Die Yacht – Ein Schnipsel zum Warmwerden

Ich schreibe an einem Roman (habt ihr euch vielleicht schon gedacht …) Es geht um drei Frauen, die jede auf einer Yacht landen, auf der sie für einen oder mehrere Männer zur Verfügung stehen müssen. Keine Romance, nur Erotik. Natürlich mit BDSM dabei – ich weiß, das habt ihr euch auch schon gedacht 😉 Der Titel steht noch nicht fest, das ist bisher nur der Arbeitstitel.

Zum Warmwerden hier mal ein klitzekleiner Ausschnitt. Die Protagonistin hat eine eher flapsige Art, zu erzählen. Ihr dürft mir auch gerne erzählen, ob ihr mehr davon lesen wollt …

Das Bild soll nur eine Ahnung davon geben, was ich meine. Leider hab ich kein passendes gefunden.


Es ist eines von den Kleidern, mit denen man eine Massenkarambolage auslösen kann, wenn man sich bückt. Hab ich mal ausprobiert an einer Kreuzung. Den besten Erfolg erzielt man im abendlichen Berufsverkehr.
Zuhause hatte ich es trainiert. Wie bei einem Model werden die Beine überkreuzt, die Knie durchgedrückt und dann aus der Hüfte kerzengerade runter. Der Saum rutscht dann so hoch, dass man die Muschi sehen kann und ein Stück vom Arsch. Es funktioniert, egal ob mit oder ohne String. Das nehmen die eh nicht mehr wahr, wenn sie dich anstarren. Ich wette, die Kerle sehen schon vor sich, wie sie ihn mir reinschieben. Na, und danach mach ich die Fliege, während die noch sortieren, wer warum gebremst hat und wer das Ganze bezahlt. Ein Riesenspaß!


Eigentlich spielen in dieser Szene Perlen eine Rolle. Und eine Straße voll mit Leuten in einem Ort namens Mao auf Menorca.

Na ja, ihr könnt mir ja schreiben, ob ihr mehr davon lesen wollt.

Das mit den Perlen zum Beispiel. Wo die sich befinden und wie sie dahin kommen. Und was passiert, wenn sie nicht da bleiben, wo sie sind.

 

Und wenn ihr in der Zwischenzeit was lesen wollt, in dem auch diverse Dinge in gewisse Öffnungen gesteckt werden, lest doch Offen für die Ehe. Da fällt mir ein, dass ich davon noch nie eine Leseprobe hier eingestellt habe. Das muss ich unbedingt mal ändern. Na, dann schaut mal in der nächsten Zeit vorbei …

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Baumwollseile oder Bondage fürs Bett

Im Rahmen meiner Suche nach Möglichkeiten, wie man als Anfänger in das Thema BDSM einsteigen kann, habe ich ein weiteres Interview geführt. Diesmal mit einem mir bekannten Shopbetreiber, Michael von Baumwollseil.de aus Karlsruhe, der zugleich Bondage- und andere Kurse für Anfänger anbietet. Ich selbst habe einmal an einem solchen Kurs teilgenommen. Zum einen, weil ich wissen wollte, was an Baumwollseilen so besonderes ist, zum anderen, um zu wissen, ob ich diesen Kurs guten Gewissens empfehlen kann.
Ich kann ihn empfehlen. Und die anderen Kurse von Michael auch. Er erzählt leicht und locker, er kommt erfahren, aber auch lustig rüber, was die Stimmung nicht zu ernst werden lässt, und streut dabei viel Fachwissen ein, das Anfänger nicht erschlägt und auch einiges, was Fortgeschrittene noch lernen können. Auch bei Spanking kann man viel falsch machen, weshalb Michael auch dafür einen Kurs anbietet. Wenn man weitere Fragen hat, steht er aber immer für ein Gespräch und Ratschläge zur Verfügung. Vielleicht trefft ihr ihn auch auf einer der einschlägigen Messen. Sprecht ihn einfach an.

Michael, Du betreibst nicht nur einen Shop mit Baumwollseilen und allem anderen, was man als BDSMler so benötigt, sondern Du bietest auch Kurse an. Darunter Bondage für Einsteiger. Wie läuft ein solcher Kurs ab und was lernt man dort?
Ich fange an mit „Das ist ein Seil“, dann sagen die Kunden „Ach so sieht das aus“ und dann geht´s los. Nein, im Ernst … Der Anfängerkurs ist echt Bondage fürs Bett, die ist so einfach, dass man das in 3 Minuten machen kann, und eine kleine Schmuckbondage.
Ich erkläre Seilarten, Sicherheit, Ablauf einer Session und vieles mehr. Ich mache mit Sabine oder einem Modell Bondage vor, die Kunden machen das nach und wir gucken, dass es jeder kann. Wir laden 6 Paare ein, 5 Paare werden es dann. Ich habe meinen ersten Kurs 1979 gegeben, damals halt noch nicht für Baumwollseil, aber ich kann das mittlerweile recht locker :-).

Meine Leser fragen immer wieder nach Möglichkeiten, einen Einstieg in BDSM zu bekommen, ohne gleich bei einem Clubbesuch am Andreaskreuz zu stehen, während hinter ihnen jemand die Bullwhip knallen lässt. Ist da Dein neues Angebot, das BDSM-Seminar für Einsteiger, vielleicht das Richtige? Oder sollte ich da schon wissen, um was es geht?
BDSM ist ein so riesiges Gebiet, da weiß jeder was und keiner alles. Man muss nichts wissen für das Seminar, wenn man Fragen hat, dann her damit. Ich versuche der Komplexität Herr zu werden und den Kunden einen Überblick zu vermitteln, Anstöße zu geben und Fragen zu beantworten. Niemand kann das ganze Gebiet abdecken. Ich lasse auch hier die Teilnehmerzahl klein genug, damit ich auf Fragen von jedem Kunden eingehen kann.
Ich möchte, dass die Leute gehen und sich sicherer fühlen auf ihrem Gebiet und in dem was man BDSM-Allgemeinwissen nennen kann. Das Ganze dann garniert mit ein paar Empfehlungen aus den eigenen Erfahrungen.

