Secret Night in Dortmund – BDSM für Anfänger

Heute habe ich mir Martin ausgesucht, um meine Fragen zu beantworten. Martin ist Teil des Teams, das unter anderem die Secret Night ausrichtet, einer BDSM-Veranstaltung mit Zielgruppe Anfänger in Dortmund. Die Adressen, über die man sich anmelden kann und weitere Infos erhält, findet ihr am Ende.

Martin, auf der Seite im Joyclub, auf der man sich auch anmelden kann, steht zunächst einmal, dass es sich um eine „private Veranstaltung für jedermann“ handelt. Das klingt für mich nach einem Widerspruch. Was ist es denn nun, privat oder für alle?

Das ist ein rechtliches Konstrukt, welches notwendig ist, um mit der Sexsteuer in Dortmund zurecht zu kommen. Ich miete das Jumbocenter an und bin rechtlich der Veranstalter. Prinzipiell kann ich eben bei der Anmeldung aussortieren, wen ich auf meiner Party haben will. Das macht es zu einer privaten Party. Tatsächlich geht es nicht wirklich darum Millionen damit zu machen. Es soll die Kosten decken und das tut es über das Jahresmittel.

Was mich gleich anspricht, ist natürlich der Hinweis auf Spielgerüste. Wie sind die Räume ausgestattet?

Wir haben ein großes Zimmer, welches je nach Lust und Laune des Veranstalters jedes mal neu arrangiert wird. Im unteren Bereich gibt es kleine Bereiche, mit diversen Spielmöglichkeiten. Es existiert eben keine ausgeprägte Spiellandschaft mit festen Möglichkeiten. Das macht es für Anfänger leicht einfach mal das eine oder andere auszuprobieren.

Ein Besucher beklagt, dass es an den Spielgeräten recht eng zugeht. Ist das so? Auf den Fotos sieht alles sehr geräumig aus. Wie viele Menschen dürfen denn überhaupt kommen?

Anfang 2018 waren es fast 50 Menschen, als ich meinen ersten „O“-Abend (als Workshop) veranstaltete. Das ist sicher auch das feuerpolizeiliche Maximum an Menschen.

In dem Text steht außerdem, dass zwar Anfänger erwünscht sind, aber auch viele schon seit 15 Jahren treu sind. Kommen also immer die Gleichen oder gibt es Abwechslung? Gerade für Anfänger ist es ein komisches Gefühl, zu einer Party zu gehen, bei der sich alle zu kennen scheinen.

Das ist doch bei jeder Party so. Es gibt Stammgäste, die sich bei uns wohlfühlen und immer erscheinen und von denen wir auch wissen, dass sie auch gar nicht woanders sein wollen. Wir machen mit allen Neulingen Rundgänge und zeigen ihnen alles. Natürlich hat auch jeder die Möglichkeit mich anzuschreiben und Fragen zu klären. Passiert leider viel zu selten.

Was macht ihr, wenn blutige Anfänger kommen? Gibt es jemanden, der sich um sie kümmert und die Spielgeräte erklärt oder Sicherheitshinweise gibt?

Wir bitten unsere Gäste bereits am Empfang mitzuteilen, wie der Status ist. Dann werden sie persönlich von mir durch die Räume begleitet. Es gibt aber auch hier die Möglichkeit mich vorab anzusprechen, damit ich auch wirklich Zeit dazu habe. Passiert leider auch viel zu selten.

Was macht ihr, wenn sich jemand völlig daneben benimmt, z.B. seine sub schlägt und schlägt, obwohl sie schon längst ihr Safeword gesagt hat (einfach mal als Beispiel)? Ist so etwas schon passiert?

Ist noch nicht vorgekommen. Gerade unsere Stammgäste sind irgendwie auch Teil des Teams und geben auf solche Dinge auch acht. Da würde uns nichts durch die Lappen gehen.

Überhaupt, erzähl doch mal ein bisschen aus dem Nähkästchen. Was geht gar nicht? Was hast du schon erlebt?

