Perfekte Schönheit

Es ist warm, wir können draußen spielen.
Mit einem Ratsch reißt er mir das Höschen vom Leib.
Ich erstarre. Mir ist, als würde sogar mein Herz aussetzen, den Atem halte ich an, meine Augen bleiben starr auf die Wand vor mir gerichtet. Ziegelsteine, mit großen Poren, zerbröselter Kitt, der die Steine hervorstehen lässt, als würden sie von einem Zauber gehalten. So wie ich von einem Zauber gehalten werde, von seinem Zauber.
Hinter diesem Gebäude auf dem Bahngelände ist es einsam genug, niemand kommt hierher außer vielleicht einem Landstreicher, aber der Haufen Kartons, an dem wir vorbeigekommen sind, lag verlassen da.
Meine Finger liegen flach auf der Wand, ich zwinge mich dazu, sie nicht hineinzukrallen, sonst brechen meine Nägel ab, die ich mir erst gestern kunstvoll lackiert habe. Ihm ist wichtig, dass ich perfekt gestylt bin. Die Haare müssen in perfekten Wellen über die Schultern fallen, ich soll perfekt geschminkt sein. Natürlich muss mein Körper vorbereitet sein, perfekt enthaart, die Haut seidig, Bräune ohne Streifen.
Ich weiß warum. Er liebt den Kontrast. Meine Schönheit vor dem Verfall dieses Gebäudes, des ganzen Geländes. Meine Perfektion vorher im Kontrast zu der Unordnung nachher, wenn mir das Mascara übers Gesicht läuft, Kratzer und Handabdrücke meine Haut zieren, sein Saft mir die Beine herabläuft.
Dieses spezielle Szenario können wir deshalb nicht so oft erleben, weil erst wieder alles abheilen muss, ich mich über Wochen pflegen muss, um die Perfektion wieder herzustellen. Für eine Nacht voller Leidenschaft und Schmerzen.
Schon klatscht seine Hand auf meinen Hintern, hinterlässt erste Spuren. Noch wird jeder einzelne Finger zu sehen sein, aber bald vermengt sich die Röte, verwischen die Spuren zu einer roten Fläche, die immer größer wird, je weiter er seine Schläge ausdehnt.
Mein Atem geht schnell jetzt, keine Zeit mehr, ihn anzuhalten. Auch mein Herz macht zwar Sprünge und rast mal schneller, mal langsamer, aber es ist keine Rede mehr davon, dass es Aussetzer machen könnte. Jetzt ist alles Bewegung, Action. Nur in den Momenten kehrt Ruhe ein, in denen er genüsslich über meine Rundungen fährt, sein Werk bewundert, meine Reaktionen abschätzt und sich vermutlich fragt, wie viel er mir noch zumuten kann.
Heute ist ein guter Tag, ich weiß, dass ich sehr viel aushalten werde. Ob es die Wärme ist, die Sonnenstrahlen, von denen ich mich heute Mittag zu einem Schläfchen verführen ließ? Mir ist, als hätte ich in mir die Sonne gespeichert, erste Frühlingssonnenstrahlen, die mich in eine Trägheit versetzten, die bis jetzt angehalten hat. Sie sorgt dafür, dass ich heute leichter abdrifte, mich dem Schmerz besser hingeben kann, ihn genauso absorbiere wie die Strahlen am Nachmittag.
Seine Hand dürfte inzwischen genauso brennen wie mein Hintern. Er wechselt zu einem Hilfsmittel, der Gerte. Ihre Schläge sind flächig, aber längst nicht so groß wie seine Hand. Derselbe Schwung wie eben konzentriert sich auf diese kleine Lederfläche. Ein scharfer Schmerz, da er nicht zögert, seine Kraft einzusetzen.
Meine Lust überwiegt heute nicht. Dafür eher eine Art Apathie, die mir zugleich die Sinne schärft. Ich spüre überdeutlich die Wärme, die noch von den Ziegelsteinen ausstrahlt. Eine leichte Unebenheit unter meinem rechten Fuß, die Oberfläche des Pflastersteins. Ich rieche einen Hauch Moder, aber auch den Duft des blühenden Löwenzahns in der Spalte zwischen Mauer und Pflaster. Verschiedene andere Noten ziehen an mir vorbei, nicht alle identifizierbar. Sein Duft, sein Rasierwasser, das ich so oft schon inhaliert habe und das ich unweigerlich mit ihm verbinde. Ich werde nass, wenn ich es an einem anderen rieche, auch wenn mich der Mann, der es trägt, überhaupt nicht interessiert.
