Der Nikolaus und das Einhorn

Der fast leere Sack rutscht von meiner Schulter. Nur noch ein Termin, dann bin ich fertig für heute. Ich versuche im Licht der Straßenlaterne meine Schrift zu entziffern. Ich soll die kleine Lara richtig schelten, sie ist wohl eine ganz Wilde.
Hm. Grundsätzlich kein Problem. Gerade zum Abschluss ist das doch in Ordnung. So kann ich vielleicht den Frust über die Mutti loswerden, die mich ständig verbessert hat und über die Oma, die forderte, das Kind solle doch endlich sein Gedicht aufsagen. Dabei war die Kleine so verängstigt, dass sie kein Wort rausbekommen hat. Es kam nicht so gut an, dass ich der Oma über den Mund gefahren bin. Egal. Von allen anderen habe ich ein Trinkgeld erhalten. Die waren zufrieden mit mir.
Nun soll ich auch noch Kinder erziehen. Als ob das was nützen würde. Erziehung wirkt nur, wenn man konsequent ist, nicht wenn man einmal im Jahr den Nikolaus einbestellt.
Die Mutter sprach sogar davon, ich könnte ja die Rute einsetzen, wogegen ich mich verwahrt habe. Ich schlage keine Kinder.
Dass ich liebend gerne erwachsene Frauen schlage, habe ich vorsichtshalber nicht erwähnt. Sonst habe ich noch eine Mutti auf den Knien und das Kind geht leer aus.
Ich trotte in das Mehrfamilienhaus. Kein Aufzug. Blöd. In Gedanken versunken tappe ich die Treppen rauf. Unter dem warmen Kostüm inklusive Wattebauch und Plastikbart besteht immer die Gefahr, ins Schwitzen zu kommen. Deshalb bewege ich mich nur langsam. Ich lege schließlich Wert auf meine Erscheinung.
Moment, ist das hier der dritte oder der vierte Stock? Die Tür links mit der Fußmatte vornedran. Na ja, die hatten alle eine Fußmatte davor. Das Namensschild über der Klingel ist nicht zu entziffern. Egal. Wird schon passen.
Es ist still hinter der Tür. Ich habe auch nur ein Geschenk, also erwartet mich keine Party mit acht Kindern wie bei meinem ersten Termin. Die wollten sich die dreißig Euro wohl teilen.
Endlich dreht sich ein Schlüssel im Schloss, dann geht die Tür auf. In diesem Moment erlischt die Flurbeleuchtung. In der Wohnung ist kaum Licht, nur ein zartes Flackern aus einem Raum links von mir. Was soll´s. Vielleicht mache ich so mehr Eindruck auf das Kind.
Ich trete ein und lasse die Tür hinter mir ins Schloss fallen. Das Kind weicht ein Stück zurück. Kein Kleinkind mehr. Kein Wunder, dass die Mutter hofft, dass ich ihr einen Schrecken einjage. Sie wird bestimmt nicht fertig mit einem Teenager.
„Du warst sehr ungezogen im letzten Jahr, junges Fräulein. Weißt du, dass der Nikolaus genau weiß, was du getan hast? Ich erfahre nämlich alles. Ich weiß ganz genau, was du alles angestellt hast.“
Ein Schnauben ist die Antwort. Klar, freche Mädchen haben keine Angst.
„Mir scheint, du bereust deine Missetaten nicht? Dass du nicht auf deine Mutter hörst, weiß ich schon. Wirst du auf mich hören? Ich habe nämlich eine Rute dabei für die schlimmen Kinder.“
„Eine Rute?“
Uh, das hört sich aber piepsig an. Etwas unnatürlich. Davon lasse ich mich nicht abbringen. „Für Kinder, die so frech sind wie du. Du hast noch eine Chance. Wenn du mir versprichst, dass du von jetzt an ganz brav sein wirst, werde ich keinen Gebrauch von meiner Rute machen. Solltest du das sehr überzeugend rüberbringen, gibt es sogar noch ein Geschenk. Aber wie gesagt: Das gilt nicht für schlimme Mädchen. Nun, was hast du mir zu sagen?“
„Ich will nicht brav sein!“
Mir verschlägt es tatsächlich die Sprache. Nicht wegen dieses Gepiepses, sondern wegen der Renitenz, die aus ihren Worten klingt. Die Kinder von heute werden immer anmaßender. Mir hat schon mal ein kleiner Junge ans Bein getreten, weil ich nicht sofort das Geschenk rausgerückt habe. Als es dann noch ein anderes Modell von Lego war als das, was er sich ausgesucht hatte, konnte ich nur mit Mühe und Not ausweichen, sonst hätte ich eine Narbe auf der Stirn.
Für mich steht fest, dass ich meine Kinder anders erziehen werde. Respekt vor Älteren und Höflichkeit sollte auch bei selbstbewussten Menschen machbar sein.
„Das wird aber deine Eltern sehr enttäuschen. Wo sind sie überhaupt?“ Ich möchte nicht im dunklen Flur stehenbleiben. Bei unserer Schulung wurde auf Offensichtliches hingewiesen: Keine Berührungen, kein Auf-dem-Schoß-sitzen, nicht alleine bleiben mit Kindern. Die haben schon einiges erlebt. Also dränge ich mich an ihr vorbei und gehe in Richtung des einzigen Lichtscheins. Halt! Wollen die mich verarschen? Das ist kein normales Wohnzimmer. Stattdessen steht da ein großes Sofa mit tausend Kissen und einem Baldachin aus zarten Tüchern. Vor dem Fenster sind Kerzen aufgereiht, sonst gibt es nur noch Licht von einer kleinen Stehlampe, die ein aufgeschlagenes Buch beleuchtet. Ich erfasse sofort den halbnackten Mann auf dem Cover, dessen Torso von Frauenhänden umschlungen wird.