Viele BDSMler werfen nur so mit Fachbegriffen um sich. Einem Neuling klingeln dann meist die Ohren. Schon der Begriff BDSM ist ja recht komplex und muss aufwändig erklärt werden. Machst Du das auch? Ist dann die Rede von Shibari, Petplay oder Feminisierung?
Früher kamen solche Fragen öfter, heute googlen die Leute das eher selbst. Was benötigt wird, ist Hintergrundwissen, das man sich nicht anlesen kann und das wir von zahlreichen Kontakten uns erarbeitet haben. Je exotischer ein Gebiet, umso schwerer ist der Einstieg.
Oft genug bin ich aber mehr damit beschäftigt, Fehlinformationen aus dem Web richtig zu stellen. Leider posten manche Leute ihr Kopfkino als „reales Erlebnis“, andere Leute glauben das und verletzen sich ernsthaft, weil sie diesen erfunden Geschichten glauben.
Eines meiner absoluten Fachgebiete ist das Tragen von Keuschheitsgürteln, ein Gebiet in dem man 95% Geschichten findet und 5 % Wahrheit. Eine üble Falle für Neueinstieger.

Du bietest sogar einen Kurs „Spanking“ an. Nutzt Du die Gelegenheit, endlich mal schlagen zu dürfen? Oder dürfen Deine Besucher alles an einem willigen Opfer ausprobieren?
Ich komme zwar privat wirklich nicht so oft zum Schlagen wie ich möchte, aber da hilft der Kurs leider nicht.
Es melden sich ja immer genug Frauen, die der sogenannte „Hintern des Abends“ sein wollen, das heißt, an denen zeige ich dann all die Schlaginstrumente. Es ist aber keine Session in dem Sinne, ich schlage ja mit jedem Teil nur ein bis zwei Schläge und passe mich dabei dem Level der Kundin an. Der Hintern des Abends hat definitiv am meisten von dem Kurs, das kommt durch das Feedback klar heraus. Schlagen zum richtig Spaß haben mache ich jedoch nur zuhause mit meiner Frau, wir spielen beide nicht fremd.
Die Kunden, die als Paare kommen, haben gegen Ende des Kurses die Gelegenheit, Schlaginstrumente gegenseitig zu testen, auf Wunsch auch ohne dass andere Kursteilnehmer dabei sind, wenn jemand das gar nicht anders kann.
Für Leute die solo kommen, einen Hintern zum Schlagen anzubieten, ist in den heutigen Zeiten der rechtlichen Absonderlichkeiten ein Problem, das ich nicht aufdröseln möchte, daher nehme ich vorsichtshalber davon Abstand.

Du bist selbst BDSMler. Dazu bist Du Geschäftsinhaber. Kommen häufig Leute zu Dir und fragen Dich, wie sie denn den Einstieg in die Szene finden? Wenn ja, was sagst Du ihnen?
Ja die Frage haben wir zumindest im Shop vor Ort jeden Monat einmal. Heute ist es mehr die Frage: „Wo können wir noch auf Partys spielen gehen?“
Einstieg in die Szene … Nun es gibt die einschlägigen Foren, die großen wie die Sklavenzentrale und Fetlife, sowie zahllose kleinere Foren, die allgemein gehalten sind oder sich auf ein kleines Thema konzentrieren. Wer sehr enge Interessen hat, ist in einem Spezialforum sicher besser aufgehoben. Ich habe mich wegen Zeitmangels aus allen Foren mehr oder weniger zurückgezogen, daher habe ich da keinen so ganz genauen Überblick mehr. Sabine leitet ja sogar noch ein Forum, in dem jeder Beitrag zuerst gelesen und dann einzeln freigeschaltet wird. Ein leichterer Einstieg sind mittlerweile Foren wie der Joyclub, bei denen BDSM zwar existiert, jedoch nicht zwingend im Vordergrund steht, damit kommen Anfänger oft besser klar.
Die Sklavenzentrale listet, auch ohne das man angemeldet ist, alle Stammtische leicht find- und sortierbar auf, ein, zwei Stammtischbesuche sollte man als Anfänger gemacht haben um zu sehen, ob das etwas ist, was einem gefällt. In den meisten Gegenden findet man in erreichbaren Umkreis mehrere Stammtische, damit man einfach mal sehen kann, ob man einen Treff findet, der einem gefällt. Ich war eine Zeitlang Stammtischleiter der Dark Friends Karlsruhe und habe mich dabei sehr um Neulinge bemüht, mein Mangel an Freizeit lässt auch das schon lange nicht mehr zu.
Was kann man als Anfänger noch tun außer Stammtische und Foren? Playpartys sind leider viel seltener geworden als früher und oft nur für Paare zugänglich oder erschwinglich. Sabine und ich haben momentan gerade mal noch einen einzigen Event, auf den wir mehr oder eher weniger regelmäßig gehen, das Angebot im Großraum Karlsruhe ist sehr klein geworden im Vergleich zu vor zehn Jahren.
Für Paare ist der Besuch einer Playparty etwas, das einem zumindest einen Einblick in die Bandbreite des BDSM bietet, man kann viel sehen, ist aber zu nichts gezwungen und kommt leicht in ein Gespräch. Der einzelne Herr muss einen oft sehr teuren Eintritt bezahlen, die einzelne Dame ist der Wunsch aller Partyveranstalter und ist überall willkommen.
Alternativ haben die meisten Swinger-Clubs mittlerweile mindestens einen SM-Raum und bieten Partys, die in die Richtung gehen. Auch hier einfach versuchen, in ein Gespräch mit Gästen zu kommen, erweitert den Horizont und eventuell den Bekanntenkreis.

Kann man in Deinem Shop oder während einem Deiner Kurse auch andere BDSMler kennenlernen?
Wir haben ja nur den ersten Samstag im Monat offen von 10 bis 13 Uhr und eben jeden Donnerstag und Freitag von 16 bis 20 Uhr. Dadurch konzentriert sich der Besucherstrom auf diese 8 Stunden die Woche. Man trifft also im Shop durchaus andere Menschen, dazu haben wir ja auch die Kaffeebar mit Sitzgelegenheit, wo man bei einem kostenlosen Kaffee miteinander ins Gespräch kommen kann. Viele Leute kamen schon als Kunden und waren dann donnerstags nach dem Shop bei unserem Stammafrikaner zum Essen als Freunde. Mehr als ein Mitarbeiter hat als Kunde bei Baumwollseil.de angefangen.
In den Kursen werden oft Handynummern oder Emailadressen ausgetauscht, das bekomme ich fast jedes Mal mit. Man muss halt den Mut haben, es gleich zu tun. Ich habe immer wieder Mails, in denen ich gefragt werde, ob ich Kontakt zu dem Paar aus Buxtehude herstellen kann, mit denen man vor 6 Monaten im Kurs war. Das ist dann oft gar nicht mehr herausfindbar.