Ein Vogel zwitschert noch kurz, dann wird er ruhig. Es wird dunkel, er wird sich an seinen Schlafplatz zurückziehen. In der Ferne fahren Züge, aber dieses Gebäude steht so weit weg von den aktiven Gleisen, dass wir keine Beobachtung zu fürchten haben.
Eine Pause. Wieder streichelt er mich, tritt ganz nah hinter mich, lehnt seinen Oberkörper an mich. Ich liebe es, wenn ich sein Gewicht spüre. Es gibt mir Sicherheit und zugleich die Gewissheit meiner Unterlegenheit. Es liegt an ihm, mich damit zu zerquetschen oder mich damit zu schützen. Ein schöner Gedanke, der mich lächeln lässt.
„Heute gehen wir einen Schritt weiter.“ Er ruckelt mit dem Unterleib, presst für einen kurzen, zu kurzen Moment seine Erektion in meine Spalte, zieht sich dann zurück und kramt erneut in seiner Tasche.
Mir ist egal, was er herausziehen wird. Ich genieße nur. Nicht einmal diese Ankündigung kann mich aus der Ruhe bringen. Der Flogger kreist hinter mir, doch er schmerzt kaum, eher wärmt er die Haut, streichelt beinah. Den muss ich nicht fürchten. Überhaupt nichts muss ich heute fürchten. Ich kann sehr viel nehmen, das weiß ich.
Selbst der Stock ist nicht so schmerzhaft wie sonst, er treibt mich nur tiefer in die Verträumtheit der Szene. Sicher schmerzt er, aber es ist ein guter Schmerz. Sicher treibt er mir Tränen in die Augen, sicher reiße ich den Mund auf ohne zu schreien, aber ich überlasse mich ihm ganz, diesem Schmerz, lasse mich hineinfallen, gebe mich ihm ganz hin.
Sein Körper hinter mir, Wärme und Rauheit, wo der Gürtel an meiner Hüfte kratzt. Auch das Hemd, eben noch kühl und zart, hat sich in Härte verwandelt. Ein Flüstern an meinem Ohr. „Zeig mir, wie sehr du dich hingibst. Lass dich von mir führen. Gib mir all deine Lust und noch mehr.“
Ich nicke. Natürlich tue ich das. Ganz und gar.
„Nicht nur mir. Sondern auch ihm. Gib ihm deinen Körper, gib ihm deine Lust.“
Nicken. Natürlich. Wenn er es sagt. Jetzt höre ich es. Weitere Atemzüge. Ein anderes Rascheln als das vom Stoff meines Herrn. Ein weiterer Geruch. Hände auf meinem Hintern. Raue Hände, andere Griffe, andere Berührungen.
„Ist das ihr Höschen?“
„Sicher. Willst du es mitnehmen? Als Trophäe? Es riecht nach ihr, nach ihrer Lust.“
„Gerne. Hinterher.“
„Klar. Sie gehört dir. Für einen Fick. Zieh das Kondom drüber.“
Jetzt krallen sich meine Hände doch in die Fugen. Meine Trägheit jedoch bleibt, sie wird höchstens vertieft. Eine Art von Hingabe, die ich so nicht kenne. Ohne diesen traumhaften Zustand hätte ich womöglich protestiert, aber so nehme ich hin. Den Schwanz, der in mich eindringt. Die Hände, die meine Beine spreizen, die Hüfte von der Wand wegziehen, damit er besseren Zugang erhält. Meine Finger müssen sich lösen, wandern nach unten, finden neuen Halt in einer weiteren Fuge. Meine Stirn presst sich an einen Stein, doch ich muss mich davon lösen, als er fest zustößt. Irgendein Selbsterhaltungstrieb sagt mir, dass ich meine Stirn von dem Stein fernhalten sollte, wenn ich nicht mit aufgeschürfter Haut herumlaufen will.
Mein Körper justiert sich, bringt sich in eine Lage, die ihn tiefer eindringen lässt, ohne dass ich mit jedem Stoß an die Wand gepresst werde und so, dass sein Schwanz im bestmöglichen Winkel hineingleitet. Feuchtigkeit ist genug da, und sie kommt nicht von dem Kondom.
Grobe Finger grabschen nach meinen Brüsten. „Ah!“ Er hält einen Moment inne, tief in mir drin. „Sie trägt auch keinen BH. Gut vorbereitet, mh?“
„Klar. Sie steht mir immer und überall zur Verfügung.“
„Deine kleine Schlampe! Oder ist sie eine Hure?“
„Keine Hure. Mein Eigentum. Meins ganz allein. Und jetzt mach, dass du fertig wirst. Vergiss nicht, du tust das für sie, nicht für dich.“
Ein gehässiges Lachen. „Na ja.“ Er zieht zurück und rammt sich noch tiefer rein. „Eher für mich. Und für dich. Du schaust gerne zu?“
„Ja. Für mich also auch.“
