Ein Bild von einem Mann

Ich schreibe an einem Roman. Die Frau schaut gerade das erste Mal dem Mann ins Gesicht (ca. auf Seite 50, aber das heißt nicht, dass sie nicht schon vorher eine heiße Begegnung hatten …).

Beim Schreiben habe ich von meinen Figuren von Anfang an ein Bild im Kopf, mal genauer, mal nur eine vage Ahnung. Dieser Mann gehört zu Letzterem. Vielleicht weil er auch so in der Geschichte auftaucht, aus dem Dunkeln, gesichtslos, beängstigend.

Doch irgendwann, nein: jetzt!, ist der Zeitpunkt gekommen, an dem er ein Gesicht erhalten muss. Manchmal brauche ich ein konkretes Bild. In diesen Fällen bediene ich mich dazu der Dienste des Internets oder gleich entsprechender Datenbanken, von denen ich meine Bilder beziehen kann, ohne Rechte zu verletzen.

Ich hatte solch ein Glück, ich kann es kaum fassen. Genau darum muss ich das Bild mit Euch teilen.

Ein Blick auf dieses Foto und ich war sofort gefangen. Ein Bild von einem Mann. Ein Charakterkopf. Augen, die mich fesseln. Ein Mund, der Sinnlichkeit verspricht. Ausstrahlung, auch Entschlossenheit und Dominanz.man with beard

Ein Mann, der schaut, nicht sich ansehen lässt. Ein Mann, der denkt, nicht gedankenlos in die Kamera schaut.

Perfekt. Ich habe meinen Antagonisten gefunden.

Ja, er ist ihr Gegner. Ein Mann, der sie jagt, wortwörtlich niederringt, sie fängt. Keine Liebesgeschichte. Oder doch? Mal sehen, wie es weitergeht …

Jetzt, mit diesem Bild von einem Mann kann ich weiterarbeiten. Mit Herzklopfen, wie immer, wenn ich mich auch ein kleines bisschen in meine Figuren verliebe.

Was meint ihr zu dem Mann? Ist er ein Jäger?

 

Foto: ©magann-depositphotos.com

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Über margauxnavara

Autorin von BDSM-Romanen und Kurzgeschichten.
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9 Antworten auf Ein Bild von einem Mann

  1. Michael Behr sagt:

    Hm, ich bin mir nicht sicher. Für mich wirkt er auf dem Foto ein wenig zu brav, mehr wie ein Mann des Konsens als der Jagd. Aber das mag auch daran liegen, dass ich auf Lobpreisungen von Männergesichtern, mit denen ich so irgendwie 0,0 Übereinstimmung habe (nein, stimmt nicht, wir haben beide eine Nase) leicht zickig reagiere 😉 .

    Nein, Quatsch, wahrscheinlich siehst du wirklich etwas in ihm, was mir auf den ersten Blick nicht offenbar wird.

    • Lieber Michael,
      ich bin sicher, ihr beide habt noch mehr Gemeinsamkeiten als nur eine Nase!
      Nimm es als Retourkutsche für eine schlaflose Nacht …
      Und überhaupt, mit einem Bild von einem Mann spreche ich bevorzugt meine weiblichen Leser an.

      Haaaloooo, wo seid ihr? Sagt doch mal was!

  2. Wölfin sagt:

    Typischerweise habe ich bei einem Jäger ganz andere Bilder im Kopf … und die dann meistens einen Hut auf 😉
    Nein, im Ernst: Wenn es um eine Jagd geht, um ein Niederringen und fangen, dann mag das passen. Ich hätte diesem Typ in einem Krimi/Thriller jedenfalls spontan die Rolle des Bösen gegeben. Für eine Liebesgeschichte (auch für die kurze Bett-/Spielzimmervariante) brauche ich einen Mann, der gerade nicht nur schaut, sondern sich auch ansehen lässt. Und was Deinem Protagonisten dafür definitiv fehlt: Lebendigkeit in den Augen! Der souveräne Blick eines Mannes muss nach meinem Geschmack immer auch ein lustvolles Strahlen haben, den Hauch eines Lächeln. Und wenn es ein sadistisches ist, dann umso besser.

    So oder so hast Du mich sehr neugierig auf die Geschichte zu dem Gesicht gemacht.

    Morgengrüße
    Wölfin

    • Liebe Wölfin,
      nachmittägliche Grüße zurück!
      Nein, zu der Geschichte, die ich gerade schreibe, passt weder ein Mann mit Hut noch ein sadistisches Lächeln, er darf ruhig böse gucken, genau das brauche ich.
      Meine Protagonistin wünscht sich eher eine härtere Variante …

  3. Julia sagt:

    Um ehrlich zu sein, kann er recht vieles sein.

    Ich kann ihn mir als Naturmensch und Jäger, aber auch als Handwerker vorstellen.

    • Wobei dieser Naturmensch nicht auf übliche Weise jagt, sondern im übertragenen Sinn.
      Vielmehr jagt er eine Frau, eine ganz bestimmte. Meine Protagonistin. Für ihn ist sie die Beute. Er jagt nicht mit Pfeil und Bogen, er wird sie nicht töten, dennoch wird er sie schmecken, lecken, und noch vieles mehr …
      Kannst du ihn dir auch in dieser Rolle vorstellen? Als der Mann, der hinter dir her kommt, während du davonläufst, obwohl du lieber stehen bleiben möchtest, dich ihm zu Füßen werfen möchtest und es doch nicht kannst, weil dich das Fieber der Jagd genauso gepackt hat wie ihn?

      • Julia sagt:

        Mir fällt es ein wenig schwierig mir so etwas mit diesem Mann vorzustellen, weil ich bei solchen Szenarien sonst meinen Freund im Kopf habe und den Mann auf dem Bild nicht so attraktiv finde, aber ja, ich kann ihn mir in dieser Rolle vorstellen. Allerdings sollte er dabei einen anderen Blick haben. Für solche Spielchen ist sein Gesichtsausdruck dann doch ein wenig zu brav.

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