Leseprobe – immer noch in Arbeit …

Noch ein kleiner Ausschnitt zur Überbrückung der Zeit:

Darleen griff nach einer Möhre. Ein Bild schoss ihm durch den Kopf und er rief viel zu laut „Halt!“, ehe er sich bewusst war, dass er das Bild umsetzen wollte.
Sie erstarrte. Wahrscheinlich dachte sie, dass sie wieder einmal etwas falsch gemacht hatte. Er grinste. Es war schön, sie an dieser Grenze zu wissen, diesen kleinen Hauch Furcht im Hintergrund, von der er wusste, dass sie ein ganz eigenes Aphrodisiakum darstellte.
Seine Finger landeten unbewusst auf ihrem Hintern, fassten die beiden prallen Kugeln und quetschten sie einen Hauch zu fest. Ihre Reaktion war vorhersehbar, aber wie jedes Mal berauschend. Ein Schaudern, eine Art Vibration, das von ihrem Scheitel bis in ihre Beine lief, Gänsehaut auf ihren Armen. Hätte sie ihre Haare hochgesteckt, könnte er sehen, wie sie sich im Nacken aufstellten, da war er sicher. Nein, mit einer Faust ihre Haare zu greifen liebte er weitaus mehr. Keine Haarspangen für Darleen.
Ihre Schultern wirkten starr, wie überhaupt ihr Körper Erwartung ausdrückte. Wie ein Reh, das nicht weiß, ob es sich ducken oder fliehen soll. Tom spürte die ersten Anzeichen eines Highs, und das bezog sich nicht auf seinen Schwanz, der bereits erwartungsfroh anschwoll.
Ohne ein Wort griff er mit einer Hand um sie herum nach einer Möhre. Die Größte. Sie fühlte sich eisig an, aber das würde sich bald ändern.

Wie ihr seht, spielt sich die eine oder andere Szene in der Küche ab. Kein Wunder, Tom ist Koch …

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Lust-Tier

Delia verdreht sich vor dem Spiegel in dem Versuch, ihren Hintern zu betrachten.

„Es sind keine Spuren zurückgeblieben.“ Louis legt die Uhr um sein Handgelenk.

Für einen Moment lässt Delia sich von dem Anblick der Finger ablenken, die den Dorn in die Öse einfädeln. Er hat große Hände, dicke Finger, die unerwartet geschickt agieren.

Noch einmal schaut sie über die Schulter und wünscht sich ein Spiegelkabinett, in dem sie sich rundum betrachten kann. Nein, keinerlei Spur zu sehen. „Schade!“ Inbrünstig. Von Herzen kommt das Wort, ganz tief aus ihrem Innern.

Er gluckst leise. „Willst du dich beschweren, kleiner Fuchs?“

Sie strahlt ihn an. Hätte irgend jemand anderes sie klein genannt,wäre sie demjenigen an die Gurgel gesprungen. Louis ist nur wenige Zentimeter größer als sie, dennoch lässt sie es sich von ihm gefallen. Eine Liebkosung, ähnlich der besonderen Liebeserklärung, die seine Hände ihr gestern gemacht hatten. „Nun ja. Ich hätte nichts gegen einen oder zwei Striemen, die mich an diese Nacht erinnern.“

Wie der Blitz steht er vor ihr, seine Pranken landen auf ihrem Hintern und quetschen das Fleisch schmerzhaft. Dass er sie dabei an sich drückt, ihre Brüste an seinen Oberkörper gepresst werden, ihre Arme gefangen unter seinen, ihr Schambein an seinen Hüftknochen, stört sie nicht im Geringsten. Im Gegenteil. Sie liebt es. So spürt sie ihn überall, hat seinen Geruch in der Nase, fühlt sich selbst und dazu ihre Verbindung.

„Dann muss ich wohl zu Hilfsmitteln greifen, die Spuren hinterlassen. Wie wäre es mit einem Paddel?“

Delia versucht, sich den Schmerz vorzustellen. Wird es sich so anders anfühlen als seine Hand, die so groß wie eine Untertasse ist? Seine Handfläche ist hart, gestählt von der körperlichen Arbeit als Gärtner, von Hornhaut überzogen. „Hm …“

„Ich habe verstanden.“ Louis grinst wieder, aber es wirkt nicht mehr lustig, sondern sadistisch. „Da muss was Härteres her.“

Was das wohl sein wird? Sein Gürtel? Die Rückseite der Haarbürste? Delia lässt sich einiges durch den Kopf gehen, was sie gelesen oder gesehen hat. Soll sie ihm etwas vorschlagen?