Bis auf aktive Prostitution, die natürlich komplett untersagt ist, kann jeder bei uns alles machen, was er/sie möchte. Zum Beispiel hat es schon mal eine Feminisierung gegeben, in welcher ein Mann seinen Sub in 1,5 Stunden Schrittweise von Mann zur Frau transformierte (natürlich nicht mit Nadel und Faden!). Da war Stille im Raum und es war extrem erotisch. Vor allem der Blick des Sub wie er sichtbar mit jeder Maßnahme seines Herrn entspannte.

Sehr ansprechend klingt auch der Satz: „Zur Entspannung laden wir auf die Dachterrasse, ins Schwimmbad oder den Whirlpool, aber auch in die Sauna inklusive Hamam ein.“ Gibt es hier Abgrenzungen, dass in diesen Bereich nicht gespielt werden darf oder darf ich endlich das in der Sauna tun, was ich sonst nie tun darf?

Im Barbereich selber ist Spielen nur ausnahmsweise erlaubt. Nämlich dann, wenn nicht mehr gegessen wird. Eine Ausnahme findet zB am 07.09.2018 und am 04.01.2019 statt, wenn die Secret Night in Richtung „Upper Floor“ ausgerichtet ist.
Ansonsten raten wir von Sex in der Sauna ab, nicht wegen der Hygiene, sondern wegen möglicher gesundheitlicher Folgen.
Aber tatsächlich ist mir auch nicht bekannt, dass jemand in der Sauna spielen wollte.

So, jetzt mal zum Extremfall: Eine Frau, die z.B. von meinen Büchern fasziniert ist, meldet sich an und kommt alleine zur Secret Night. Was kann sie dort erleben? Was wird sie nicht erleben?

Sie kann dort alles erleben, was sie gerne möchte. Wenn sie einen Partner dafür findet. So einfach ist das. Das geht Einzelherren übrigens auch so. Wenn sich die Dame an mich hält, dann kann sie gerne zuschauen und dabei sein. Und wenn es sich ergeben sollte, dann bespiele ich sie auch ein wenig. Aber alles in Absprache und nur auf Wunsch und auch nur dann, wenn die Zeit es erlaubt.
Wenn eine Einzeldame von vorneherein weiß, dass sie bespielt werden möchte, dann muss sie dies bereits bei der Anmeldung angeben. Damit ich mir auch entsprechend Zeit für sie nehmen kann.

Und noch eine Frage, die Anfänger sich stellen: Wie läuft so etwas ab? Kann ich bereits in Fetischkleidung auftauchen? Werde ich „gekennzeichnet“, damit andere erkennen, ob ich eher devot oder dominant bin, oder welchen Fetisch ich bevorzuge? Darf ich jeden ansprechen oder gibt es Situationen, in denen ich das besser lasse? Was sage ich, wenn ich nicht mitmachen, sondern nur zuschauen will, weil ich doch Muffensausen habe? Darf eine sub andere subs ansprechen, wie redet Dom mit Dom?

Wir sind keine FirstClass-Veranstaltung und haben keine Angst vor irgendwelchen Fetischen. Die Menschen kommen zumeist in Straßenkleidung und ziehen sich bei uns um. Da gibt es auch keine Kennzeichnungen, wie Armbänder, die eine Frau als „begehbar“ oder „nicht begehbar“ kennzeichnen. Da schüttelt es mich selbst ein wenig 😉 Das mit dem Siezen oder Duzen ist so eine Sache. Wenn eine Sub das gerne machen möchte, dann tut sie das einfach. Wenn nicht, dann nicht. Ganz einfach. Wir reden auch alle kreuz und quer, Sub und Doms durcheinander, da gibt es keine Grenzen.

Nur dann, wenn Paare beim Spielen sind verhält man sich beim Zuschauen ruhig und leise oder geht langsam dran vorbei. Das gebietet die Höflichkeit.

Wann findet die nächste Secret Night statt?

Am 07.09.2018 – immer am ersten Freitag eines ungeraden Monates.

Bei den Besuchern im Joyclub habe ich festgestellt, dass diese so etwa mittleres Alter haben. Wie ist die Altersspanne?

Wir haben was das Alter angeht keinerlei Vorgaben. Dies gilt ebenso für Aussehen (dick/dünn). Ebenso ist es auch wurst, ob die Gäste homo-, bi- oder heterosexuell geprägt sind, oder ob es sich um MaleDom oder FemDom handelt. Ganz bewusst sind bei uns auch Crossdresser, Damenwäscheträger und Transvestiten oder Transsexuelle willkommen. Wir lieben die Vielfalt. Weil BDSM eben auch Vielfalt ist.