Am liebsten würde ich schreien „Hör auf zu quatschen!“ Aber ich tue es nicht. Es liegt an ihm, das zu übernehmen, wenn er es will. Ich werde noch weicher und nachgiebiger bei dem Gedanken. Wenn er es will. Wenn er es will. Wie ein Mantra sage ich es auf. Mit jedem Stoß ein Wort. Wenn. Er. Es. Will. Wenn. Er. Es. Will. Wenn.
Da kommt der Fremde, zuckt und bockt in mir, quetscht meine Brüste, stößt mich ein letztes Mal so fest, dass ich doch mit der Stirn die Wand berühre und gleitet dann aus meiner Muschi.
Ich höre mein lautes Keuchen. Spüre, wie ein Tropfen Blut über meine Stirn läuft. Auch Tränen auf den Wangen. Ob von dem Fick oder von den Schlägen weiß ich nicht. Ist auch egal. Was ich weiß ist, dass es weitergehen soll. Dass ich weiter gefickt werden will. Fest und hart und lange. In diesem Zustand, in dieser Art Trance komme ich nicht so leicht. Manchmal wundere ich mich, wieso mein Verstand noch funktioniert, aber er tut es. Ganz tief unten in dieser Apathie arbeitet er noch, analysiert noch, während der Rest meines Denkens ausgeschaltet ist.
Schritte entfernen sich. Andere kommen näher.
„Ich glaube, ich bin hier richtig.“
„Nickname?“
„Anonymus123.“
„Du bist richtig. Bedien dich.“
Dieser sagt nichts, fragt nichts. Ich höre das Reißen der Kondompackung, dann ist er in mir. Er gleitet besser hinein als der vorher, obwohl er dicker ist. Auch länger, weil er innen anstößt. Das hindert ihn nicht. Er stößt wie ein Presslufthammer, schnell, tief, hart. Als er mit einer Faust meine Haare greift und mir den Kopf nach hinten biegt, die andern Hand sich auf meine Klit legt und genauso fest zupackt, komme ich. Hart, so hart wie er.
Noch einer. „Kann ich sie in den Arsch ficken?“
„Nein, der gehört nur mir.“
Auch der redet nicht viel, aber bei ihm spüre ich die Hektik, die ihn antreibt. Furcht, dass die Gelegenheit ihm genommen wird. Nur schnell fertig werden, ehe dieser seltsame Typ es sich anders überlegt. Keiner von ihnen hat einen Gedanken an mich verschwendet. Sie benutzen mich nur. Vielleicht war es so vorher abgesprochen.
„Hände auf den Boden!“
Wir sind alleine, ich spüre es, wie ich es im Haus spüre, wenn ich alleine bin. Die anderen mussten gehen, er ist geblieben. Jetzt gehört mein Körper wieder ihm. Mein Arsch, um genau zu sein.
Ich stöhne tief auf, als er eindringt. Er zieht wieder raus, setzt neu an. Immer wieder. Er weiß, dass ich diesen Moment liebe, ihn mehr als alles andere genieße. Ich bin weich für ihn und nachgiebig, aber weil er so selten meinen Arsch benutzt, ist es jedes Mal wieder neu.
Die Finger meiner rechten Hand graben sich in Erde, wo ein Pflasterstein fehlt. Die Lackierung ist hinüber, dafür muss ich nicht nachsehen. Ich beiße mir auf die perfekt geschminkten Lippen, um nicht so laut zu schreien. Tränen rinnen, Tränen des Glücks. Er zerreißt auch noch die Bluse, die Knöpfe fliegen durch die Luft, sie werden unauffindbar sein in der Dunkelheit, die sich inzwischen über uns gesenkt hat.
Die Apathie ist weg. Ersetzt durch eine Woge der Lust. Er hat mich wieder einen riesigen Schritt machen lassen, hat mich weit über meine Grenzen hinausgeführt, aber auf eine Art und Weise, die mir extreme Lust beschert. Erst jetzt, wo die Männer weg sind, überkommt mich die Ungeheuerlichkeit dessen, was mir geschehen ist. Erst jetzt begreife ich den Grad an Hingabe, den er in mir erweckt hat. Erst jetzt lasse ich mich ganz gehen und gebe mich seinen Stößen hin, seinem animalischen Ficken, seinem brünstigen Grunzen. Er braucht meine Klit nicht zu berühren, auch sonst nichts, damit ich komme, wie ich noch nie gekommen bin.
Im Auto macht er die Innenbeleuchtung an, fasst mein Kinn und dreht mein Gesicht zu sich. Seine Finger pressen fest in mein Fleisch. Zu fest, sie werden Spuren hinterlassen.
Seine Augen verzaubern mich, spinnen mich in seinen Bann ein, tiefer und tiefer. Er lächelt. Engel und Teufel zugleich. Mein Herr und Verführer. „So gefällst du mir.“