„Dort wo ich heute arbeite, steht ein Haselstrauch.“

Sie ist verwirrt. Wieso erzählt er ihr jetzt von seiner Arbeit? Ihr Blick fällt auf die Uhr am Bett. Oh, er muss gehen!

Statt sie loszulassen, presst er sie härter an sich und presst die Finger noch fester in ihr Fleisch. „Der hat schöne, gerade Äste.“

Wer hat Äste? Wovon spricht er? „Louis?“ Bei seinem freudigen Blick fällt endlich der Groschen. „Oh!“

Jetzt lacht er. „Das war noch nicht überzeugend. Heute nacht kannst du „Oh“ sagen und „Ah“ und „Hör auf!“. Ich werde nicht aufhören. Ich werde weiter zuschlagen. So lange, bis du ein Muster auf deinem Arsch hast. Vielleicht Karos? Oder Streifen? In regelmäßigen Abständen von hier“ – sein Daumen drückt sich in die obere Rundung – „bis hier.“ Die Fingerspitzen wandern noch ein Stück nach unten, bis auf den Oberschenkel. „Dunkle, tiefrote Streifen. Gerade so tief, dass sie noch nicht anfangen zu bluten.“

Zum Glück hält er sie, sonst hätte der Schauder sie von den Füßen gerissen. Ihre Knie fühlen sich gummiartig an, Arme und Beine haben sich in Tentakel verwandelt, die ihm beinahe aus den Fingern schlüpfen.

Tree Branches (Brushwood) Macro Background

„Streifen, die so schnell nicht verblassen.“ Die Finger malen Striche auf ihren Hintern, einen unter den anderen.

Sie fühlt schon den Schmerz. Er wird unerträglich sein. Und doch tragbar. Aushaltbar. Er wird sie in diese Sphäre katapultieren und bei jedem Schlag wieder herausreißen, bis sie nicht mehr zwischen Träumen und Schmerzen und Lust unterscheiden kann. Angst und Vorfreude vereinen sich zu einem Knoten im Magen und Unterleib, ein wildes Tier, das da in ihr schlummert und langsam erwacht und sich streckt, seine Glieder in Richtung Herz und Klit schickt und Stromstöße direkt ins Hirn.

Louis legt seinen Mund an ihr Ohr. Delia konzentriert sich ganz auf ihn. Sein Worte haben das Tier geweckt. Wird er es zum Schlafen schicken? Nein. Sein Flüstern ist so leise, dass sie den Atem anhalten muss, um ihn zu hören. Das Tier in ihr hält ebenfalls den Atem an und verharrt stocksteif.

„Und wenn doch, werde ich sie einfach nachzeichnen.“

Sie spürt, wie es den Kopf hebt, die Ohren gespitzt, die Schnauze leicht geöffnet, die Augen groß und wachsam. Oder ist sie es, die so reagiert? Ist sie das Tier? Ist es ihre Lust, ist es ihr Sein, das sich nach diesem Schmerz sehnt? Aus einem Impuls heraus beißt sie in die Schulter vor ihr, gerade so tief, dass er ihre Zähne spürt.

Er lacht. Wie er immer lacht, wenn er das Tier in ihr geweckt hat. „Ich wünsche dir einen schönen Tag, kleiner Fuchs. Ich werde dich heute Nacht zähmen. Mit einer Haselrute.“ Beißt ihr zärtlich in diese Stelle am Ansatz des Nackens, bis sie zusammenzuckt und sich unter ihm windet, dann lässt er sie alleine.

Das Tier grollt ein wenig, weil es warten muss. „Nur bis heute abend“, flüstert Delia. Dann bekommt sie, was sie sich ersehnt. Bis dahin wird diese Mischung aus Vorfreude und Panik sie begleiten, wird ihre Erregung simmern und ihre Angst immer größer. Wie das Tier in ihr wächst, bis es sie ausfüllt, sie ganz übernommen hat.

