Hot and Dirty und die Buchhandlung Wortwerke

Hot and DirtyIch veröffentliche seit 2012 E-Books und habe seitdem auch drei Taschenbücher über amazon im Verkauf für alle, die lieber etwas Handfestes mögen.

Aber seit dem 01. August 2016 ist ein heimlicher Traum doch noch wahr geworden – mein Buch in einem Regal einer Buchhandlung. Die auf „Indies“ spezialisierte Buchhandlung Wortwerke hat nun Hot and Dirty physisch im Laden stehen, und das in drei Filialen, in Bad Segeberg (Hamburger Str. 39), Husum (Neustadt 18) und Bremerhaven (Löningstr. 12).

Eigentlich dachte ich, dass es nichts Besonderes mehr darstellen würde, schließlich hielt ich den Roman schon kurz nach seinem Erscheinen in der Hand.

Dennoch, auch wenn es keine der üblichen Buchhandlungen ist, keine große Kette, so fasziniert es mich doch:

Mein Buch in einem Laden!

Nun habe ich einen Vorschlag für meine Leser:

Die ersten fünf, die mir eine Bild von Hot and Dirty in einem der Bücherregale von Wortwerke (egal welche Filiale) per E-Mail zusenden (margaux.navara@web.de), erhalten von mir eine E-Book-Ausgabe des nächsten Romans sofort nach seinem Erscheinen (das hoffentlich nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt!).

Hier kommt das Kleingedruckte: Ich würde mich freuen, wenn ihr mir in der Mail bestätigt, dass ich dieses Foto auf meinem Blog und zu Werbezwecken veröffentlichen darf, wenn gewünscht unter Verweis auf den Fotografen (Nickname oder Realnamen, wie ihr wollt).
Außerdem erlaubt ihr mir, eure E-Mail-Adresse zu speichern, bis der nächste Roman fertiggestellt ist, und dass ich dann mit euch Kontakt aufnehmen darf. Die Speicherung erfolgt nur so lange, bis die Übertragung des E-Books im gewünschten Format (epub, mobi oder pdf) gelungen ist. Die Datei darf nicht veröffentlicht, vervielfältigt oder online gestellt, das Copyright darf nicht verletzt werden.

Also, wer schickt mir ein Foto?

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Quickie

Seine Schritte auf der Treppe. Ein Blick zur Uhr. Zehn Uhr am Vormittag. Braucht er etwas?

Ja, er braucht etwas. Entspannung. Sofort.

Er muss schon die Hose auf der Treppe geöffnet haben, seinen Schwanz bereits auf dem Weg befreit haben. Steif, erwartungsfroh schaut mich das einäugige Monster an. Doch ich habe es nicht lange vor Augen, weil er mich am Hinterkopf packt und meinen Mund darüberstülpt.

Die Lust ist so unvermittelt da, als habe er einen Knopf gedrückt. Sein Geruch füllt meine Nase, sein Geschmack meinen Mund, sein Körper mein Gesichtsfeld. Mit Nachdruck schiebt er mich tiefer, er braucht keine Zärtlichkeit, nur Erlösung.

„Genug!“

Mit einem Handgriff hat er mich hochgezogen und nach vorne über den Schreibtisch gebeugt. Er prüft nicht, dringt einfach ein. Als wäre es eine Selbstverständlichkeit, dass ich für ihn nass bin, sobald er den Raum betritt.

Ich bin es. Weil er mich so behandelt, weil es mich heiß macht, wenn er mich benutzt. Geil und hilflos, beinahe zittrig, wenn er so ist wie jetzt.

Es geht schnell, aber auf keinen Fall zu schnell. Er trifft die richtigen Stellen, berührt all meine Sensoren, und schon komme ich. Er auch, weil er es so will, ein schneller Fick nur, weil er ein Ventil brauchte.

Ein harter Kuss, dann ist er schon wieder verschwunden, während ich noch keuchend und mit wackligen Knien auf meinen Stuhl sinke. Alles bebt noch, krampft noch, zittert noch.