 

Depositphotos_2590423_original_toxawww.jpg

Veröffentlicht unter BDSM, Kurzgeschichte, OhneHöschen, Spanking | Verschlagwortet mit , , , | 2 Kommentare

Portofino

Ihr erinnert euch? Das Kreuzfahrt-Buch? Es ist noch in Arbeit. Bei meinen Testlesern, um genau zu sein. Es geht also voran …

Liliana, die zweite Protagonistin, stammt aus Portofino. Sie hasst die Enge des Ortes und träumt davon, ihm endlich zu entfliehen. Vielleicht ist dieser Mann, den sie eben kennengelernt hat, Brandon, ja der Richtige dafür?

Dann lest doch mal diesen Schnipsel:


„Komm, hier entlang.“ Er führt mich durch den Innenbereich zum Vorderdeck. Auf der landabgewandten Seite befindet sich eine riesige Loungegruppe, eine Mischung aus Sesseln und Liegeflächen, auf der sich ein Dutzend Leute hätte tummeln können. Aber wir sind alleine, nicht einmal einer der Mannschaft ist zu sehen. Nur ein Kühler mit einer Flasche und zwei Gläsern, als habe er auf mich gewartet.
„Möchtest du dich erst frischmachen?“
„Ja, gerne.“
Brandon weist auf einen Abgang. „Gleich rechts.“
Beim ersten Schritt auf der Treppe halte ich einen Moment inne. Warum bot er mir an, mich frischzumachen? Weiß er etwa … Nein, unmöglich. Wir waren zu weit weg. Und doch … Die Yacht liegt am weitesten vorne, der Liegeplatz gerade am Ende der Mole. Möglich ist es, dass er uns beobachtet hat.
Mein Herz klopft auf einmal wie wild. Was hat das zu bedeuten? Was hat er beobachtet? Wie soll ich darauf reagieren? Während ich die Toilette benutze und mich mit einem der Gästetücher abwasche, gehen mir tausend Fragen durch den Kopf. Ich kann keine davon beantworten. Ich muss alles auf mich zukommen lassen.
Er hat bereits eingeschenkt und drückt mir ein Glas in die Hand, dann weist er auf eine Stelle der Sitzgruppe und setzt sich mir gegenüber. Immerhin keiner der Sorte, die sofort in den persönlichen Bereich eindringen. Beim Herumschauen fällt mir auf, dass dieser Platz eine der wenigen Stellen ist, von der aus man keine Sicht auf die Häuser hat. Nur Hafen und Meer breiten sich vor mir aus.
Die Lichter gehen an, es wird langsam dunkel. Nach dem ersten Schluck Champagner – tatsächlich besser als alles, was ich bisher getrunken habe – schaue ich mich genauer auf dem Boot um. Ein langes Rohr auf einem Gestell ganz vorne fängt meinen Blick. Ein Fernglas. Scheiße.