Ich war schon selbst bei einem Deiner Workshops, weil ich wissen wollte, was Du da machst. Du schwörst auf Baumwollseile. Kann man das, was man in dem Workshop lernt, auch mit allen anderen Seilen nachspielen?
Mittlerweile gibt es ja viel mehr Kurse, Bondage für´s Bett, also der Grundkurs und für Fortgeschrittene, BDSM-Kurse, Spanking, Folie + Tape-Bondage und einer meiner Angestellten ist Rigger und bietet selbst Shibarikurse an in Speyer. Ich gehe mal vom Grundkurs aus für diese Antwort.
Baumwollseil ist eine Option, keine Notwendigkeit. Ich stelle alle Arten von Seilen vor und wir stellen ja auch alle Seilarten und Qualitäten her und bieten Vielfalt.
Der Anfängerkurs ist auf Baumwollseil zugeschnitten und zumindest eine der Fesselungen ist speziell von uns genau für das weiche Seil entwickelt worden, dennoch kann man alles was man lernt, auch mit Hanf, Jute oder Leinenhanf machen.
Jedes Seil hat seine Einsatzgebiete und seine Stärken und Schwächen. Baumwollseil ist leicht waschbar und aufgrund der Nachgiebigkeit anfängergeeignet. Die anderen Seile sind beim Waschen und Trocknen schwieriger und geben halt gar nicht nach. Jedes Seil hat seinen Zweck und seine Fans.

Und zuletzt die Frage alle Fragen: Was tue ich, wenn ich das alleine ausprobieren möchte? Einfach um zu sehen, wie das so ist … Stellst Du einen Partner zur Verfügung oder machst Du eine „Börse“ für Singles?
Ich könnte mit einer Singlebörse wohl durchaus Geld verdienen, aber das ist nicht mein Job. Wenn ich von den Nachfragen ausgehe, habe ich deutlich mehr Paare als Singles.
Singles in Kurse zu integrieren ist eine Herausforderung. Wir haben früher aus dem Freundes- und Kundenkreis Leute gesucht um die Kurse zu Pärchen aufzufüllen.
Eine einzelne Frau und einen einzelnen Herren, die beide als Teilnehmer kommen und die miteinander üben sollen, ohne sich zu kennen, das möchte ich niemanden zumuten.
Da wir mittlerweile deutlich mehr und in schnellerem Abstand Kurse anbieten mussten wir etwas tun um die Freundlichkeit der Helfer nicht auszunutzen und diese zu überlasten.
Kurse wie Spanking und BDSM erfordern keine Partner. Der Bondage-Grundkurs ist der Kurs, bei dem das Partnerproblem am deutlichsten zu Tage tritt. Wir nehmen hier zu den fünf Paaren eine Einzelperson dazu, die dann die Wahl hat, dass ich dann den gleichen Preis nehme wie für Paare, mit diesem mehr Geld buche ich dann ein Model, das den Kurs mitmacht oder jemand nimmt als Einzelperson zum Einzelpreis teil, dann zeige ich an dem-/derjenigen die Fesselungen, die ich beibringen möchte. Zusammen mit dem Manual das es zum Kurs gibt, reicht das aus, um den gewünschten Lerneffekt zu erzielen.
Dadurch sind die Plätze für Singles zumindest im Bondagekurs begrenzt, aber ich muss dann auch keine Leute nötigen, mit Partnern zu arbeiten, die sie vielleicht nicht mögen.


Ich danke Michael für seine Geduld mit meinen „Anfänger“-Fragen und die Zeit, die er sich genommen hat. Besucht doch mal seine Seite Baumwollseil.de. Natürlich ist es toll, direkt vor Ort einzukaufen, aber ich empfehle auch den Online-Shop für alle, die einmal diese Art Seil ausprobieren wollen. Die Termine für die Workshops gibt es hier, aber auch im Joyclub. Michael steht für Fragen gerne zur Verfügung, das kann ich versichern.

Und für alle, die mal wieder eine Geschichte lesen wollen, in der es (auch) um Bondage geht: Wie wäre es mit Love Me – The Hard Way? Luke fesselt Emma auch gerne, mit ganz unterschiedlichen Seilen oder Tüchern.

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Blogparade: #sexysounds

Beim Sex, jeder Art von Sex, sind alle Sinne gefordert, auch wenn es uns meist nicht bewusst ist. Nicht nur der Tastsinn ist gefragt, sondern genauso das Sehen, das Riechen, das Schmecken. Ganz wichtig finde ich auch das Hören.
Es gibt so unendlich viele Geräusche, die mein Herz höher schlagen lassen. Die gesprochenen Worte sind Teil davon, natürlich, aber nur ein geringer. Selbst da sind es ja nicht die Worte alleine, sondern immer auch der Tonfall, die Tonhöhe, die Lautstärke, die von unseren Gehirnen verarbeitet werden und erst zusammen die Botschaft ergeben.
Aber daneben ist noch eine ganze Welt von Lauten, die an mein Ohr dringen und Reaktionen hervorrufen, auch wenn ich nicht jeden Einzelnen davon erst überdenken und analysieren muss. Ein Stöhnen kann alles ausdrücken, von Lust bis Schmerz, aber auch Gereiztheit, Verlangen, Widerwillen, Erschrecken und tausend andere Emotionen.
Dann sind da noch die vordergründig erregenden Geräusche wie das Klatschen von Haut auf Haut beim Sex, das Auftreffen eines Schlaginstruments auf den Hintern oder andere nette Stellen, das feuchte Schlürfen eines Blowjobs oder das Klicken des Feuerzeugs beim Anzünden der Kerze.
Ich habe seit einiger Zeit ein Geräusch, das mich beinahe kommen lässt, zumindest aber meine Erregung immer noch eine oder mehr Stufen nach oben schraubt, auch wenn sie schon längst gefühlt auf dem höchsten Level angekommen zu sein scheint. Davon will ich euch eine Geschichte erzählen.