Ich lächle selig in mich hinein, während ich mich wieder meiner Arbeit widme.

Quickies? Jederzeit.

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24/7

24 Stunden, 7 Tage die Woche.
Für die Nichteingeweihten: Gemeint ist die Unterwerfung unter den Partner, nicht die Öffnungszeit des Supermarktes. Von manchen wird die Variante als TPE bezeichnet, Total Power Exchange, andere schließen einen Sklavenvertrag, der den submissiven Part ganz dem Dominanten übereignet.
Das ist keine Rolle, die man spielen, keine fremde Haut, in die man schlüpfen kann.
Wer sich für solch eine Beziehung entscheidet, muss es ganz tun: von ganzem Herzen, mit seinem Körper, mit allem, was ihn ausmacht.
Warum tut jemand das? Weil er sich danach sehnt, alle Verantwortung wegzuschieben? Weil er glaubt, es sei ein Zeichen der unendlichen Liebe? Weil er sich nur so geschützt fühlt, aufgehoben, umsorgt? Ich setze voraus, dass es ihm ein zwingendes Bedürfnis ist, keine oktroyierte Idee des dominanten Parts.
Mein Problem mit dieser Lebensweise ist Folgendes: Trifft jemand, der keine Entscheidung mehr selbst trifft, diese Entscheidung freiwillig? Kann ein Mensch an einem Tag, zu einer Stunde beschließen, dass er seinen freien Willen für die Zukunft abgeben wird? Wenn ja, wie lange gilt dann dieser Beschluss? Wer übernimmt für ihn das Denken, das Wollen? Auch das Sich-Trennen-Wollen? Das Ende finden?
Ich änderte meine Meinung schon oft. Tut das nicht jeder? Erhalte ich neue Informationen, nehme ich mir das Recht heraus, meine Meinung zu ändern. Sei es in politischer Hinsicht oder in Bezug auf eine Arbeitsstelle, die ich kündige. Bei Freundschaften, die man manchmal beenden muss, bei Ehen, die auseinandergehen.
Kann das jemand, darf das jemand, der seinen Willen abgegeben hat?
Wer eine Szene oder Session abbrechen will, kann das mit einem Safeword tun oder auch mit einem klaren Nein. Geht das auch mit einer 24/7-Beziehung? Ist es dann überhaupt eine, wenn ich sie doch so einfach auflösen kann?
Ich glaube nicht, dass das auf Dauer funktioniert. Mir ist bedeutend lieber, ich bin meinem Partner trotz der Unterwerfung gleichgestellt. Das hört sich widersinnig an, nicht wahr? Mag sein, aber für mich ist es die einzige Methode, der einzige Weg. Ich überlasse ihm gern die Entscheidungen, unterwerfe mich gern seinen Forderungen, aber nur so lange ich es vertreten kann, es mit meinem Willen übereinstimmt. Hilfreich ist dabei sicherlich, dass in einer langjährigen Beziehung die Ziele weitgehend gleich sind und die Lebensweise sich einem Fluss gleich schon lange ihr Bett gegraben hat.
Was ich also freiwillig im Einzelfall tue, müsste ich pauschalieren, womöglich alle meine Rechte in einem „Vertrag“ hergeben, dafür Pflichten übernehmen.
Aber ich habe auch so viele Pflichten, eine besonders wertvolle davon ist die, für unsere Partnerschaft und für meinen Geliebten alles zu tun. Würde ich meinen Willen abgeben, müsste ich selbst diese Aufgabe nur noch auf Anweisung ausführen.
Hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Oder habe ich den Gedanken nicht zu Ende gedacht?

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Melde mich zurück …

Hallo, meine Lieben!

Sorry, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe. Zu viel anderes im Kopf, zu viel Überarbeiten meines Romans, dann noch Reisen und Planen und Frust über das Wetter …

Egal, weg damit! Mich gibt es noch, ich arbeite noch, ich schreibe noch. Deshalb hier endlich mal wieder eine kleine Story.