„Du hast mein Spektiv entdeckt.“ Auf meinen fragenden Blick ergänzt er: „Das Teleskop.“
„Beobachtest du gerne heimlich?“
Er lacht. Ein nettes Lachen, offen und herzhaft, es lässt seine Augen funkeln und zeigt seine weißen, gleichmäßigen Zähne. Ich nutze die Gelegenheit, ihn genauer zu betrachten. Strähnen seines dunklen Haars fallen über eine hohe Stirn. Er dürfte Mitte vierzig sein, zumindest lassen ein paar graue Haare an der Schläfe darauf schließen, dass er kein junger Mann mehr ist.
„Ja, Sweetheart, das tue ich.“
Die altertümliche Bezeichnung bringt mich zum Lächeln.
„Verrätst du mir, wie du heißt, junge Frau?“
„Liliana oder einfach Lil.“
„Miss Lil, ich gestehe: Ich habe dich beobachtet. Und mir hat gefallen, was ich gesehen habe. Eine Frau mit Biss, die austeilen und auch einstecken kann.“
Die Röte ist unvermeidlich. Nicht unbedingt Scham, eher eine Mischung aus Empörung und Erregung. Zu wissen, dass er mich beobachtet hat, lässt mich unruhig auf dem Sitz zappeln. Hat er alles gesehen? Auch die Ohrfeigen? Oder nur den letzten Teil, den ich scheinbar unterwürfig auf den Knien verbrachte?
„Ich wollte es“, platzt es aus mir heraus und im gleichen Moment frage ich mich, wieso mir so wichtig ist, dass er das erfährt.

Veröffentlicht unter Leseprobe, Schreiben | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

BDSM für Anfänger – wie es nicht sein soll!

Liebe Neulinge,

die Chance, gleich den perfekten Partner zu finden, ist gering. Dass auch erfahrene Menschen auf Menschen treffen, die das Mäntelchen BDSM nur nutzen, um zu vergewaltigen oder Frauen einfach schlecht zu behandeln, zeigt dieses Beispiel. Bitte lest es aufmerksam durch. Ihr könnt nur daraus lernen. Auf welche Zeichen ihr achten sollt. Wo Grenzen sind und wie wichtig es ist, auf euer Bauchgefühl zu hören …

über Wenn BDSM zum Psychothriller wird

Veröffentlicht unter Anfänger, BDSM | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

BDSM für Anfänger – Interview mit einem BDSM-Guru

Redet man über BDSM, speziell über Bondage, kommt man an dem „Guru“ (meine Wortwahl, nicht seine!) des BDSM, Matthias T. J. Grimme nicht vorbei.
Das SM-Handbuch (bei Amazon) oder hier (über Schlagzeilen.com) ist ein Klassiker, den ich jedem, der wissen will, was das alles denn bedeutet, nur ans Herz legen kann.