(Ich habe noch einen Versuch gewagt: Da es hier um das Hören geht, gibt es diese Geschichte auch zum Hören. Wer sich nicht an einer leicht regional gefärbten Aussprache stört, kann sich das ja antun. (Ja, ich stamme aus Süddeutschland. Nein, ich habe keine Sprecherausbildung. Ihr hört nur mich. Nackt (na ja, bildlich gesprochen 😉 …))


„Nein.“
„Bitte …“
Seine Hand legt sich über ihren Mund. „Hör auf zu betteln. Ich entscheide.“
In diesem Moment hätte sie am liebsten ihre Zähne in seine Finger versenkt. Richtig tief und fest. Sie erschrickt über ihre Gedanken, über ihre Vorstellung, in der sie schon seine Finger zwischen ihren Zähne spürte, die weiche Haut, den Knochen darunter.
Kann er ihre Gedanken lesen? Hoffentlich nicht. Das würde böse enden.
„Ich wüsste zu gerne, was dir eben durch den Kopf ging. Das sah nach Rachegelüsten aus.“
„Aber ich bereue sie schon. Ganz ehrlich. Es war nur für einen Moment. Einen winzigen Moment.“
Er lacht leise und sie spürt die Vibrationen an ihrer Seite, wo er sich an ihren Körper schmiegt. Sie würde sich auch gerne schmiegen, aber das geht leider nicht. Er hat sie zu gut fixiert. Seitdem er das Andreaskreuz mit weiteren Gurten ausgestattet hat, kann er nicht nur Arme und Beine fixieren, sondern auch einen breiten Ledergurt direkt unter ihren Armen und über den Brüsten, einen weiteren über ihre Taille und zwei an den Oberschenkeln anbringen. Zum Glück nutzt er sie nicht immer, aber heute hat er sich dafür entschieden.
Das Festgeschnürtsein bringt eine ganz eigene Erfahrung, die noch tiefer geht als nur die Fesslung der Handgelenke und Knöchel. Es verhindert jedes Winden, Ausweichen. Selbst Zucken kann sie höchstens mit der Haut. Immerhin darf sie heute in den Raum schauen und nicht an die Wand, darf also auch ihn anschauen und sieht, was er tut. Ob sie das gut findet, kann sie nicht entscheiden. So kann sie genau sehen, was er sich für sie aussucht.
Ganz sanft hat er angefangen, mit einer Feder gestreichelt und gekitzelt. Das Kitzeln nahm überhand. Eine Folter, die besonders fies ist, wenn sie sich nicht bewegen kann. In ihr Lachen hat sich irgendwann ein Weinen eingeschlichen, was ihm gut gefallen hat. Keine Frage, die Beule hinter seiner Hose ist dicker geworden dabei. Sadist!
Jetzt benutzt er die Feder, um ihre Klit zu reizen. Das zarte Kitzeln erregt sie, nur ein bisschen, aber er weiß leider zu genau, was er zu tun hat. Auf einmal verändert sich die Berührung, wird zu einem Kratzen und Piksen. Der Federkiel, das weiß sie, ohne hinzusehen. Ein leichter Schmerz mischt sich in die Erregung. Ein Schmerz, dem sie nur zu gerne ausweichen würde, aber sie kann nicht.
Ein Finger taucht ganz tief in sie ein. Geht ganz leicht, so nass wie sie ist. Schon das Anschnallen macht sie feucht, nein, eigentlich schon die Aussicht auf die Szene. Mehr braucht sie nicht, um heiß zu werden, die Vorstellung alleine genügt schon.
„Ist meine kleine Schlampe mal wieder nass …“
Eine Feststellung, keine Frage. Zum Glück, sie kann eh nicht antworten, spürt stattdessen die Röte, die über ihren Körper läuft. Immer noch, nach all der Zeit, machen seine Worte sie verlegen, weisen sie doch zu deutlich auf ihr Begehren hin, das sie ihm nie freiwillig zeigt. Zu sehr kämpft sie noch gegen die Konditionierung der Kindheit an, gegen Beschämung und Erziehung und Blockaden, ausgelöst von einer männerfeindlichen, verletzten Mutter.
Genau damit spielt er. „Du bist also geil. Du willst es. Willst nicht nur Lust, sondern auch Schmerz. Aber du bist ein braves Mädchen. Das tut kein braves Mädchen, nicht wahr? Denkt es nicht einmal, träumt nicht von Sex und Peitschen und Schlägen.“
Am liebsten würde sie in sich hineinkriechen, sich verstecken von den geflüsterten Worten, hält die Augen fest geschlossen, in der Hoffnung, nicht gesehen zu werden, nicht aufzufallen.
Seine Finger sind wieder verschwunden, auch sein Duft lässt nach. Sie hört seine Schritte, mit denen er zu der Kommode geht, in der sie die Spielzeuge aufbewahren. Jetzt kann sie die Augen wieder öffnen, muss es sogar. Was wählt er aus? Womit wird er sie foltern?
Dabei sind es seine Worte, die sie foltern. Nein, eher ihre eigene Verklemmtheit, die sie zum willigen Opfer macht für seine Worte. Die Gerte, die er jetzt auswählt, dient weitaus mehr der Lust als dem Schmerz, zumindest ist dabei beides untrennbar verbunden.
„Willst du sie spüren?“
Sie schüttelt wider Willen den Kopf. Natürlich will sie den Schmerz spüren, aber sie kann es nicht zugeben. Nicht so, nicht mit Worten.
„Soll ich sie wieder weglegen?“
Wieder ein Kopfschütteln.
Er grinst, aber dann seufzt er. Sie weiß, dass er hofft, eines Tages von ihr klare Ansagen zu hören. Dann, wenn sie über ihren Schatten gesprungen sein wird …
Die Gerte saust heran. Ein scharfer Schmerz an ihrer Brust. Er hat genau den Nippel getroffen. Sie hätte sich beinah auf die Zunge gebissen. Mit kleinen, akkurat gesetzten Schlägen wärmt er ihre Brust auf, nur die linke, bis sie sich warm und schwer anfühlt. Ein Schritt zur Seite. Das Lederstück erwischt den inzwischen harten, erigierten Nippel. „Aaah!“
„Ach, tut das etwa weh? Aber du willst doch, dass es wehtut, oder nicht?“
Diesmal weigert sie sich, zu antworten, nicht einmal mit einer Geste. Sie hat eine Ausrede, muss sich auf die Lippen beißen, damit sie beim nächsten Mal nicht schreien muss, ihre Lust am Schmerz nicht laut werden lässt.
Weiter geht es. Inzwischen steigert sich mit jedem Schlag die Sehnsucht nach mehr. Nach mehr Schmerz, nach mehr Lust. Nach Sex, nach seinem Schwanz tief in ihr. Nach Erlösung, wenigstens mit einem Finger in ihr, an der richtigen Stelle, an ihrer Klit.
„Bitte!“
„Ich entscheide.“
Diesmal spürt sie keine Rachegelüste, sondern nur Frust. Verdammt! Sie will doch nur das, was er sonst so bereitwillig verteilt. Lust. Mit Zunge, Fingern, Schwanz, Vibratoren, Dildos. Warum nicht heute?
„Ich glaube, du brauchst noch mehr. Härteres. Oder?“
Sie schaut ihn nur an. Flehend. Versucht, ihre Abweisung auszudrücken, ihr Nein, das immer noch in ihr schreit. Nicht das Nein gegen den Schmerz, nur das Nein gegen die Lust. Es wird immer lauter, sie kennt diese Phase, in der sie die Lust beinahe vergisst, beinahe unterdrückt, weil sie glaubt, sie nicht spüren zu dürfen, sich nicht am Schmerz erfreuen zu dürfen.
Einmal hat er es fertiggebracht, dass sie sich vergessen hat, dass sie alles genossen hat, ohne ihr Gewissen zu spüren. Ein Gefühl, das einem Orgasmus am nächsten kam, warmes Fluten in ihrem Unterkörper, ein zartes Flattern in ihr, das sie zufrieden und sanft zurückließ.
Sie zahlte es ihm mit einer besonderen Art von Ergebenheit zurück, ohne Worte, nur mit Taten. Erwies ihm ihre Liebe und Dankbarkeit mit tausend kleinen Gesten, die er sich nicht erklären konnte, weil sie es ihm nicht erklären wollte. Weil Worte sich womöglich verwandelt hätten, das Ereignis verwandelt hätten, ihre zeitweilige Befreiung kleingemacht hätten. Keine Worte waren groß genug für dieses Erlebnis.