 

 Erdbeermilch

„Au! Hör auf! Au!“

„Wir haben doch ein Safeword vereinbart. Wie heißt es?“

Britta hat Angst, es zu verwenden. Bedeutet ein Safeword nicht Abbruch? Will er das provozieren? Sie will keinen Stopp, die Schläge sind genau richtig jetzt, endlich an dem Punkt, an dem sie abtauchen kann in ihre eigene Welt.

Florian hat sich für die langsame Methode entschieden, die sie insgeheim hasst, solange sie andauert, aber hinterher lobt, wenn sie völlig ausgepowert und fertig neben oder unter ihm liegt. Er schlägt sie, bis sie es kaum noch erträgt, dann macht er eine Pause mit streicheln, knuddeln, ein wenig reizen und mit der Klit spielen. Nach einigen Minuten, die ihr wie Stunden erscheinen, geht es weiter. Wieder schlägt er zu, aber fester als zuvor, was sie kaum wahrnimmt, weil ihre Schmerzschwelle mit jedem Mal höher wird.

„Sag es mir. Ich will nur wissen, ob du es noch weißt.“

„Erdbeermilch“, raunzt sie ihn an. Er soll weitermachen!

„Würdest du bitte deinen Tonfall ändern?“

Okay, Britta weiß, dass er sie nicht wirklich darum bittet. Sehr genau sogar. „Entschuldigung. Erdbeermilch.“ Diesmal ist es ein süßes Flöten, und sie schaut lieber nicht hin, weil sie genau weiß, dass er die Stirn gerunzelt hat und sich hinter ebendieser nun gerade überlegt, wie er sie für ihre unangemessene Reaktion bestrafen kann.

Er reibt zwar über ihren rotglühenden Hintern, aber es ist nicht mehr das sanfte Streicheln von eben, sondern eher die Variante Parmesan über Reibeisen. Auch nicht schlecht, aber bei weitem nicht fest genug, nicht rau genug.

Er geht zu der Schublade, in der er die Schlaginstrumente aufbewahrt. Jetzt dürfte die Gerte zum Einsatz kommen. Sie bringt die benötigte Steigerung.

Aber nein, ihre Pampigkeit hat eindeutig die Routine unterbrochen. Sie atmet tief ein und versucht, sich auf das Paddel einzustellen, dessen Griff sie in seiner Hand erkannt hat. Doch er hält ihr die neue Variante vor die Nase, die sie bisher nur einmal verwendet hatten. Die mit den Löchern.

Scheiße! Vielleicht muss sie heute doch noch das Safeword verwenden. Beim ersten Test mit diesem Teil hat sie die halbe Nachbarschaft zusammengeschrien, nachdem sie erst einmal aus ihrem Schock erwacht war. Durch die Löcher hat das Paddel viel mehr Aufschlagskraft und tut höllisch weh, kein Vergleich mit dem normalen Paddel. Hat irgendwas mit Luftwiderstand zu tun, wie er ihr erklärt hat. Männer und Technik. Klar. Als ob ihr das nicht völlig schnuppe wäre, woher der Schmerz kommt!

„Flo!“ Sie traut sich nicht, ihm zu sagen, was sie von dem Ding hält, aber sie ist der Panik schon sehr nahe. Sie hat richtig Angst vor dem Teil. Aber er will es so. Sie hat es doch verdient mit ihrem Tonfall. Also wird sie es aushalten. Für ihn. Als Strafe.

Florian sagt nichts. Stattdessen holt er aus und schlägt zu.

Uh, das tut weh, aber längst nicht so sehr, wie sie befürchtet hat. Das Vorwärmen war wohl doch erfolgreich. Sie hat sich kaum an den Gedanken gewöhnt, da ist er auch schon überholt. Flo schlägt fester zu. Jeder Schlag ein bisschen mehr. Oder wird sie mit jedem Schlag empfindlicher? Schwer zu beurteilen, wenn der Verstand sich ausschaltet unter all dem Schmerz.

