arrangiert ist, schaue ich sie an. Sie hat kein Wort gesagt bisher, aber ihre Augen sind groß wie die von nachtaktiven Koboldmakis. Ach, hat es meiner Kleinen die Sprache verschlagen?

Doch dann schluckt sie und ich sehe die Aufmüpfigkeit in ihr hochkommen wie Gasbläschen im Sprudel.

„Was soll das denn werden? Willst du mir einen Cocktail mixen? Dafür hätten wir auch an der Bar bleiben können, dann hättest du das ganze Zeug nicht herschleppen müssen!“

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