Und für alle, die sich über Bondage informieren wollen, ist sein zweiter „Klassiker“, Das Bondage-Handbuch genauso wichtig. Ich finde, man sollte das auf jeden Fall in der Praxis üben, aber Vorkenntnisse und Hinweise auf Sicherheit und richtiges Verhalten schaden auf keinen Fall. (Übrigens gibt es in den Rezensionen Idioten, die sich über die Models aufregen. Wahrscheinlich alles Menschen mit Model-Maßen … sorry, finde ich total bescheuert. Wer sich im echten Leben umschaut, wird merken, dass man da eher selten von perfekten Körpern umgeben ist.)

Zurück zum Thema:

Ich habe mit Matthias ein Interview geführt. Außer einigen Büchern und Lehr-DVDs zum Thema Bondage und allgemein BDSM bietet er nämlich über seine Seite www.bondageproject.com auch Kurse an. Übrigens nicht nur in Hamburg. Aber lest selbst, was er mir geantwortet hat.


Matthias, ich habe schon mit einigen Menschen gesprochen, die gerne mal „was mit BDSM“ ausprobieren würden. Hake ich nach, erfahre ich, dass sie einfach nicht sicher sind, welche Spielart ihnen zusagt und manchmal auch, auf welcher Seite des Seils sie sich denn sehen. Nicht jeder hat seinen Kink klar vor Augen, vor allem, weil man sich nicht wirklich vorstellen kann, wie es sich anfühlt, ohne es ausprobiert zu haben.

Du bietest in Hamburg eine Reihe von Kursen an. Würdest du mir sagen, welche von diesen Kursen für solche Anfänger geeignet sind?

Zum Reinriechen eignen sich alle Abendkurse: Bondage für Bett und Schlafzimmer, Bondage-Einführung, Hauen und Nadelspiele. Für die, die mehr wissen wollen, bieten wir die 3-Tage-Workshops zu Bondage an – die sind auch für Anfänger geeignet.

Natürlich könnte man auch einfach mal einen Club oder Spielabend besuchen und sich anschauen, was einem zusagt. Genau das trauen sich aber viele nicht. Sie haben das Gefühl, dort als Neuling „entlarvt“ zu werden. Für Paare ist das etwas einfacher, sie können zuhause verschiedenes ausprobieren. Was rätst du Singles? Können Sie bei dir auch Kurse besuchen?

Meine Abendkurse können auch Singles besuchen, auch wenn sie mehr Spaß machen, wenn man jemanden hat mit dem man probieren kann. Zumindest wird hier Basiswissen vermittelt.

Deine „Hamburger Schule“ finde ich klasse. Bondage ist meiner Erfahrung nach nichts, was man einfach so machen sollte, dafür kann zu viel schiefgehen. Erzählst Du bitte, wie die Treffen ablaufen und für wen sie gedacht sind?

Leider machen wir keine Treffen mehr. Wir bieten nur Kurse an. Ob nun in Hamburg oder auch sonst überall im deutschsprachigen Raum (wenn sich dort Gruppen finden, die uns buchen). Das Besondere an unserem Stil hat damit zu tun, dass wir – Nicole und ich – als Team auftreten und da dann auch eine größere Bandbreite abdecken können. Und die Art, wie wir miteinander umgehen zeigt deutlich, dass SM eben etwas ist, was Spaß machen soll. Nicole ist kein Opfer, sondern Komplizin mit jeder Menge Unsinn im Kopf, mit dem sie mich gerne ärgert. Geht aber auch umgekehrt.
Unser Unterricht richtet sich nach den Bedürfnissen und nicht nach irgendwelchen Schulen, aber natürlich muss alles sicher sein.

Gibt es das auch, dass ein Paar mit einer klaren Rollenaufteilung zu Dir kommt, dann aber feststellt, dass es auch andersherum gehen könnte? Gerade Männer fühlen sich manchmal in die Rolle des Dominanten gepresst, obwohl sie viel lieber Empfänger der Nadeln wären oder sich fesseln ließen. Was rätst du diesen Menschen?