Da habe ich jemanden mitten aus der Lektüre gerissen. Und aus mehr, scheint mir. Ich habe nämlich noch etwas entdeckt. Wäre es nicht knallpink, hätte ich es vielleicht übersehen. Meine Fantasie spielt möglicherweise einen Streich mit mir, denn ich meine, noch Feuchtigkeit auf dem Silikon zu erkennen. Das kann nicht sein. Die trocknet in der Regel sehr schnell, wenn das Spielzeug ein paar Minuten herumliegt.
Ich drehe mich um und erkenne endlich im Kerzenschein die Person, die mich hereingelassen hat. Kein Kind. Oh nein. Garantiert kein Kind. Eine junge Frau, langes glattes Haar, eine Figur wie ein Elf, zartgliedrig und schmal. Zwei leuchtende Augen und – aber da bin ich nicht ganz sicher – ein zartrosa Hauch auf den Wangen. „Du bist nicht die kleine Lara.“
Sie schüttelt den Kopf und grinst jetzt breit.
„Du hast mich auch nicht herbestellt, damit ich dir ein rosa Glitzereinhorn bringe, das hoppelt, wenn man auf einen Schalter drückt?“
Ihr Blick weicht für eine Sekunde von meinem ab und springt zum Sofa, dann schüttelt sie wieder den Kopf, diesmal entschiedener.
Verdammt. Ich bin hart. Wer hätte gedacht, dass ein Einhorn mich hart machen würde? Ich räuspere mich. „Nun, dann … bin ich wohl falsch hier.“
Sie grinst schelmisch. „Kommt drauf an.“
„Auf was?“, frage ich und möchte mir am liebsten auf die Zunge beißen. Auf solche Sätze bin ich schon immer hereingefallen.
„Auf das, was du unter deinem Mantel hast.“
Diesmal grinse ich. „Ein Einhorn.“ Und füge hinzu: „Und eine Rute.“
Ein Zittern läuft über sie, ich kann es sehen. Bestimmt hat sie Gänsehaut. Jedenfalls sind ihre Wangen jetzt eindeutig rot.
„Die ist aber nur für freche Mädchen, die sich gar nichts mehr von den Eltern sagen lassen.“
Sie piepst wieder. „Meine Eltern haben mir nichts zu sagen. Schon lange nicht mehr. Frech war ich auch.“
Ich seufze. Bei aller Verlockung habe ich einen Job zu erledigen. „Die kleine Lara wartet auf mich. Und auf ihr Einhorn.“
„Die große Sarah wartet auch auf ein Einhorn. Und eine Rute. Wobei …“, sie betrachtet mich von oben bis unten, „die große Sarah nicht den Nikolaus im Sack kauft. Ich weiß noch nicht, was sich unter dem Mantel befindet. Außer dem Einhorn natürlich.“
„Ein großes Einhorn. Versprochen.“
Sie schaut skeptisch. Wundert mich nicht weiter. Ich habe schließlich einen dicken Wattebauch umgeschnallt, unter dem wirklich nicht erkennbar ist, wie groß das Einhorn ist, selbst wenn es nicht in Boxershorts und Jeans stecken würde. „Du könntest auf der Seite der Agentur nachschauen. Da gibt es Fotos von mir.“
„Bei einer Weihnachtsmann-Agentur? Nacktfotos?“ Sie prustet los.
Ihr Lachen ist ansteckend. „Nein, nicht auf dieser Seite. Warte, ich zeig´s dir.“ Ich krame mein Handy heraus, öffne die Seite und zeige ihr mein Foto. „Klick da drauf, dann siehst du noch mehr Bilder.“
Sie klickt und schaut und klickt und schaut. Ihre Augen werden immer größer. Ich werde immer härter. Dann reicht sie mir das Handy mit zitternder Hand zurück. „Sorry. Aber du bist zu teuer.“
Ich seufze. Schade. Ich hatte es schon erwartet. Jemand, der so lebt wie sie, gehört nicht zu meinem üblichen Kundenkreis. Mein Einhorn zuckt und erinnert mich daran, dass ich heute gar keinen weiteren Auftrag habe. „Weißt du was, große Sarah? Du bekommst von mir einen Nachlass. Immerhin ist heute Nikolaustag. Da kannst du mich zu dem gleichen Preis buchen, den auch die Eltern der kleinen Lara zahlen. Dreißig Euro. Wenn dir mein Job gefällt, darfst du gerne noch ein Trinkgeld drauflegen.“
So schnell gibt sie nicht nach. Sie gehört eindeutig in die Kategorie selbstbewusste Frau. „Und was genau bekomme ich dafür?“
Ich beuge mich vor, so dass mein Mund ganz nah an ihrem Ohr liegt. „Mehr Vergnügen, als dir ein Buch und ein Vibrator schenken können. Und die Rute obendrein.“
Sie kichert, weil mein Bart sie kitzelt, reißt sich dann zusammen, beißt sich auf die Unterlippe, und zuletzt nickt sie. „Na gut. Aber ich will auch das Einhorn.“
In meinem besten dunklen Nikolaustonfall antworte ich: „Das bekommst du erst ganz am Schluss. Wenn du mir bewiesen hast, dass du auch brav sein kannst.“