Seitdem hofft sie inständig auf eine Wiederholung. Bettelt danach, auch wenn er nicht weiß, dass ihre Worte, dieses eine „Bitte“, genau dafür gedacht ist, für nichts anderes. Dass es so viel tiefer geht als eine Bitte um einmal Kommen.
Er bringt Klemmen an ihren Nippeln an. Wäre sie nicht festgeschnallt, würde sie sich bei dem Schmerz zusammenkrümmen. So stöhnt sie nur, dunkel, animalisch, dann beißt sie sich wieder auf die Lippe.
„Willst du mehr?“
Bloß nicht zucken. Nur schauen. Dann macht sie lieber die Augen zu, will nicht, dass er vielleicht in ihren lesen kann.
Eine Weile passiert nichts, dann zieht er ihr eine Maske über die Augen. Eine einfache Schlafmaske, die aber alles Licht aussperrt.
So ist es besser. So kann sie sich in der Dunkelheit verstecken, sieht nicht, dass er sie ansieht, weiß nicht, ob er ihre Lust wahrnimmt, sieht kein Urteil in seinen Augen.
„Ich weiß, dass du dich da drin versteckst.“
Ein Schauder läuft über ihre Haut. Er hat ihr Geheimnis entdeckt, kann in sie schauen, ohne sie zu sehen.
„Du wartest einfach, bis ich dir Lust bringe, bis ich meine Lust an dir stille. Hoffst auf einen Orgasmus, auf einen Freifahrtschein ins All und darauf, dass es vorbeigeht, ohne dass du zugeben musst, dass es dir gefällt.“
Wie kann er sie so sehen? So verstehen? Aber klar. Er sieht sie ja. Sieht ihren nackten Körper, ihre steil aufgerichteten Nippel, die unter dem Druck anzuwachsen scheinen, sieht ihre Klit, die anschwillt, sieht ihre Säfte, die ihre Schamlippen benetzen. Wieder würde sie sich am liebsten verstecken, umdrehen, mit der Wand verschmelzen oder unter einer Decke verschwinden.
„Böses Mädchen! Geilst dich an Schmerz auf! Wartest, bis ich dich schlage. Dabei hast du mir gar keine Erlaubnis dazu gegeben. Sagst mir nicht, was du willst, zeigst es mir nur unfreiwillig. Aber ich kann es sehen. Fühlen. Riechen. Hören. Wie dein Atem schneller geht, wie dein Herz klopft, wie du stöhnst, ohne es zu wollen.“
Er benutzt einen Flogger, sie kennt das Gefühl genau, weiß, welchen er genommen hat. Den mit den Gummistreifen, die spürt sie besser als die Lederriemen. Sie fügen mehr Schmerz zu, wenn er es darauf anlegt. Und das tut er. Kümmert sich diesmal um beide Brüste, der Schmerz vervielfältigt von den Klemmen, die sich tiefer ins Fleisch beißen, mal hierhin, mal dorthin geruckelt werden, aber sich nicht lösen.
Noch ein bisschen. Bestimmt schafft sie es dann. Dann wird sie wieder so fühlen, wird sich von den Einschränkungen lösen, wird fliegen und wissen, dass es so richtig ist und gut.
Jetzt ist ihre Klit an der Reihe, eigentlich ihre ganze Scham, aber dieser vorwitzige Knubbel hat sich aller inneren Sperren zum Trotz aufgerichtet und bietet sich den Schlägen dar, dem Schmerz, dem Stimulus. Sie könnte kommen, wenn sie es nur zulassen würde. Theoretisch weiß sie das.
„Ich glaube fast, du machst es mir absichtlich schwer.“
Wird er aufhören? Hat sie ihn enttäuscht? Manchmal glaubt sie, dass er enttäuscht ist, auch wenn er es nicht zugibt. Er liebt sie, das weiß sie, genau wie sie ihn liebt. Doch er versucht auch, ihre Blockade zu durchbrechen. Aber vielleicht bildet sie sich das auch nur ein. Vielleicht macht es ihm einfach nur Spaß, sie leiden zu lassen. Er ist schließlich ein Sadist. Da hat man doch Spaß daran, den anderen leiden zu sehen, oder nicht?
Seine Finger bohren sich in ihre Öffnung. Nasses Schmatzen dringt an ihre Ohren.
„Du bist so nass! Ich könnte dich zum Abspritzen bringen, wenn ich wollte. Aber ich will es gar nicht. Ich will dich betteln hören. Ich will, dass du dein Verlangen zeigst, dass du mir sagst, dass du es willst. Mich willst. Das hier willst.“
Genau das, was sie nicht kann. Du weißt das doch, will sie schreien, aber das wäre schon zu viel gesagt, ein Geständnis, das sie nicht über die Lippen bekommt.
„Ich weiß aber, wie ich dich dazu bekomme. Du musst nur vor Lust zerfließen. Dann kannst du es nicht ableugnen. Dann wirst du es mir sagen. Wirst es mir geben.“
Wie soll das gehen? Wie ging es damals? Sie weiß es nicht mehr, weil sie nicht mehr richtig denken kann, weil sich alles vermischt. Die Mutter mit den auf ewig nach unten gezogenen Mundwinkeln. „Hör auf!“ „Das tut man nicht!“ „Ich will von solchem Dreck nichts hören!“ Ihre Lust. „Mach weiter, bitte!“ „Fick mich, bis ich nicht mehr weiß, wie ich heiße!“ „Gib mir Schmerz und erlöse mich von meiner Schuld!“
Ein dumpfes Summen ertönt. Ein Vibrator? Keiner, den sie kennt. Hat er etwas Neues eingekauft? Egal, aber immerhin hat das Geräusch sie abgelenkt, ihre wirren Erinnerungen davon gescheucht.
Eine Berührung an ihrer Klit.
Oh. Mein. Gott.
Dann nichts mehr. Das Vibrieren geht durch und durch, lässt alle Hirnzellen explodieren und sie auch und ihren Körper schweben und die Fesseln lösen sich und ihr Mund ist offen und schreit und schreit und schreit und sie fühlt und kommt und ist in ihrem Körper und außerhalb zugleich und ist ein Mensch und ein Tier und nichts und alles. Das Summen ist in ihrem Kopf, den Ohren, der Zunge, den Augen, in ihrer Klit, in den Brüsten, in den Zehen und Fingerspitzen. Vibriert immer noch durch jede Zelle, obwohl das Geräusch aufgehört hat.
Seine Lippen auf ihren, stürmisch, hart, besitzergreifend, liebend, stolz.
Ihre Augen öffnen sich. Nein, stimmt gar nicht, sie waren offen, aber sie hat nichts gesehen, jetzt erst nimmt sie wieder ihre Umgebung wahr. Die Birne in der Fassung, weil sie es nicht schaffen, eine Lampe auszusuchen. Die Kommode, deren eine Schublade offensteht. Ein Bett mit dunkelroter Bettwäsche. Er. Heiße Lust in den Augen, keuchend, die Lippen geschwollen von den Küssen.
Sie kann erst nur lächeln. Schwach lächeln. Dann stärker. Immer mehr, so wie sich das Wissen in ihr ausbreitet. Sie hat Lust gespürt. Mehr als Lust. Verzückung. Glückseligkeit.
„Das war …“ Sie sucht nach Worten. Findet keine.
Er zieht ihr die Klemmen von den Nippeln. Schaut jetzt weg, eine vage Enttäuschung spricht aus seinem abgewandten Gesicht. „War es gut? Hat es dir gefallen?“ Seine Stimme klingt bemüht gleichmütig.
„Bitte. Fick mich.“
Überrascht schaut er auf.
„Bitte. Fick mich, gib mir alles, was du hast. Gib mir deine Lust. Gib mir Schmerz. Gib mir Erlösung.“
„Oh Baby. Das alles, und noch mehr.“
Das Summen ist immer noch in ihr. Sie spürt es genau. Es hat Verhärtungen zerbröselt, hat Steine weggesprengt, die in ihrem Herzen lagen und in ihrem Kopf. Hat den Knoten gelöst, der in ihrem Unterleib alles zusammengehalten hat. Hat sie befreit. Von Erinnerungen und Fesseln und Scham. Endlich kann sie fühlen, was er fühlt. Gehört ihm ganz. Kann sagen, was sie empfindet.
Sie summt mit. Summt in seinen Mund, der sie küsst und in seinen Schwanz, der sie gleich nehmen wird und ein weiteres Mal zum Höhepunkt tragen wird. Immer und immer wieder.