Von den Bedürfnissen der Teilnehmer ausgehen, bedeutet, dass es uns egal ist, wie die Rollenverteilung ist. Wenn Leute in unseren Kursen die Rollen wechseln, finden wir das gut, denn nur wenn ich weiß, wie sich etwas anfühlt, kann ich es auch auf gute Weise weitergeben. Aber eine klare Rollenverteilung ist auch kein Problem.
Wenn sich jemand unsicher ist, dann rate ich immer zum Ausprobieren. Weil erst dann weiß man, ob es etwas für einen ist. Aber wir achten auch darauf, dass niemand in irgendwelche Rollen gepresst wird, in denen er oder sie sich nicht wohlfühlt.

Es gibt bei Bondage ja auch geschlechtsspezifische Probleme. Männer möchten vielleicht Penis oder Hoden gequetscht oder abgebunden haben. Ich schätze, das wird nicht in einem Anfängerkurs behandelt. Hast Du einen Vorschlag, wie man sich schlau machen kann?

Titten-Bondage und Penis-und-Hoden-Bondage unterrichten wir in unseren Intensiv-Workshops, wenn die Teilnehmer daran Interesse haben. Aber in unseren Hau- und Nadel-Workshops gehen wir auf Penis, Hoden, Möse und Brüste ein und geben Tipps für das was geht und was nicht.

Bei Frauen sind es die abgebundenen Brüste. Kann man das einfach so ausprobieren?

Naja – ich weiß, dass es Frauen gibt, die das überhaupt nicht mögen und welche, die das total toll finden. Wenn jemand das spannend findet als Frau, kann man das ausprobieren, aber natürlich geht es nur an größeren Brüsten. Brüste mit Silikon-Kissen dürfen aber nicht abgebunden werden.

In manchen Büchern schlägt der dominante Part beim Spanking den Hintern seiner sub, bis er grün und blau ist. Danach holt er eine Salbe, massiert sie (natürlich ohne weitere Schmerzen) ein und danach ist alles wieder in Ordnung. Kennst Du eine solche Wundersalbe und wenn ja, verrätst Du, wie sie heißt?

Kicher – nein, so eine Salbe gibt es nicht. Es gibt Arnika-Salbe und Heparin-Salbe, die unterstützen aber nur die Abheilung und das Verschwinden der blauen Flecken.

 Sind Deine Kurse häufig ausgebucht? Wie lange beträgt die Wartezeit?

Bondage fürs Schlafzimmer ist oft ausgebucht, aber wir bieten diesen Kurs häufig an. Die anderen Kurse sind auch manchmal voll, aber wir bieten alle Kurse mehrmals im Jahr an.


Ich danke Matthias ganz herzlich für die Zeit, die er sich genommen hat. Schaut doch bei Bondage-Project vorbei oder überhaupt auf seiner Seite Schlagzeilen.com. Und wenn ihr mal nach Hamburg fahrt, überlegt doch, ob ihr das nicht mit einem Kurs bei Matthias verbinden könnt. Ich kenne Menschen, die dort waren und voller Begeisterung und Enthusiasmus seitdem zuhause mit Seilen hantieren. Es geht nichts über eine Anleitung vom Fachmann.

Wer gerne eine Story über ein Paar lesen will, das sich für Bondage interessiert und es auch ausprobiert, sollte Entfesselt lesen. Viel Spaß!

Veröffentlicht unter Anfänger, BDSM | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Lust auf Sommer?

Eigentlich wollte ich mir eine Osterhasen-Geschichte überlegen. Aber dann kamen mir die Wetteraussichten dazwischen. Puuuuh! Da schickt man doch kein Häschen vor die Tür!

Also gibt es lieber eine Geschichte, die im Sommer spielt, noch dazu im Mittelmeer. Balearen. Noch genauer? Menorca, in einer Stadt namens Mao. Dort befindet sich meine Protagonistin aus dem Roman, an dem ich arbeite, nämlich gerade. Mit ihren zwei Männern, die sie angeheuert haben, sie auf ihrer Yacht zu bespaßen. Da ist es heiß, da geht es heiß zu, da wird sie heiß gemacht. Wie dürft ihr gleich hier lesen.