Bis sie Tier ist. Schmerz-Lust-Tier. Tierischer Lust-Schmerz. Schmerzerfülltes Lust-Tier.

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Leseprobe – mein aktuelles Projekt

Ich schreibe an einem Roman, in dem es um einen Koch geht. Und um eine Frau, die nicht kochen kann, es aber trotzdem tun muss, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die beiden haben eine Vereinbarung getroffen: Er bringt ihr das Kochen bei, sie überlässt sich dabei seiner Führung. Denn er ist ein Dom und liebt Spanking und Machtspiele.

Tom fühlte sich hin- und hergerissen. Sein Verstand sagte, dass er diese träumende Auszubildende ordentlich zusammenscheißen müsste. Sein Körper verlockte ihn dazu, sie so lange zu spanken, bis ihr Hintern glühte, sie dann zu ficken und letztlich noch zu mindestens drei Orgasmen zu fingern, bis sie wie eine zu lange gekochte Möhre schlackerte. Sein Bauch hingegen gratulierte ihm zu diesem leckeren Dessert, das er da gefunden hatte. Sie erinnerte ihn an eine zarte Creme, nur mit einem Grundton von Tonkabohne aromatisiert, als Grundlage für alles zu verwenden von luftiger Sauce zu Obst bis hin zu mächtigen, mehrstöckigen Torten. Es lag an ihm, was er aus ihr zauberte.
Was aber sollte er heute mit ihr tun? Auf seinen Körper hören? Okay, er konnte es beim Namen nennen. Sein Schwanz wollte sie besitzen, seine Duftnote setzen, sie brandmarken. Ob sie sich das allerdings gefallen ließ, stand noch nicht fest. Sie träumte, und es war fraglich, ob sie den Schritt aus den Träumen in die Wirklichkeit wagen würde.
„Darleen, du musst dich konzentrieren. Wenn du so weitermachst, bekommen wir heute nichts mehr zu essen. In Zukunft wirst du jede meiner Anweisungen mit „Ja, Tom“ beantworten.“
„Hmm.“
„Wenn du es darauf anlegst, können wir das Ganze auch verschärfen. Wie wäre es mit `Ja, Chef´?“
Das kleine Biest grinste. „Oder `Ja, Sir´?“
„Zieh die Hose aus.“
Ihr Mund öffnete sich und blieb offen. Ah, nun hatte er sie doch noch überrascht. Mehr als mit seinen Schlägen.
Als er nach dem Spatel griff, bewegte sie sich endlich. Nun hatte er ihre Aufmerksamkeit. sexy man holding a whip for cooking

Der Text ist noch nicht lektoriert. Soweit bin ich leider noch nicht, ich habe ca. die Hälfte fertig.  Wollt ihr so etwas lesen?

Foto: rdrgraphe©stock.adobe.com

 