Na, wart ihr alle brav? Ich nicht. Mein Nikolaus hat zuhause die Rute ausgepackt. Und noch verschiedene andere Schlaginstrumente. Deshalb habe ich auch den Nikolaustag vergessen. Ich hoffe, ihr verzeiht mir …

Eure

Margaux

 

Foto: Depositphotos.com
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Kondom oder nicht?

Ihr Lieben,

ich habe mal eine Frage.

Dass man im echten Leben bei Sex mit einem neuen Partner erst mal ein Kondom benutzen sollte, hat sich sicher rumgesprochen. Dabei ist es egal, ob ihr BDSM praktiziert oder „normalen“ Sex.

Für mich sind Kondome nicht so präsent im echten Leben, weil ich in einer langjährigen Beziehung bin. Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wie es sich mit anfühlt, ehrlich gesagt.

Aber bei Facebook wird immer wieder mal die Frage diskutiert, ob man das nicht auch in Büchern  thematisieren müsse. Es sei doch kein Problem, mal eben zu erwähnen, dass man ein Kondom aus der Tasche zieht und es anlegt.

Wer meine Bücher kennt, weiß, dass ich das nicht reinschreibe. Klar, in den historischen wie Lustvolle Beute wäre es eh fehl am Platz. Aber auch in den zeitgenössischen, wie z.B. in Sex on Board, spielt bei mir kein Kondom mit.

Deshalb meine Frage an Euch, meine Leser: Sollte ich das ändern? Muss ich auf Eure Gesundheit achten, muss ich wirklich so realistisch schreiben? Oder ist es Euch egal?