Tja, jetzt wisst ihr, welches Geräusch mich anmacht. Es ist das Summen des Magic Wand. Auch wenn es bei mir nicht zum ersten Mal einen Orgasmus ausgelöst hat (so lange gibt es den noch nicht …). Das Magic ist auf jeden Fall zu Recht im Namen enthalten. Wow, sage ich nur … Tatsächlich glaube ich, dass man damit jede Art von Blockade lösen kann. Sogar verspannte Muskeln, für die er ja gedacht ist 😉
Nur ein Tipp: Nicht zu häufig verwenden. Man stumpft sonst dagegen ab. Hab ich mir sagen lassen. Weshalb wir ihn nur selten einsetzen. Aber wenn … Mann, dann geht es rund …


An dieser Blogparade nehmen noch eine Reihe von Bloggern teil. Hier könnt ihr die Beiträge lesen (ich verlinke, sobald die Beiträge erschienen sind):
Ben – Geräusche, die mich anmachen
Kari – Blogparade trifft 24 Stunden
Tanja Russ
Seitenspringerin
Tomasz – Kinky Secrets

Willst Du noch eine Geschichte lesen, in der die Frau kommen darf, so oft sie will? Versuch es mit CMNF-Party

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BDSM Stammtisch-Gespräch

Eine super Möglichkeit, andere BDSMler kennenzulernen, bieten Stammtische. Ich habe mit Markus, dem Organisator eines Berliner Stammtisches von BDSM Berlin e.V. unterhalten. Dabei sind viele Informationen, nicht nur über die Treffen selbst, sondern auch Tipps für erste Begegnungen herausgekommen. Lest selbst, was Markus auf meine (manche davon mit Absicht „änfängerfreundlich“ gestellten) Fragen geantwortet hat.

Markus, zuerst einmal möchte ich euch zu eurer Webseite beglückwünschen. Sie ist übersichtlich aufgebaut und bietet einem Neuling viele Informationen.
Ihr seid sehr aktiv. Wie oft trifft sich der Stammtisch? Sind alle diese Treffen offen für Neulinge oder gibt es einen Extra-Termin für blutige Anfänger?
Alle Treffen von BDSM Berlin e.V. sind offen für alle, aber natürlich gibt’s Schwerpunkte. Wöchentlich bieten wir den Munch (mittwochs) und das English Language Meetup (freitags) an, einmal monatlich das Einsteigertreffen (jeden 1. Donnerstag). Weitere Veranstaltungen findet man auf www.bdsm-berlin.de. Munch und Meetup sind zum Menschen kennenlernen und Unterhalten da, aber da wir regelmäßig mehr als 50 Besucher haben, wird es schnell zu laut, um intime Fragen zu stellen. Wer also Fragen hat, ist beim Einsteigertreffen richtig. Wir erzählen dort eine Menge zu Spielregeln, Sicherheitstipps, und wie du mit dem Partner deiner Wahl glücklich werden kannst.
Treffen wie unsere gibt es in ganz Deutschland, eine gute Übersicht gibt es auf www.schlagzeilen.com. Für die Jüngeren bis 27 gibt es die SMJG mit eigenen Veranstaltungen, www.smjg.org.