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Sommermorgen

Meine Finger kreisen, streichen, erst langsam, dann schneller, nicht mehr so akkurat, unkoordinierter. Jetzt keine perfekten Kreise mehr, sondern kantige Vielecke um das Zentrum meiner Lust. Ich mag nicht eindringen, nur reizen, locken, so wie ich nicht kommen mag, sondern nur erregen.
Oder doch? Letztlich wird es darauf hinauslaufen, jetzt, wo ich wach bin, zwar noch vom Halbschlaf umfangen aber noch nicht wieder mit klarem Kopf eingetaucht in den neuen Tag. Nein, ich halte die Augen geschlossen, um den Traum festzuhalten, der mich hierhergeführt hat, der mich angemacht hat, der meine Finger ihren Weg suchen ließ zu der üppig fließenden Feuchtigkeit im Dreieck meiner Lust, der mich die Schenkel spreizen ließ, erst nur ein Stück, dann weiter, dann ein Bein aufgestellt, das andere zur Seite fallend. Das dünne Laken, ausreichend für die warme Sommernacht, schob ich weg, ungeduldig, auf der Suche nach Luft und Bewegungsfreiheit. Das Zimmer ist kaum kühler als ich, kein Lufthauch streicht über meine schweißüberströmte Haut, kühlt mir die feucht an der Strin klebenden Strähnen.
Der Finger rubbelt, trotz aller Unachtsamkeit immer noch so genau, dass er nicht den einen Punkt berührt, der dem Spiel ein allzu schnelles Ende setzen würde. Lieber noch hinauszögern, lieber die Vorfreude steigern. Ich tauche immer weiter auf, nehme mehr als meinen Körper wahr, als die Lage meiner Gliedmaße, als das Zucken meines Fingers. Die andere Hand hat instinktiv einen Nippel in Beschlag genommen, knetet und zupft, zart noch, um auch diese Stimulation nur auf niedrigem Level zu halten. Lass dir Zeit, genieße.
Ich zwinge mich, tief durchzuatmen, nach dem Ausatmen kurz innezuhalten, um zur Ruhe zu kommen. Kein Interesse, es bereits so frühzeitig zu einem Ende kommen zu lassen. Noch sind meine Gedanken bei dem Traum, der mich aufgeweckt hat, Bilder wie weichgezeichnet, von sich windenden Körpern, Seile, Tücher, ein Knebel ist im Spiel. Hände überall, zwischen meinen Beinen, in mir, auf mir.
Die Ruhe sickert durch die Erinnerung an den Traum. Kein Atmen, keine Bewegung dringt von der anderen Seite des Bettes zu mir. Ich drehe den Kopf, das bisschen Helligkeit reicht aus, um seinen Umriss unter der Bettdecke zu erkennen. Seine Front ist mir zugewandt, und da, ja, seine Augen sind offen, dunkle Punkte in seinem Gesicht. Keine Farben, dafür reicht das Licht nicht, doch ich weiß, wie sie aussehen, weiß um ihr Strahlen und um das Brennen, mit dem sie so häufig auf mir liegen, gewiss auch jetzt, in dieser Situation.
Meine Finger erstarren und ich bilde mir ein, den Anflug eines Nickens zu erkennen. Jetzt bin ich entflammt, von seinem Blick allein, von dem Wissen, dass er mich beobachtet, dass er Zeuge meiner erwachten Lust ist, meiner selbstsüchtigen Sucht nach Erfüllung. Nur ein Schnicken würde genügen, ein fester Druck, ein harter Finger.
Er bewegt sich nicht.
Erst als meine Finger sich in den Nippel bohren, mein Mund sich zu einem leisen Keuchen öffnet, erkenne ich am Aufblitzen der weißen Zähne, dass er lächelt.
Ich lächle zurück, selig.
Ab jetzt übernimmt er. Alles, meine Handlungen und seine. Meinen Körper und seinen. Meine Lust und seine.

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Ohne Höschen

„Komm ohne Höschen“, schreibt er.

Och nö. Nicht schon wieder derselbe Spruch, denke ich. Warum glauben Männer, es sei so toll, wenn eine Frau ohne Höschen neben ihnen sitzt? Noch dazu im Theater? Okay, er hat Loge gebucht, aber wir werden nicht alleine sein, mindesten drei oder vier Leute sitzen neben uns. Außerdem gibt es da ein Problem, das die meisten Männer nicht bedenken: eine Frau, die sexuell erregt ist, sondert Feuchtigkeit ab. Ja, genau, dort, wo das Höschen sitzen sollte und sie auffangen kann. Wenn es denn da ist. Und wenn nicht? Schon mal mit einem feuchten Fleck auf dem Kleid inmitten von dreihundert Menschen gestanden? Nein? Genau. Die Vorstellung sollte genügen.

Also muss ich mir etwas überlegen.

Wir treffen uns vor dem Theater. Gut sieht er aus mit dem Anzug, dem weißen Hemd, der Krawatte, besser noch als auf den Fotos. Sein Dreitagebart kratzt genau richtig über meine Wange. Ich reibe mit Absicht gegen den Strich, weil ich das Kratzen spüren will. Er soll wissen, dass ich es rau mag, aber das sollte er aus meinen Mails herausgelesen haben.

Er lacht leise und beim Küsschen auf die andere Backe beißt er mir ins Ohrläppchen. Uh, Gänsehaut! Das fängt ja gut an.

„Hast du meine Anweisung befolgt?“, raunt er mir ins Ohr.

Ich lächle geheimnisvoll und schweige. Wenn er es nur glaubt, ist sein Spaß garantiert.