Mancher Kommentar enthielt Aussagen wie: „Wenn sie beim ersten Mal kein Kondom benutzen, lege ich das Buch weg und lese nicht mehr weiter.“

 

Wie seht Ihr das? Ich bitte um ehrliche Antworten!

Ich wünsche Euch jedenfalls guten Sex, egal ob mit oder ohne, und vertraue erst mal darauf, dass Ihr Euch auch da nach dem Grundsatz des SSC entscheidet, in diesem Falle S für SAFE …

Eure

Margaux

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Bitte, bitte, Daddy!

Ich bin (noch) erkältet und hatte mal wieder Zeit, mich einfach treiben zu lassen. Schreiben geht in diesem Zustand nicht. Hören gerade noch, aber das intensive Hören, das die Kontrolle meines Hörbuches erfordert, geht auch nur begrenzt. Also habe ich vor dem PC gehockt und bin in die Tiefen des Internets abgetaucht.
Beim Surfen bin ich wieder einmal auf eine Menge Zeug gestoßen, in dem das Wort „Daddy“ vorkommt. Nicht von Kindern gesagt, sondern von Erwachsenen, wie ihr euch vielleicht schon gedacht habt.
Deshalb muss ich jetzt einfach mal was rauslassen:
Ich habe eine extreme Abneigung gegen das Wort und auch gegen die Geisteshaltung, die dahinter steckt.
Ich bin kein Kind. Schon lange nicht mehr. Ich hatte einen Vater, den ich sehr geliebt habe. Ich habe ihn Papa genannt, aber genauso werde ich jede Art von Kosenamen für Vater auch auf ihn beziehen: Paps, Pops, Dad, Daddy, weil ich in Englisch genauso unterwegs bin wie in der deutschen Sprache.
Mein Mann ist niemals mein Daddy. Mein Mann ist mein Dom, mein Herzallerliebster, und noch eine Menge anderer Namen, die ich für ihn habe. Ich sehe in ihm niemals einen Vater.
Ich brauche keinen Vaterersatz, nur weil ich submissiv bin, sondern immer noch einen Partner. Ich brauche niemanden, der sich um mich kümmert, als wäre ich sein „Baby“, sondern jemand, der mich wie eine erwachsene Frau behandelt. Natürlich genieße ich es, umsorgt zu werden, aber ich möchte genauso gerne umsorgen. Auch in dieser Richtung: Nicht so, wie ich es bei einem Kind tun würde. Niemals.
Und da liegt auch mein Problem. Was tut ein Daddy mit seinem Baby? Welcher Erwachsene kann sich so titulieren lassen, ohne dass in ihm Bilder entstehen von einem Kind, das er benutzt, das sich nicht wehrt, das er „liebt“, nur eben anders, intensiver – unnatürlicher?
Ich habe schon Bücher in hohem Bogen in den Müll geworfen, weil darin von Baby und Daddy die Rede war. Nein, ich mag diese Wörter nicht.
Ja, ich höre einige sagen, dass man das in den USA nicht so genau nimmt. Dort werden Mädels gerne mal Baby genannt, dort spricht man von Sugar-Daddy, wenn der Macker dem Mädel jeden Wunsch von den Augen abliest (und ihn dann mit seinen Mitteln erfüllt).
Trotzdem: mich erinnern diese Bezeichnungen an eine äußerst ungesunde Beziehung und ich mag sie absolut nicht, sondern stehe ihnen sogar voller Misstrauen gegenüber.

Wie steht ihr dazu? Ich bin gespannt, ob ihr gleicher Ansicht seid.

Foto: Quelle: Pinterest (ohne das rote Kreuz!)
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Was auf die Ohren – ein Ausschnitt als Hörprobe

Hallo ihr Lieben,

was macht eine Autorin am Feiertag? Dinge, für die sie sonst keine Zeit hat!

Zeit (und Lust) hatte ich heute für eine kurze Lesung, ein Stück aus dem 2. Teil von Lustvolle Beute. Wie immer: Authentisch, unperfekt, aber dafür echt Margaux Navara!

Viel Spaß all denen, die sich nicht an meiner Aussprache stören (ich schwöre euch, meine Stimme hört sich in echt ganz anders an! Es liegt nur an der Aufnahme ;))

Eure

Margaux

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Guter Schmerz, schlechter Schmerz

Schmerz? Ja, schon, aber auch guter Schmerz?