Wow! 50 Besucher! Sind das alles hübsche, junge Menschen oder gibt es eine Streuung? Ab wann ist man zu alt?
18 ist unsere Altersgrenze.
Zu hübsch sag ich jetzt mal nix – wir sind recht froh darüber, dass wir selten jemanden, der unnötige Aussagen über Alter, Aussehen, Geschlecht oder Orientierung macht, vor die Tür bitten müssen. Zu alt ist man höchstens, wenn das Hörgerät nicht mehr mitmacht.
Die Altersstruktur ist jedes Mal anders, das kann man nicht voraussagen. Und wer sich bei uns nicht wohlfühlt (obwohl ich das kaum glauben mag), der kann auch noch einige andere Treffen in Berlin besuchen.

Warum gibt es ein English Language Meetup? Gibt es so viele fremdsprachige Menschen in Berlin, die alle BDSM praktizieren?
Aber hallo! Zum einen natürlich viele, die schon länger hier leben, studieren und arbeiten, zum anderen kommen auch sehr viele Kurzbesucher mal eben vorbei, und dazu viele Berliner, so wie ich, die einfach gern Englisch reden. Wir hatten schon Gäste aus Finnland, Polen, Ägypten, Kanada, USA, England, Italien, Frankreich, Japan, Neuseeland, Australien – und das sind nur die, die mir jetzt gerade einfallen.

Ihr bietet einen sogenannten Munch. Erklärst du bitte, was das ist?
Der Stammtisch heißt bei uns Munch, zu Ehren des Originals, das 1992 zum ersten Mal in Palo Alto, USA, stattfand. Die meisten Gruppen in Deutschland sagen Stammtisch oder Treffen, gemeint ist aber immer dasselbe: ein zwangloses Treffen (in normaler Kleidung) an einem öffentlichen Ort, wo man ohne Angst hingehen kann, um auch mal über BDSM sprechen zu können (das ist aber nicht Pflicht).

Wie stehen die Chancen, bei einem solchen Treffen einen Partner zu finden?
Das mit der Partnersuche ist so eine Sache. Natürlich haben sich bei uns schon viele Paare (und mehr) kennengelernt, das ist nach 20 Jahren kein Wunder. Wir sind aber bitte kein Baggertreffen, sondern begrüßen es, wenn unsere Treffen auch weiterhin ein Ort sind, auf dem Menschen vor plumpen Anmachen sicher sind. Mit ganz normaler Höflichkeit macht auch bei uns niemand was falsch.

Dann gibt es noch das Shibari-Training. Klingt interessant. Aber was ist, wenn ich alleine kommen will? Wer fesselt mich? Wen darf ich fesseln?
Das Shibari-Training ist nicht von uns, sondern einem anderen Veranstalter shibaribar. Auf deren Website sollten die dortigen Regeln stehen, oder man fragt einfach. So sollte man das auch halten, wenn eine Partyankündigung unklar ist: im Zweifel einfach den Veranstalter fragen.
Eins aber gilt immer: Ich darf nur mit demjenigen Menschen spielen, den ich vorher gefragt habe und der sein Einverständnis gegeben hat. Es ist gar nicht so schwer, Menschen zu finden, die mitmachen: entweder auf dem Munch rumfragen, oder einfach zum Bondage Jam oder anderen Anfänger- und Kennenlern-Veranstaltungen gehen.
Auswärtige Besucher beneiden uns Berliner, weil wir wirklich fast jeden Tag irgendeine BDSM-Veranstaltung besuchen können. Es gibt leider keinen zentralen Veranstaltungskalender, aber das meiste wird z.B. auf www.sklavenzentrale.com oder auf fetlife.com (Anmerkung Margaux: Zugriff nur nach Anmeldung möglich) angekündigt.

Markus, du siehst, das große Problem ist die Suche nach einem Partner. Natürlich kann ich alle Online-Portale durchsuchen, aber seien wir ehrlich, die Chancen stehen vermutlich 1:1000, dort den passenden Partner zu finden. Was rätst Du, sagen wir mal: einem dominanten Mann, der eine submissive Frau sucht, der aber bisher nur in seiner Fantasie gespielt hat?
Er sollte zunächst unterscheiden, ob er eine Beziehung oder nur was zum Spielen sucht. Für letzteres gibt es entsprechende Partys oder professionelle Angebote. Für eine Beziehung kommt kein Single drumherum, soziale Fähigkeiten zu beweisen. Mehrfaches Sichblickenlassen auf unseren Treffen ist schon mal ein guter Anfang. Man sollte jedenfalls den Eindruck eines lichtscheuen unsozialen Einzelgängers vermeiden. Das gilt auch online: schon die Wahl des Benutzernamens sagt ja etwas aus, und die legendäre „fickstute23“ bekommt weniger Zuschriften als ein einfacher „christian_berlin“. Es ist eine gute Idee, nicht gleich mit allen Vorlieben und Schwanzlängen im Benutzernamen ins Haus zu fallen, und auch der Profiltext sollte nichts von „bewirb dich, Sklavin“ enthalten – das sorgt nur für Gelächter.
Eine gute Nachricht gibt es: das Online-Niveau von Männern ist derart grottig, dass es nur wenig braucht, sich positiv abzuheben. Profiltext genau lesen, persönlich schreiben, keine Schwanzbilder schicken, und keinerlei Spiel andeuten, bevor das Gegenüber eingewilligt hat – schon machst du es besser als 95% der anderen.
Übrigens haben es Nicht-BDSMer keinesfalls leichter, Partner zu finden: es liegt also nicht an den sexuellen Vorlieben, sondern eher daran, dass du auf dem Dorf lebst oder lange arbeiten musst.

Gibt es auf den Treffen eine Art Einteilung nach Dom/sub, Sado/Maso, gay/straight, damit ich mich gleich einordnen kann (muss)? Sollte ich am Ende noch vor jemanden auf die Knie fallen, wenn ich zur Tür hereinkomme?
Bloß das nicht! Ein Munch ist Alltag und Öffentlichkeit, keine Party oder Session. Und selbst dort begegnen sich alle zuerst immer auf Augenhöhe, bevor eventuell ein Spiel vereinbart wird. Auf unserem Munch sollen sich alle wohlfühlen, und genau deshalb wird weder abgefragt noch sortiert.
Ich werde oft gefragt, woran man denn andere BDSMler erkennt: im Zweifel weder am Halsband noch am „Ring der O“, denn das wird alles auch als Modeschmuck verkauft. Du kommst eben nicht drum herum, mit deinem Gegenüber zu reden – und du solltest möglichst nicht als Erstes fragen: „Bist du dom oder sub?“ Dazu ist immer noch Zeit, wenn man sich mal im Bett wiederfindet, oder jedenfalls kurz davor.
Übrigens sind diejenigen, die nur top oder nur bottom sind, eher in der Minderheit – die meisten von uns haben je nach Laune andere Vorlieben. Was jedenfalls ganz falsch ist: sich nur mit Angehörigen der jeweiligen Zielgruppe zu unterhalten, also „nur toppige Männer“ oder so.