Gerade dem letzten Satz möchte ich ausdrücklich zustimmen! Ich danke Martin für seine Geduld mit meinen Fragen.

Anmelden kannst Du Dich im Joyclub. Du findest Martin übrigens auch auf  twitter.com/EmEmBDSM oder hier kaminabendbdsm.joyclub.de/ (Moderator) oder hier training-of-o.de/blog (Blog), aber auch auf dem Youtube-Channel „Haha, reingeguckt“ www.youtube.com, in dem Martin so einiges über BDSM und Sex überhaupt erklärt/erklären lässt. Sehr empfehlenswert!


Alle Links bitte auf eigene Gefahr anklicken, ich bin für den Inhalt nicht verantwortlich. Sie dienen jedenfalls in keinster Weise einer Gewinnerzielungsabsicht (auf Deutsch: Ich hab nichts davon, wenn ihr da draufklickt 😉


Was mich ja brennend interessiert: Wie viele von euch gehen denn auf BDSM-Partys oder in Clubs – und wer würde das gerne mal ausprobieren? Schreibt doch einen Kommentar!

Veröffentlicht unter Anfänger, BDSM | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Piratengeschichte mit hartem Kanonenrohr

Was macht eine Autorin, wenn es heiß ist und das Hirn träge? Ja, auch das, was ihr denkt (sofern es dem Herrn beliebt …). Aber auch einfach mal in Bildern kramen. Eines davon zeigt eine Piratin mit einem schönen Dekolleté. Das habe ich auf Instagram gepostet. (Ihr wisst schon, dass ich auch dort zu finden bin, oder?)

Daraus hat sich eine kleine Geschichte ergeben, denn so ein Bild lässt die Hirnwindungen einer Autorin schnell wieder heißlaufen. Lustvolle Beute ist zwar offiziell eine Kurzgeschichte, aber sie ist einfach zu lang geworden für den Blog. Also habe ich sie blitzschnell bei Amazon hochgeladen und veröffentlicht (wo sie genauso blitzschnell in die Top 100 eingefallen ist). Ihr könnt sie also dort für 99 Cent kaufen oder über KU kostenlos lesen.

Ich zeige euch hier einfach mal, was ich als „Warnung“ vorangestellt habe:

In dieser Geschichte geht es um eine Piratin und einen Kapitän, der Piratinnen am liebsten aufhängen lassen würde, um zwei Schiffe, eine Kanone und ein Kanonenrohr (zwinker, zwinker). Dazu kommen mehrere Öffnungen, Taue, ein Belegnagel und, ach ja, auch noch ein paar Schläge auf den nackten Hintern. Wer das mag, ist hier richtig. Wer das nicht mag, möge sie bitte an jemanden weiterreichen, der mehr Spaß im Leben hat …

So, jetzt wisst ihr Bescheid. Ich setze hier mal den Link rein.

Viel Spaß beim Lesen und allem, was man nebenher so macht … 😉

Eure

Margaux


PS: In dieser Geschichte spielt auch ein Belegnagel mit. Was das ist? Das  hier:

Davon gibt es eine Menge an Bord eines Schiffes. Es gibt sie in verschiedenen Größen.

So, den Rest überlasse ich jetzt aber eurer Fantasie …

Bild aus Wikicommons
Veröffentlicht unter Erotik, Kurzgeschichte, Schreiben | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Eis mit Sahne