„Folge mir.“ Er fasst mich zur Sicherheit am Ellbogen. Nicht zu aufdringlich, aber bestimmt, geleitet er mich durch die Menge, dann den Flur mit den Toiletten entlang zu einer in die Wandverkleidung eingelassenen Tür. Er betätigt die Klinke und sie wird aufgezogen. Ein Mann steht dort, der ihn prüfend anschaut. Mein Begleiter drückt ihm diskret etwas in die Hand und schon lässt er uns durch.

Wir sind im Untergrund, dort wo Kulissen stehen und Accessoires. Es riecht staubig und ein bisschen muffig. Mir wird mulmig. Wenn wir uns länger hier herumtreiben, wird mein Kleid leiden, da bin ich sicher. Auch sein Anzug wird mit Staub überzogen, und sollten wir jemals wieder auftauchen, wird sofort ersichtlich sein, was wir getan haben. Denn dass wir nicht hier unten sind, um die Bühnenbilder zu diskutieren, ist mir klargeworden.

Doch er scheint vorgeplant zu haben, wie immer das auch zugegangen sein mag. Ich stelle mir vor, wie er mit dem Bühnenarbeiter oder gar dem Regisseur vereinbart, dass dieser Raum uns für ein Schäferstündchen zur Verfügung stehen soll. Inklusive Aufpasser, damit uns niemand stört. Und einem roten Tuch, das über einer Chaiselongue hängt und das er jetzt auseinanderfaltet.

Auf einmal ist er nicht mehr so zuvorkommend, sondern stößt mich von sich, dass ich rücklings auf das Sofa falle. Mir bleibt fast das Herz stehen. „Heh!“

„Zieh das Höschen aus. Entweder du folgst meinen Anweisungen oder wir können das Ganze gleich beenden.“

Erwischt. Dabei hatte er noch nicht einmal eine Hand auf meinem Hintern. Und man sieht durch dieses Kleid garantiert keinen Abdruck. Ich habe es extra ausgewählt, weil der Stoff so dick ist, dass keine Flecken sichtbar werden. Zumindest keine Feuchtigkeit, die von innen nach außen dringt.

Ich möchte auf keinen Fall, dass das Spiel schon hier endet. Gerade seine Anweisung macht mich heiß. Aber noch möchte ich das Zepter nicht aus der Hand legen. Ein neuer Mann muss getestet werden, das ist wohl klar. In einem Chat kann ich unmöglich erkennen, ob er der Richtige ist.

Meine Finger streifen das Kleid im Zeitlupentempo nach oben, bis der Saum etwa eine Handbreit unter meiner Muschi ist. Mehr wird er nicht zu sehen bekommen. Nicht jetzt.

Ich hatte mich für alle Eventualitäten vorbereitet. Auch für ein einfaches Entkleiden. Meine Finger kriechen langsam, so langsam unter den Saum, während ich ihn nicht aus den Augen lasse. Das Licht hier unten ist gedämpft, aber ausreichend, seinen Ausdruck zu erkennen. Er schaut mich von oben herab an, ein wenig überheblich zieht er eine Augenbraue nach oben. Mal sehen, wie lange er diese Haltung beibehält.

Das Band lässt sich gut greifen, es gleitet über meine Hüfte. Noch ist nichts zu sehen. Die Hand ziehe ich wieder unter dem Kleid hervor. Leer.

Jetzt kneift er die Augen zusammen.

Meine andere Hand wandert noch langsamer nach oben, ohne mehr von meinen seidig bestrumpften Beinen zu zeigen als zuvor. Lieber verrenke ich mich, als dass ich zu freizügig vorgehe. Sein Blick wandert zu meinen Augen, doch er bleibt am Oberkörper hängen.

Mist, Ich habe doch nicht an alles gedacht. Er kann mir tief in den Ausschnitt schauen, kann mehr als den Ansatz meiner Brüste sehen, denn sie werden nicht von einem Büstenhalter bedeckt. Dieses Wissen wirft mich ein wenig aus der Bahn. Nur ein wenig. Na gut, eigentlich sehr viel mehr. Es lässt mir die Röte in die Wangen steigen, vermutlich auch ins Dekolleté.

Da wollte ich wesentliche Dinge vor ihm verbergen und entblöße mich dabei.