Aber muss ein Mann sich nicht als Dom positionieren? Wie soll die Dame seiner Wahl denn erfahren, dass er dominant ist?
Oha, Fettnäpfchen! Dominant oder submissiv sind überhaupt nicht an irgendein Geschlecht gebunden – es gibt von allem genauso viel bei Männern, Frauen, und sämtlichen anderen Identitäten. Und es ist weder nur 100% das eine, noch irgendeine Richtung für immer. Wer das verwirrend findet, sollte sich das Buch Die Wahl der Qual besorgen – da werden eigentlich sämtliche Vorurteile gründlich aus dem Weg geräumt.
Um bei deinem Beispiel zu bleiben: Die Dame seiner Wahl (wollte sie gewählt werden?) kann ihn einfach fragen. „Worauf hast du heute Lust?“ ist ein sehr guter Einstieg für jede Art von BDSM-Spiel, und natürlich sollten beide die Frage beantworten. Manche Spielparties haben zu Beginn eine kurze Vorstellungsrunde, da sagt man z.B. „Ich möchte heute gern verhauen werden“ und darf hoffen, dass sich ein passendes Gegenüber meldet.
Jemand, der im Alltag als „dominant“ posiert, wird jedenfalls schnell merken, dass andere Menschen gar keine Lust auf solche Spielchen haben, schon gar nicht, wenn sie unfreiwillig miteinbezogen werden.

Was passiert, wenn ich beim Stammtisch auf meine Kollegin treffe? War es das dann mit meiner Karriere?
Deine Kollegin wird doch sicher aus demselben Grund dort sein wie du, oder? Grundsätzlich gilt, daß alles, was man innerhalb der „Szene“ erlebt, also auf einem Munch genauso wie auf einer Party, im Alltag diskret behandelt. Niemand muss auf unseren Treffen seinen richtigen Namen oder Beruf nennen, umgekehrt erwarten wir, dass niemand jemanden anderswo outet.
Diese und viele weitere Fragen beantworten wir unter www.bdsm-berlin.de/erstes-mal/fragen-zu-bdsm-berlin.

Wie steht es mit den Clubs in Berlin – was, wenn ich mich da nicht alleine hin traue? Gerade als Frau hätte ich viel zu viel Angst, dass ich mich von einem Dom einfach bequatschen lasse und es hinterher bereue. Kann mich da jemand begleiten? Gibt es in Berlin erfahrene Doms, die das übernehmen können? So eine Art Escort-Dom schwebt mir vor …
Ich wurde auch einmal gefragt, ob es nicht so eine Art TÜV für Doms gäbe – nein, das ist keine gute Idee, denn wer will das prüfen, und wer will verhindern, dass ausgerechnet irgendein übler Frischfleischsucher sich mit diesem Job tarnt? Ich würde höchstens wen aus meinem Freundeskreis vorschlagen, den ich aber auch mehr als 10 Jahre kennen müsste.
Aber wer sagt denn, dass es ein Dom sein muss, oder überhaupt ein Mann? Zwei oder drei Frauen zusammen sollten schon auf sich aufpassen können. In den Online-Foren wird vor jeder größeren Partys „Wer kommt denn alles?“ gefragt, also ist die Chance groß, dass man da schon mal wen vom Munch kennt.
Es gehört aber auch eigene Verantwortung dazu. Wenn du schon weißt, dass du dich leicht überreden lässt, oder vielleicht dazu neigst, zu viel zu trinken, dann solltest du in einer sicheren Umgebung erst einmal üben, deutlich „Nein“ zu sagen. BDSM hat Regeln – aber in einem kommerziellen Club kannst du nie sicher sein, dass dein Gegenüber sich daran hält oder sie überhaupt kennt.

Muss ich Mitglied im Verein werden, wenn ich zu den Treffen kommen will?
Überhaupt nicht. Selbst die Menschen, die unsere Treffen oder den Stand auf dem Motzstraßenfest betreuen, sind nicht unbedingt Vereinsmitglieder. Mitglied wird, wer mit seinem Beitrag die gute Sache unterstützen will – es gibt keine Vergünstigungen. Wir freuen uns aber immer über aktive Hilfe.


Ich danke Markus ausdrücklich für seine Geduld und die Arbeit, die es bedeutet, meine vielen Fragen so ausführlich zu beantworten!

Ihr seht also: Es ist nicht schwierig. Natürlich läuft nicht jeder Stammtisch in jeder Stadt gleich ab, und die Auswahl wie in Berlin gibt es kaum in einer anderen Stadt. Aber es ist immer noch die beste Möglichkeit, in die Szene zu kommen, Gleichgesinnte kennenzulernen oder sich einfach über diese „seltsamen“ und vielleicht sogar „beängstigenden“ Bedürfnisse zu unterhalten. Keine Angst. Man wird nicht (gleich) gebissen … Wenn die Leute nicht zusagen, bleibt man eben weg und schaut sich woanders um.

In diesem Sinne: Ich wünsche Dir Mut zu den ersten Schritten!


In einer meiner Storys geht es um ein Ehepaar, das zum ersten Mal einen Club besucht … Lest doch einfach rein: Entfesselt

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Büroträume

Jetzt musste sie die Hände wieder zurückziehen, denn er achtete sehr genau auf die Geräusche, die ihm verrieten, dass sie auch tat, was er wollte. Sie schlug den Rock hoch, diesmal nicht nur über die Schenkel, sondern so, dass ihr Hintern sich nackt präsentierte. Und zwar ganz. Er sollte vollkommen freigelegt sein, und der Stoff ihres Rockes musste sich um ihre Hüften bauschen.

Einmal hatte sie es versucht und ihn nur zur Hälfte hochgezogen, aber er hatte es sofort bemerkt. Sie wusste nicht wie er es tat, er konnte sie wohl kaum sehen, aber sie war sich seiner vollkommenen Überwachung nun sehr bewusst.

Dies war der Punkt, an dem sie noch immer rot wurde und am liebsten vor Scham im Boden versinken wollte. Ja, es war besonders früh, und es war noch niemand im Büro. Aber was, wenn doch einmal einer der Kollegen früher kam? Was, wenn er gerade ihren Chef etwas fragen wollte und unverhofft zur Tür herein platzte?

 

Kennt ihr schon: Morgenritual? Ist schon was älter, aber die Fantasie ist immer noch heiß … Eine Sekretärin, von ihrem Chef trainiert …

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