Übrigens habe ich noch keinen Titel für den Roman. Zumindest keinen, der nicht nach Groschenroman klingt … (Drei Frauen auf Kreuzfahrt? Uaaaa … gruslich!).

Ich weiß, genug gequatscht. Hier ist der Schnipsel:

Ein Blick zeigt mir, dass beide recht unbequem sitzen. Hinter ihren Hosen sind riesige Beulen. Autsch! Das muss doch wehtun! Mal sehen, wie sie reagieren, wenn ich das Spiel auf meine Art spiele.
Ich beuge mich über Ron unter dem Vorwand, die Flagge des Kreuzfahrtschiffes suchen zu wollen. Dabei stütze ich mich voll auf seinem Ständer ab. Er gibt eine Art Uff von sich, als hätte ich ihm die Luft ausgeknockt. Ich spüre, wie er zuckt. Als ich mich wieder aufrichte, greift er nach einer Serviette und legt sie locker über seinen Schoß. Es gibt hier Stoffservietten, die sind recht groß. Ich wette, dafür ist er dankbar. Mal sehen, wie Mike reagiert. Ich will das Gleiche bei ihm versuchen, aber er greift mein Handgelenk, ehe ich auch nur in die Nähe seines Schwanzes komme.
„Das wirst du büßen, Kleines.“
Ha! Wie soll ich denn noch mehr büßen, als ich es jetzt schon tue? Die Kugeln bringen mich beinahe um. Bewege ich mich, bin ich kurz vorm Kommen. Bewege ich mich nicht, drücken sie unangenehm, gerade im Sitzen.
Mike lehnt sich über den Tisch und spielt mit dem Pfefferstreuer.
„Ron, wir müssen uns eine Strafe für unsere kleine Sub einfallen lassen. Sie wird aufmüpfig.“
„Du meinst, hier und jetzt?“
„Genau. Du weißt doch, dass die Strafe möglichst zeitnah der Handlung folgen muss.“
„Ich könnte sie mitnehmen auf die Herrentoilette und sie dort rannehmen, dass ihr Hören und Sehen vergeht.“ Ron richtet seine Hose und das, was drin ist.
„Das würde ihr wahrscheinlich in die Hände spielen, sie will ja genau das. Es muss eine richtige Strafe sein. So wie das hier.“
Mike packt meine Serviette und breitet sie auf meinem Schoß aus. Er ist so schnell, dass ich gar nicht hätte ausweichen können, wenn ich gewusst hätte, was er vorhat. Er hat mir wieder Finger in die Muschi gesteckt und sie durch die gesamte Spalte gezogen, von unten nach oben.
Das Brennen beginnt beinahe sofort. Ich überlege noch, ob ich protestieren soll, oder bitten, dass mir die Strafe erlassen wird, da habe ich sie schon direkt in mir drin. Pfeffer. Es muss Pfeffer sein, den er über meine Schamlippen verteilt hat. Auch die Klit hat noch was abgekriegt.

Das reicht erst mal. Wenn ihr alle brav seid, gibt es bald wieder einen Schnipsel. Oder doch gleich das Buch? Nein, nicht so schnell. Erst kommt ja der Osterhase. Da könnt ihr Eier suchen gehen. Was ihr mit denen tut, die ihr findet, ist eure Sache. Kneten? Lecken? Sie ganz in den Mund nehmen? Euch fällt bestimmt was ein!

Bis bald und frohe Ostern

Margaux

 

PS: Für alle, die unbedingt etwas mit Hasen lesen wollen, verweise ich auf meine Geschichte vom Oster-Bunny (alte Hasen kennen die natürlich schon …)

Und wer immer noch mehr lesen will, kann ja die Möhrchen-Szene aus Hot and Spicy noch mal lesen. Die passt auch. Irgendwie. Eigentlich passt das doch immer, oder? Heiße Szenen kann man nie genug lesen.

Okay, okay, ich höre ja schon auf …

Veröffentlicht unter Leseprobe | Verschlagwortet mit , , | 1 Kommentar