Nicht einmal das ist sicher. Ist es nur Schmerz? Oder doch Lust? Dieses Simmern in ihrem Unterleib, das sich anfühlt wie die ersten Funken einer Wunderkerze. Hat es erst einmal begonnen, wird es sich ausbreiten, stärker werden, ihren ganzen Körper erfassen, sich in sie einbrennen, bis sie aus Feuer besteht, aus Hitze. Brennendes Verlangen, das zwingend zu einem Höhepunkt führt, an dem aus den sprühenden Funken ein Feuerwerkskörper wird, der in ihr explodiert.

Die Schmerzen steigern sich, ein Rest Verstand sagt ihr, dass sie morgen grün und blau sein und nicht mehr sitzen können wird, aber sie schiebt den Einwand zur Seite. Das Brennen in ihrem Arsch ist einfach zu köstlich.

Sie wimmert. Nicht, weil genau das passiert, was sie erwartet hat, sondern weil es nicht passiert. Er hat wieder einmal aufgehört. Viel zu früh. Sie fühlt sich enttäuscht wie das Kind, das auf seine im Regen erloschene Flamme schaut.

„Flo!“ Hilferuf, aufmüpfige Aufforderung, Empörung, alles zugleich. Sie kennen sich schon so lange, dass er doch wissen muss, dass sie die Stimulation braucht, dass er nicht aufhören darf an diesem Punkt.

„Willst du, dass ich weitermache?“

Na, was denn sonst, du … Sie unterdrückt den Gedanken lieber, sie erinnert sich an eine frühere Situation, wo sie in dem gleichen Rausch alles herausgeschrien hat, was ihr durch den Kopf ging. Das ging nicht gut aus. Gar nicht gut.

„Ja, sicher, Flo!“

„Nein.“

„Wie: Nein?“ Ein wenig fassungslos. Nein, extrem fassungslos. Sie beruhigt sich mit dem Gedanken, dass er eben wieder eine Pause einlegt, dass er sie wieder über den Punkt treiben will, der ihr den größtmöglichen Orgasmus beschert.

„Nein.“ Er geht doch glatt weg und schiebt das Paddel in die Schublade. Schließt sie wieder. Steht mit leeren Händen da, die er vor seiner Brust verschränkt. Steht da wie ein Haremswächter, mit Argusaugen, gibt ihr keine Chance, es sich selbst zu machen, da braucht sie gar nicht fragen.

„Flo?“

„Vergiss es. Vielleicht beim nächsten Mal. Aber nicht so.“

„Aber warum?“

„Überleg es dir. Wenn du es weißt, komm zu mir und gib mir Bescheid.“

Sie ist inzwischen abgekühlt, nur noch Asche ist geblieben von all den glitzernden Funken. Scheiß-Feuerwerk. Eh ein blöder Vergleich. Ihre Beziehung geht doch viel tiefer als so ein kurzes Aufglühen, das gleich wieder erlischt. Und je mehr sie darüber nachdenkt, desto sicherer ist sie, dass das hier ein Wendepunkt ist, der wichtig ist für ihre Beziehung, wichtiger als das gemeinsame Konto oder die Unterschriften unter dem Mietvertrag letzte Woche.

Sie kommt recht schnell zu dem Ergebnis, dass das blöde Safeword der Ausgangspunkt war, nicht ihre Patzigkeit. Aber wenn er es doch will? Er ist der Dom, er entscheidet, was er mit ihr tut.

Und dann auch wieder nicht.

Sie geht zu ihm und hockt sich neben ihn. Vor den Fernseher, in dem irgendein Mist läuft, den er garantiert nicht anschauen würde, wenn er bei der Sache wäre. Sanft drückt sie die Taste, das Ding geht aus.