„Da kommt er wieder“, raunt mir meine Kollegin halblaut zu und rammt mir ihren Ellbogen in den Bauch. „Einmal dunkle Schokolade. Die ganz dunkle“, versucht sie noch, ihn mit einer Stimme nachzuahmen, die sich eher wie der Manamana-Typ aus der Sesamstraße anhört.
Ich ramme zurück, aber nur halb so stark, ich will ihr ja keine blauen Flecken verpassen, wie ich sie abends aufweise. „Kannst du bitte leiser sprechen? Und deinen Ellbogen für dich behalten, wenn wir gerade dabei sind?“
„Ach komm schon, du magst es doch …“ Sie zwinkert mir zu wie eine Irre. Anita kann nicht unauffällig, sie ist immer zu laut, zu derb, zu grob, zu großzügig. Gerade haut sie wieder eine Kugel auf die Waffel, die so groß ist wie zwei normale. Sie wird sie für einen Euro rausgeben, ich weiß. Ich bringe es nicht übers Herz, sie zu schelten, auch wenn es von meinem Verdienst abgeht. So heiß wie es jetzt ist und so, wie der Betrieb an diesen heißen Tagen läuft, kann ich sie nicht vergraulen. Es ist nicht einfach, Eisverkäufer zu finden, die einigermaßen höflich sind und bereit sind, von elf Uhr morgens bis elf Uhr abends in meiner winzigen Bude zu stehen.
Drei Kinder sind noch vor ihm. Ich bediene sie und werfe möglichst unauffällige Blicke zu ihm. Dunkle Schokolade passt schon. Nicht dass er dunkelhäutig wäre, nur braungebrannt, mit schwarzen Haaren, kräftigen dunklen Brauen über genauso dunklen Augen und einem tiefschwarzen Vollbart. Hip, aber auf eine natürliche Weise. Ich weiß es nicht sicher, aber ich schätze, dass er den Bart nicht aus Modegründen trägt, sondern weil er es so mag.
„Einmal Schokolade, bitte. Die dunkle.“ Seine Stimme ist tief, das hat Anita schon richtig hinbekommen. Jedes Mal wenn ich sie höre, bebt etwas in mir, als würde eine Glocke angeschlagen. Dann stelle ich mir vor, wie es sich anhören würde, wenn er ganz andere Dinge zu mir sagen würde. „Mach die Beine breit!“, zum Beispiel. Oder: „Knie dich hin!“
Dummerweise habe ich Anita mal die Spuren sehen lassen, die von einer Bondagesession an meinen Handgelenken verblieben waren. Jetzt nutzt sie jede Gelegenheit, mich damit aufzuziehen.
„Sie müssen Julie schon lauter und mit mehr Autorität ansprechen. Sonst hört sie nicht!“, mischt sie sich jetzt ein.
Mir bleibt fast das Herz stehen. So eine fiese Kröte!
Leider hat sie mit dem Punkt Recht, dass ich eine ganze Weile nur dastand mit dem Hörnchen in der Hand und ihn einfach nur anstarrte. Mist, mache ich das etwa immer? Ich weiß es nicht, und das macht mich unglaublich verlegen. „Entschuldigen Sie.“
Er lächelt, aber nur mit dem Mund. Seine Augen sind ernst. Oder … intensiv? Das macht er immer so, dass er mich unverwandt anstarrt. Solange, bis er sein Eis aufgegessen hat. Ja, tatsächlich bleibt er hier, stellt sich in den Schatten links der zwei klapprigen Tische, die ich vor meinem Laden aufstellen durfte, und schleckt sein Eis, ohne mich aus den Augen zu lassen.
Ich bin heute extra langsam, ich weiß gar nicht wieso. Dabei ist es so einfach, die Kelle in den Bottich mit der dunklen Schokolade zu tauchen und ein Bällchen davon auf die Waffel zu geben. Endlich beuge ich mich herunter. Obwohl ich das gleiche Shirt schon den ganzen Tag trage, wird mir jetzt erst bewusst, dass er von seinem Standpunkt aus einen tollen Ausblick hat. Ich schlucke heftig. Nein, das ist zu billig. Lieber gehe ich ein wenig in die Knie.
Ein Ellbogen drückt sich in meinen Rücken und mich damit ein ganzes Stück nach unten. „Lass mich mal an das Maracuja, Liebes. Du musst dich bücken, damit du da rankommst. Ganz tief!“ Anita keckert wie eine Hexe. „Machst du doch gerne, oder?“
Okay. Ich habe die Farbe von Himbeere inzwischen eindeutig überschritten, obwohl das bei mir schon ziemlich rot ist, immerhin mache ich es aus echten Himbeeren.
Ich luge selbst in meinen Ausschnitt, als ich endlich mit der Kelle im Schokoladeneis rumfuchtele. Klar. Durchblick bis zum Bauchnabel. Da hätte ich auch gar nichts anziehen brauchen.
Eine kleine Stimme in meinem Kopf weist mich darauf hin, dass ich doch genau deswegen den schönen BH angezogen habe. Ich will, dass sie die Klappe hält. Sie meldet sich in den unmöglichsten Momenten und sagt mir Dinge, die ich auch so weiß, aber gerade nicht hören will. „Du hörst ja eh nicht auf deinen Körper. Sonst würdest du schon längst das Eis mit ihm teilen. Er hat eine sehr agile Zunge.“