Wäre ich nicht für die Oper gekleidet, könnte ich mit einem kurzen Zucken meine Haare über den Ausschnitt fallen lassen, aber um des Gesamteindrucks willen habe ich sie hochgesteckt.

Er räuspert sich, ein deutliches Zeichen der Ungeduld. Ich bin versucht, mit ihm zu argumentieren, aber sein jetzt finsterer Blick und der grimmig zusammengepresste Mund sprechen dafür, es zu lassen. Er will mich ohne Höschen. Und zwar flott.

Es kostet Nerven, dieses Schneckentempo beizubehalten, aber ich schaffe es. Ganz langsam nur senkt sich der Stoff, wandert über meine Oberschenkel, gleitet über die Knie, die Waden, die Knöchel.

Ich bin nass und beglückwünsche mich zu meinem Kleid. Es mag einen Hauch zu warm werden, aber auf keinen Fall werde ich meinen Status verraten. Selbst die harten Nippel werden nicht zu erkennen sein. Unnötig, alle Welt wissen zu lassen, dass wir uns aufheizen für die Zeit nach Vorstellungsende.Depositphotos_32784101_l-2015 vladvitek

Er streckt die Hand aus und endlich lege ich das winzige Stück Stoff hinein.

Hoffentlich hat die Vorstellung noch nicht angefangen. Ich freue mich auf die Oper, noch dazu auf den Platz in der Loge. Und auf das Danach.

Mit starker Hand zieht er mich hoch, bis ich dicht vor ihm stehe, sehr dicht. So dicht, dass meine Brüste seine Brust berühren. Ich muss schlucken, sein Geruch füllt meine Nase und seine Wärme strahlt auf mich aus.

„Du hast meine Anweisung nicht befolgt. Dafür wirst du bestraft.“

Ich schaue mit großen Unschuldsaugen zu ihm auf. Wie will er mich hier bestrafen? Wir werden es auf später verschieben müssen. Noch etwas, auf das ich mich freuen kann.

Er schüttelt den Kopf, einmal, zweimal. Langsam und mit süffisantem Grinsen. Dann flüstert er: „Jetzt sofort.“

Kann er meine Gedanken lesen?

Wieder übt er Druck aus, diesmal muss ich mich umdrehen, auf das Sofa knien, wenn ich nicht fallen will und mich an das Polster lehnen.

Ein Spanking? Das wäre zu laut. Was dann?

Mit einer Bewegung schlägt er den Stoff meines Kleides nach oben, bis ich bis zur Hüfte nackt bin. Schade, ich wollte diesen Moment doch hinauszögern.

Nicht schade. Oh nein. Er beugt sich über mich, bis ich sein Gewicht auf mir spüre. Was jetzt? Ein Fick? Hier?

„Ich weiß, dass Frauen nicht gerne ohne Slip unterwegs sind. Sie machen sonst Flecke auf ihr Kleid. Nicht wahr?“

Ein Connaisseur. Wer hätte das gedacht? Ich antworte nicht, denn ich ahne jetzt, dass er mehr vorgeplant hat als ein Stück rotes Tuch.

Ein kühles, hartes Ding, phallusgroß, schiebt sich in meine nasse Muschi, dann legt sich etwas über meinen Schritt. Schließlich bindet er rechts und links Schleifen.

Schon stehe ich wieder vor ihm. Bekleidet wie zuvor. Keine Spuren auf mir, nicht einmal ein Stäubchen.

„So. Jetzt genießen wir die Oper. Ich zumindest.“

Bis wir auf unseren Plätzen sitzen, habe ich mich an die Größe gewöhnt, nicht aber an das unregelmäßige Summen und Vibrieren in mir. Es treibt mich zum Wahnsinn. Gerade ehe ich kommen kann, hört es auf. Genau einen Millimeter davor. Dann wartet er ab, bis ich meine Augen wieder auf das Geschehen auf der Bühne fixieren kann und sie nicht mehr völlig verdreht sind, bis meine Zehen sich wieder aufgerollt haben und meine Fingernägel sich nicht mehr in die Lehne bohren.

Spaß hat er. Ideen hat er auch. Und er lässt sich nicht toppen.

Könnte sein, dass er der Richtige ist.

 

 

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