„Es tut mir leid, Florian. Ich hatte Angst, du würdest aufhören, wenn ich `Erdbeermilch´ sage. Und das wollte ich nicht. Ich war gerade an dem Punkt, an dem ich über die Klippe gehe.“

„Du hast gesagt, ich soll aufhören, Britta. Dabei haben wir vereinbart, dass du das Safeword verwendest, wenn ich das tun soll. Du weißt genau, dass ich mich nicht auf solche Zurufe verlassen kann.“

Britta streichelt ihm über die Wange. Ihr herzallerliebster Dom schlägt zwar gerne zu und erregt sich daran genauso wie sie, aber er will ihr nicht wehtun. Sie weiß es, weil er es ihr immer wieder versichert hat.

„Und genau deshalb haben wir das Safeword vereinbart. Wenn ich es verwende, sollst du aufhören. Aber erst dann.“

Florian schaut sie mit gerunzelter Stirn an. „Warum hast du es dann nicht verwendet?“

„Weil ich es liebe, was du mit mir tust. Dazu gehört auch, dass ich `Nein´ schreie oder `Hör auf´ oder `Das tut weh´! Es gibt mir einen Kick, wenn du weitermachst. Ich will ja, dass du das tust, was du für richtig hältst, dass du weitergehst, als ich mich trauen würde. Würdest du jedes Mal aufhören, wenn ich anfange, mich zu beschweren, hätte ich keine solchen Hammerorgasmen. Du sollst also nicht aufhören, sondern weitermachen. Nur, wenn ich `Erdbeermilch´ sage, und nur dann, ist es mir zu viel.“

Florian nimmt sie in den Arm und küsst sie. „Ich hatte echt die Befürchtung, dass du es immer noch nicht verstanden hast.“

Jetzt ist sie endgültig verwirrt. Sie soll das nicht verstanden haben? Musste sie es nicht gerade ihm erklären?

Er grinst. „Du bestimmst. Ich wollte nur sicher sein, dass du das weißt. Und noch etwas, mein Schatz, wollte ich dir klarmachen: Bei mir heißt `Nein´ auch Nein. Ich benutze kein Safeword. Weder Erdbeer- noch Bananenmilch. Wenn ich `Nein´ sage, dann meine ich das auch so.“

„Heißt das, dass wir nicht da weitermachen, wo wir aufgehört haben?“

„Das heißt, dass ich dich vor dir selbst schützen muss. Du hättest mich weitermachen lassen, obwohl es dir geschadet hätte. Also musste ich aufhören. Stattdessen wirst du dich zuerst um mich kümmern, meine Zweifel zusammen mit etwas Salzigem herunterschlucken und danach werde ich vielleicht – aber nur vielleicht – dafür sorgen, dass du so oft kommst, bis du nicht mehr weißt, wie dein Safeword überhaupt heißt. Ich kenne da noch andere Methoden, die sicherer sind und zu denen ich nicht Nein sagen muss.“

Britta lässt sich auf die Knie gleiten und grinst ihn an, während sie seinen Schwanz aus der Hose befreit. Ihre Fersen graben sich in den schmerzenden Hintern, so weckt sie zumindest die Erinnerung an den im Rückblick köstlichen Schmerz.

Flo weiß, was er tut. Er bestimmt.

Gleich nach ihr.

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Festivalsex

Josy bebt im Takt der dröhnenden Musik. Sie steht seitlich eines Lautsprechers, der Dezibel weit über jedes gesunde Maß ausspuckt. Festival. Das muss so sein. Sie findet die Stelle super, das Wummern der Bässe durchläuft ihren Körper, übertönt beinahe die schrillen Riffs.

Metal, irgendeine Band. Josy und ihre drei Freundinnen sind schon den zweiten Tag hier und schweben auf leicht alkoholgetränkten Wattebäuschen inmitten der Akkorde. Nicht so stark besoffen wie die meisten Männer, gerade genug, damit sie sich nicht am Dixiklogestank und der undefinierbaren Matsche unter ihren Stiefeln stört. Und nicht an Benjamin denkt, den blöden Ochsen, der nicht mitkommen wollte.