Ungeduldig wische ich mit dem Arm über die Stirn. Wie kann ich mich selbst zum Schweigen bringen?
Von der Kelle, die natürlich gefüllt war mit Eis, tropft ein dicker Batzen auf mein T-Shirt.
Okay. Das ist die Brombeer-Stufe. Dunkler rot geht gar nicht mehr.
„Sie wirken heute etwas unkonzentriert.“
Ich muss ihn einfach anschauen. Noch nie hat er mehr mit mir gesprochen als seine Bestellung aufgegeben.
„Haben Sie genug getrunken?“
„Sie schleckt lieber Sahne, als dass sie was trinkt. Große Spritzer Sahne.“ Anita ist dermaßen penetrant heute, dass ich dazu neige, sie doch zum Arbeitsamt zurückzuschicken, wo ich sie herhabe.
„Einen Euro macht das.“ Gott, endlich habe ich es geschafft, die Kugel in das Hörnchen zu befördern. Ich lecke mir über die Lippen und starre das Eis an anstatt ihn. Er wird gleich seine Zunge dort haben, wird sie rund um die Kugel gleiten lassen, wird daran saugen und lecken, dann an der Waffel knabbern und beißen.
Er legt mir das Geld hin. Bei der Übergabe der Waffel berühren sich unsere Finger kurz. Auch heute fühlt es sich wieder an, als habe ich in die Steckdose gegriffen.
Warum nur bringe ich nicht den Mut auf, mit ihm zu reden? Selbst eben, als er mich etwas gefragt hat, konnte ich nicht antworten.
Mir ist schlecht. Richtig schlecht. Ich bin so eine blöde Kuh. Da steht ein Mann, der mir so was von gefällt, er hat eindeutig Interesse an mir und ich bin unfähig, ihn anzulächeln, ihn anzusprechen, ihm meine Telefonnummer zu geben. Stattdessen benehme ich wie ein Dorftrottel.
Unter dem Vorwand, mein Shirt auswaschen zu müssen, gehe ich nach hinten. Wir haben einen winzigen Gastraum, daran schließt sich die noch kleinere Küche an, in der ich mein Eis anrühre und dahinter ist der Ausgang zum Hof.
Ich hatte vor, mal eben durchzuschnaufen, aber der Hof liegt um diese Zeit in der prallen Sonne und ist entsprechend aufgeheizt.
„Haben Sie genug getrunken?“
Wie eine Katze, die auf dem Küchentisch entdeckt wurde, erstarre ich und schaue ihn nur an. Was zum Teufel tut er hier?
„Brauchen Sie jemanden, der sich um Sie kümmert?“
Noch immer bringe ich kein Wort heraus. Was redet er da?
„Ich habe Sie vor einiger Zeit gesehen, als Sie sich als Ropebunny zur Verfügung gestellt haben. Dann sah ich Sie zufällig hier hinter der Theke.“ Er lehnt sich ganz lässig an den Türrahmen und schleckt an seinem Eis, als sei es die natürlichste Sache der Welt, in meinem Hinterhof aufzutauchen. „Ich würde sie ja zu einem Kaffee einladen, aber ich habe gesehen, dass sie eigentlich nie frei machen. Das ist Ihr Laden, nicht wahr? Sie stehen jeden Tag hier drin und verkaufen. Und nach dem Schild zu schließen, machen Sie auch das Eis selbst. Sehr gutes Eis übrigens.“
Ich beobachte fasziniert, wie er seine Zunge um die nur noch halb so große Kugel gleiten lässt und dann seine Lippen darüberstülpt.
Mir ist schlecht, denke ich, und schimpfe mich selbst für diese blöde Ausrede. Das ist kein Bauchweh, das ist was ganz anderes. Erregung. Und eine seltsame Schwäche in den Knien. Und Schmetterlinge im Bauch. Große, bunte, Schmetterlinge, nicht die aufgespießten, sondern welche, die selbst Nadeln als Fühler haben und mir diese nun unbarmherzig in die empfindlichsten Stellen stecken.
„Wann haben Sie also Zeit für ein Date? Im Herbst?“
Ein Grinsen macht sich auf meinem Gesicht breit.
Er erwidert es. Diesmal grinsen auch seine Augen mit.
„Übermorgen ist Regen gemeldet“, murmle ich. „Da brauche ich weniger. Und ich kann auch mal was auf Vorrat machen.“
„Übermorgen, ja? Mit Schokoeis?“
Ich runzle die Stirn. „Mit Schokoeis?“ Was soll das heißen?
Er bewegt sich, kommt auf mich zu, stellt sich ganz dicht vor mich. „Schokoeis. Auf deinem Bauch. Auf deiner Muschi. Welche Sorte magst du am liebsten?“
„Erdnuss-Karamell.“ Warum hört sich das aus meinem Mund an wie ein Sextoy?
Seine Augen werden noch einen Hauch dunkler und seine Stimme klingt wie geschmolzenes Latte Macchiato. „Erdnuss-Karamell wird es sein. Auf meinem Schwanz. Du auf den Knien vor mir. Übermorgen.“
Er geht. Ich bleibe.
Geschmolzen fühle ich mich, aber nicht wegen der Sonne. Das würde die Feuchte erklären, die meinen Zwickel tränkt.
Eis in der Sonne. Sahne obendrauf. Dunkle Schokolade.