Nur ein masochistisch veranlagter Mensch kann vermutlich verstehen, was ich mit gutem Schmerz meine. Und es geht hier nicht um den Vergleich von einem angestoßenen Ellbogen-Schmerz zu Lustschmerz.
Nein, nur um Schmerz im Spiel, in der Szene, dort, wo er hingehört. Wo ich ihn haben will.
Und schon sind wir beim Kern des Problems.
Es gibt solche Tage … warum sie anders sind, kann ich gar nicht so genau sagen. Aber sie sind definitiv anders. Wenn dann das Kommando kommt „Beug dich vor! Arsch raus!“ falle ich nicht automatisch in den Sub-Status, bei dem mein Hirn blank wird, meine Muschi nass und alles gut ist. Ehrlich gesagt, passiert das eher selten bei diesen Kommandos. Ich brauche nämlich immer eine Weile, bis mein Hirn umschaltet. Mein Körper ist da erheblich schneller. Schmerz? Dann wird Lust folgen! Also: Produziere Feuchtigkeit, erhöhe die Temperatur, die Atmung, den Herzschlag. Mit einiger Verzögerung folgt dann das Hirn und übernimmt. Oder schaltet sich aus? Keine Ahnung. Wahrscheinlich Letzteres.

Dann sind da diese Tage, an denen der Kopf einfach nicht ruhig sein will. An denen ich mich noch so sehr anstrengen kann, es funktioniert nicht. Jeder Schlag, egal ob mit der Hand oder mit einem Instrument, tut weh. Das erstaunt mich immer wieder, dass ein und dieselbe Handlung doch so unterschiedliche Auswirkungen haben kann.
Wieso? Was macht mein Hirn mit mir, wenn ich umschalte? Sicher gibt es da Chemiker oder Ärzte oder einfach SM-Forscher, die mir das jetzt genau erklären könnten. Aber ich will gar nicht wissen, welches Hormon was bewirkt, weil ich diese Hormone, oder was auch immer das auslöst, ja nicht steuern kann.
An diesen Tagen würde ich am liebsten Nein schreien, möchte mich den Schlägen entziehen, möchte fluchen und protestieren. Aber tatsächlich tue ich es nicht, verwende weder mein Safeword noch breche ich die Szene ab.
Warum? Schwierig. Weil ich hoffe, dass es doch noch kommt? Weil ich es aus Erfahrung weiß? Weil ich meinen Mann nicht enttäuschen will? Oder ist es einfach Dummheit oder Sturheit?

Vor kurzem war es so.

Ich empfand den Schmerz nur als unangenehm. Ich habe nicht abgebrochen. Mein Mann hat es selbst gemerkt, er hat dann aufgehört. Aber auch er hat die Szene nicht endgültig abgebrochen. Nur anders weitergeführt.
Sicher ist das dieser Zauber, den man nur als Paar haben kann, das sich schon lange kennt und sehr gut aufeinander eingespielt ist. Wofür ich extrem dankbar bin.
Was wir dann gemacht haben? Gekuschelt. Ja, genau. Extrem anti-BDSM-mäßig einfach gekuschelt. Und wisst ihr was? Irgendwann war es gut. Irgendwann war ich bereit für Schmerz. Auch das hat er gemerkt.
Ein paar Schläge mit der Gerte zwischen meine gespreizten Beine, ja, genau, auf den empfindlichsten Punkt überhaupt, und ich war kurz vorm Kommen. Ich durfte da noch nicht, aber ich schwöre, noch ein Schlag mehr, und ich wäre im 7. Himmel gewesen. Na ja. So ist er halt. Ich war dann später noch im Himmel, sogar mehrfach. Weil ich wieder in der richtigen Spur war. Zumindest in der Spur, in der unsere Spiele einfach nur gut sind, in der sie mich auf das Körperliche reduzieren und ich meinen Alltag, alle Problemchen, alles Nachdenken einfach sein lasse.

Merke: Er kann das. Nur ich kann es manchmal nicht. Zumindest nicht gleich. Aber später.

Sorry, ich schätze, das ist alles nicht sehr eloquent. Aber es musste raus …

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