Zu dreckig. Klar, alles zu dreckig für ihn, die Musik, das Zelten, selbst sie. Auch ihr Mund hinter den Mülltonnen nach der Schule. Warum nicht ihr Arsch? Das einzig Dreckige ist ihm sauber genug.

„Lass uns weiter nach vorne gehen!“, schreit Svenja ihr ins Ohr.

Ein Nicken, ein Schulterzucken. Josy folgt, wie immer. Svenja führt die Reihe an, schiebt sich bulldozermäßig durch die Menschen und sorgt für eine schmale Furche in den Massen, gerade genug, sich entlang tätowierter Arme, dem ein oder anderen Achselgestrüpp unter hochgereckten Pommesgabeln oder verschwitzter T-Shirts zu schieben. Geruch von Dreck, Rosenduft für ihre Nase. Testosteron, wie sie aus dem Biounterricht weiß.

Klar ist das Gedränge dichter, je näher sie an die Bühne kommen und irgendwann läuft selbst Svenja gegen eine Wand, die sich nicht öffnen lässt.

Die Körper schlucken Josy wie Amöben ihre Beute. Anne, eben noch vor ihr, verschwindet hinter dem Rücken eines Riesen. Damit ist jeglicher Blick auf die Bühne versperrt, aber wer braucht das schon. Metal muss man nicht hören, sondern fühlen.

Sie fühlt noch viel mehr als Musik. Mehr als Vibrationen. Druck der anderen Körper. Ihre Brust wird unangenehm gequetscht, als ein Ellbogen sich in sie bohrt. Eine Hand an ihrem Hintern. Unter dem Rock.

Das mit der Brust wird gleichgültig, als sich die Hand bewegt, sich zielgerichtet unter dem Slip durch ihre Furche schiebt, über ihr Arschloch gleitet und zwischen den Schamlippen verschwindet. Dicke Finger, raue Kuppen, wulstige Glieder. Die Finger in ihr treffen auf ihre Feuchte, die aufflammt wie das Lagerfeuer gestern Nacht nach der halben Flasche Spiritus.

Cool. Festivalsex. Irgendjemand hat mal davon erzählt, dass so was passieren kann, auch wenn niemand es wirklich erlebt hat.

Sie versucht, sich umzudrehen, um den Mann zu finden, der sie auserkoren hat. Eine Hand drückt sich seitwärts an ihre Wange und lenkt ihr Gesicht zurück in Richtung Bühne. Unmissverständlich.

Für einen Augenblick flammt Unbehagen und ein Anflug von Furcht auf. Wenn es nun ein alter Kerl ist, hässlich wie die Nacht? Was sagen die Mädels dazu? Eigentlich sollte es ja gleichgültig sein. Oder? Außerdem ist eh keine von ihnen zu sehen und später, am Lagerfeuer, kann sie sich das Aussehen zusammenspinnen, wie sie will. Scheißegal.

Immerhin weiß er, was er tut. Sein Finger drückt auf die richtige Stelle, ein anderer rubbelt über die Klit. In dem Moment, in dem Josy sich fallen lässt, übernimmt der Körper die Regie. Ihr Hintern drückt sich in Richtung des Mannes hinter ihr, die Schenkel versuchen, die Hand zu greifen und festzuhalten.

Er pumpt stärker, fester, beinahe zu fest. Wieder werden Josys Brüste an den Vordermann gedrängt, zum Glück an dessen breiten Rücken und nicht an einen Ellbogen. Gar nicht so schlecht. Druck. Stimulation. Ersatz für Hände.

Noch enger schließen sich die Körper um sie. Ihre Hände, die sich instinktiv nach unten bewegen, unklar, ob zur Abwehr oder zum Helfen, werden eingeklemmt zwischen Jeansärschen und einem kratzigen Reißverschluss, kreisenden Hüften und verschwitzten Armen.

Soll sie nicht doch nachschauen?

„Nicht umdrehen!“ Eine vom Schreien heisere Stimme, eine von Tausend.

Sie gehorcht. Vielleicht einfach besser so.

„Du willst es?“ Mischung zwischen Frage und Befehl.