Veröffentlicht unter Dominanz, Unterwerfung | Verschlagwortet mit , | 4 Kommentare

BDSMler sind im Beruf benachteiligt

Bei Gesprächen mit meinem Mann ist mir aufgefallen, dass er als BDSMler eindeutig im Job benachteiligt ist. Und das, ohne sich zu outen. (Er spricht mit Kollegen oder Geschäftspartnern nicht über unser Sexleben, deshalb gibt es da nichts zu outen.)
Warum das so ist?
Zum Job gehört immer auch Smalltalk. Sei es in Pausen, nach der Arbeit, bei Geschäftsessen, eigentlich bei jedwedem geselligen Zusammensein, vor allem aber auf Reisen. Gerade die amerikanischen Geschäftspartner reden gerne über ihre Freizeitgestaltung. Golfen gehört bei manchen dazu (bei uns nicht!), Yachting (bei uns nicht – leider), Sport (bei uns in Grenzen, jedenfalls kein glamouröser). Und dann kommen die Themen, die unweigerlich bei meinem Mann auf Achselzucken stoßen: Filme, Computerspiele, X-Box und welches Gerät auch immer, Netflix-Serien.
Damit ist er eindeutig im Nachteil. Er ist allerdings sehr gewandt im Smalltalk und schafft es, die Gesprächspartner auch wieder zu Themen zurückzuführen, bei denen er mitreden kann, aber natürlich fällt auf, dass er seine Freizeit eindeutig mit anderen Aktivitäten verbringt.
Nun ist es aber schwierig zu erklären, dass er einen erheblichen Anteil seiner Freizeit für eine Beschäftigung benötigt, die unter BDSMlern einfach dazugehört: dem Spielen.
Als aufgeklärte Leser meiner Romane wissen selbst Nicht-Eingeweihte, was das bedeutet: Keine Brettspiele, sondern eine BDSM-Szene. Mal mehr, mal weniger vorgeplant, mal aufwändiger, mal intuitiv.
Auf jeden Fall kann ich bestätigen, dass unsere Spielzeit die Zeit von 17:36 Minuten, die der Liebesakt in Deutschland im Durchschnitt dauert (Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 14.01.2018), erheblich übersteigt. (Ich persönlich glaube nach lange zurückliegender Erfahrung mit anderen Partnern eher der Berechnung von Paulo Coelho: 11 Minuten, aber das ist nicht empirisch belegt.)
So eine Szene kann (muss nicht) sehr lange dauern (Bondage immer, Kerzenwachs auch, Tease und Denial sowieso, Spanking auch. Lampe halten, damit der Herr in Ruhe lesen kann, auch. Äh, ich muss jetzt nicht alles aufzählen, oder?), auf jeden Fall wirkt sie noch nach (physische Erschöpfung), braucht Knuddelzeit/Nachsorge und überhaupt fördert sie die zwischenmenschliche Beziehung durch seliges Wegschlummern.
Wie soll da bitte Zeit bleiben für Fernsehen, Spiele oder gar ganze Serien? Geht nicht. Keine Chance.
Seht ihr? So sind BDSMler benachteiligt. Zumindest im Job. In ihrer Beziehung nicht. Im Liebesleben auch nicht. Gar nicht in Sexualität und in Orgasmen und Euphorie, noch weniger in Liebe. Aber ich fürchte, das zählt im Job nicht. Und kann auch bei Geschäftsessen nur schlecht rübergebracht werden …
Überlegt euch also gut, wie ihr eure Zeit verwendet. Mit Spielen oder mit Spielen …