Ein Nicken. Mehr ist nicht nötig.

Warmes Fleisch an ihren Labien, weicher als zuvor. Es zwängt sich zwischen sie, in sie. Verdrängt die geschwollenen Lippen, teilt ihre aufgeweichte Spalte, angefeuchtet und bereit für den Eindringling. Ruckeln, Pressen, größer als Ben, zugleich härter. Grapschende Hände an ihren Hüften, die Druck machen, sie nach hinten und unten bewegen, bis er ganz in ihr ist, oder zumindest so weit wie möglich. Tiefer als gewohnt, weniger schmerzhaft als üblich. Runder Mund, ein Oh, aufgerissene Augen.

Er gleitet zurück, entzieht sich ihr. Sie folgt, versucht mitzukommen, obwohl der Körper weiß, dass das Anlaufnehmen dazugehört.

Vorstoß. Reinrammen, anstoßen. Ah!

Ein Fick, hart und schnell und gerade deshalb so heiß. Josy bricht der Schweiß aus, der Alkoholnebel davongeweht, stattdessen Körperausdünstungen überall um sie herum. Männerkörper, Männergeruch. Ihre Brüste reiben bei jedem Stoß an einem Rücken, dann an einem dicken Arm, dann an einer Brust. T-Shirt, Jeansweste drüber. Raue Knöpfe, die über ihre Wange schubbern. Au!

Eine Hand zieht die Knopfleiste weg, nur noch Stoff und Muskeln, warmer Körper, Schweiß. Gut, der Männerschweiß. Hände auf den Brüsten, die kneten, kneten, kneten. Drücken, suchen die Nippel unter dem BH, quetschen.

Reden um sie herum, nicht mehr das Gebrüll im Takt, eher Murmeln, leiser als die Musik, die nur noch im Ohr rauscht, unverständlich. Sie nickt, lächelt, grinst, dann zurück zum Ah und Oh, Worte irgendwo im Matsch vergraben wie ihre Hände im drecksteifen Jeansstoff. Der Mann vor ihr löst sie, legt sie tiefer auf seine Hüften, zieht ihren Körper nach unten. Ihr Mund, immer noch zu einem großen Oh geformt, groß genug, das warme, würzige Fleisch aufzunehmen, das wie von selbst in sie gleitet, nach hinten, bis an den Rachen.

Würgen, Luft schnappen, anstoßen. Nicht im Mund, sondern unten, in ihrem Bauch. Tiefer jetzt als vorher, vielleicht auch dicker, auf jeden Fall schlüpfriger. Nippel werden geknetet, Hände verschließen die Ohren, was aus dem Wummern ein Pulsieren werden lässt, ihr Kopf wird geschoben und gehoben, vor, zurück, auf, ab. Warme Flut in ihrem Mund, salzig, dann muffiger, aber scheißegal, nicht so schlimm wie der Matsch im Mund letzte Nacht, als sie umgefallen war nach einem Schnaps zu viel. Heute kein Matsch, was Besseres, das man schlucken kann, nicht ausspucken muss. Ginge auch gar nicht, weil Fleisch im Mund. Saugen und lecken, wieder Salz auf der Zunge und Wärme und immerhin was zu essen für ihren Bauch. Hunger hat sie. Freut sich über die Mahlzeit, besser als Würstchen, denkt sie, lässt sich füttern und füllen, oben und unten, immer wieder und noch einmal mehr.

Als ihre Knie nachgeben, packt einer sie und trägt sie weg. Kratzige Knöpfe an der Schläfe. Schweben in der Musik. Bässe im Bauch, Spermalächeln im Gesicht. Schmutzige Hände um einen haarigen Nacken.

„Schlaf! Wir kommen später. Wenn du dann noch da bist …“

Sie hört das Ende nicht mehr. Träumt schon.

Festivalsex. Gar nicht so schlecht.

Wer spielt? Scheiß egal.

Ach ja. Da waren sie auch.

Geil. Und dreckig.

Genau richtig.

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