Na, wie seht ihr das? Schreibt mir doch, ob BDSM auch für euch einen Nachteil bedeutet.

Foto: ©stock.adobe.com

Veröffentlicht unter Alltag, BDSM | Verschlagwortet mit , , | 3 Kommentare

Neuerscheinung – jetzt vorbestellen!

Es ist da! Also noch nicht heute, aber in wenigen Tagen.

Cover-für-EBook.jpgDarf ich vorstellen:

Sex on Board – Kink-Trip im Mittelmeer

Aaaber: Dies ist keine Romance! Dafür pure Erotik (natürlich mit Handlung, ist ja klar), aber der Sex mit BDSM steht im Vordergrund und nein, sie bekommt ihn nicht am Ende.

Trotzdem geht es gut aus. Aber eben nicht samtig weich, sondern hart.

Also, bitte kauft es nicht, wenn ihr so etwas nicht lesen wollt. Ich will ja keine 1-Sterne-Rezis sammeln.

Worum es genau geht? Ich füge mal hier den Klappentext ein:

Drei Frauen auf der Suche nach Abenteuern

Sabine nimmt das Angebot an, zwei reiche Männer auf ihrer Kreuzfahrt zu begleiten. Spielen wollen sie. Keine Kartenspiele. Zum Glück findet sie diese Art von Spielen sehr viel geiler als jedes Brettspiel. Da darf es ruhig hart zugehen.
Liliana möchte raus aus dem engen Kaff Portofino, das nur Touristen schön finden. Da kommt Brandons Vorschlag gerade recht. Ein paar Tage auf seiner Yacht, dazu Sex mit diesem tollen Mann, der sich genauso gerne unterwerfen lässt wie er unterwirft. Doch wie soll es weitergehen?
Zuheyra ist geflohen. Vor einer ungewollten Ehe, vor einer von anderen bestimmten Zukunft. Sex war für sie ein Fremdwort, aber das ändert sich schnell an Bord. Sie steht ganz unten in der Hierarchie, also muss sie sich den Männern über ihr unterwerfen. Dass sie an Demütigungen und am Benutztwerden Spaß findet, ist eine überraschende Erkenntnis.

BDSM im Mittelmeer, Kink an Bord.
Nur eines nicht: Romantik. Dafür eine Menge Sex …


Für treue Leser dieser Seite gibt es das E-Book bei Amazon bis zum Veröffentlichungstermin am 29.06.2018 zum Sonderpreis von € 1,99, danach wird es zum regulären Preis von € 3,99 zu haben sein. Also: Nichts wie hin und vorbestellen!

Natürlich wird auch dieses Buch über Kindle Unlimited auszuleihen sein (für eine begrenzte Zeit).

Wer gerne etwas in der Hand hält (in einer aber nur… *grins*), der kann sich das Taschenbuch holen. Das wird es so ca. eine Woche später geben, nicht nur bei Amazon, sondern in allen Buchläden und online.

Apropos 1-Sterne-Rezis: Ich bin dankbar für jede Rezi, egal in welchem Shop oder welcher Seite. Autoren brauchen Rezensionen, sie entscheiden oft über den Kauf. Ich bitte also darum, meine Bücher zu bewerten (kann man eigentlich immer unter irgendeinem Namen machen, man muss nicht den Richtigen angeben). Danke dafür!

 

Veröffentlicht unter BDSM, Erotik, Taschenbuch | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar