Lieber nur als Kopfkino

Es klingelt. Oh mein Gott, er ist da! Ich schaue meinen Herrn an.
Er atmet tief durch, dann steht er auf und geht zur Tür.
Normalerweise wäre das mein Job, aber nicht heute. Stattdessen soll ich mitten im Raum knien, die Beine gespreizt, Hände hinter dem Kopf. Bereit für alles, was kommt, offen für alles, was mich berührt oder in mich eindringen will.
So aufgeregt war ich noch nie, ganz bestimmt nicht. Ich musste mir dreimal das Mascara auftragen und korrigieren, weil mir die Bürste ausgerutscht ist und ich mir einen dicken schwarzen Strich irgendwohin geschmiert habe. Dass es nicht ins Auge ging, war auch alles.
Eine fremde Stimme. Mein Herr hat alle Verhandlungen geführt, mehrfach mit ihm telefoniert, Anweisungen erteilt und Bedingungen ausgehandelt. Ich hatte nichts weiter damit zu tun, nachdem ich meine Zustimmung gegeben hatte. Zweimal, um genau zu sein. Einmal zu der Sache überhaupt, und einmal zu dem Profil, das er mir zeigte. Das Bild hat mir gefallen, dunkle, weiche Augen, die denen meines Herrn irgendwie ähneln, dazu ein schöner Body. Etwas kleiner als ich, aber das macht nichts. Claudio ist solo, hetero, gebildet und willig, sich unseren, nein, den Bedingungen meines Herrn anzupassen. Danach war mein Part erledigt.
Fast muss ich kichern. Natürlich kommt mein Part erst. Und zwar jetzt. Die Tür geht auf.
Er wirkt anders als auf dem Bild. Männlicher, größer. Vielleicht liegt es an meiner Perspektive.
Mein Herr geht an ihm vorbei und stellt sich neben mich. Seine Hand greift in meine Haare und zieht den Kopf nach hinten, ganz in den Nacken. Als wollte er meine Kehle offenlegen. Es macht meine Unterwerfung spürbar, eine Geste der Kapitulation wie die eines Hündchens vor seinem Alphatier. Erzwungen zwar, aber deshalb nicht weniger wirksam.
Ich bin gespannt, wie das Ganze ablaufen wird. Mein Herr ist jedenfalls ganz bestimmt kein Cuckold, der zuschaut, wie ein anderer seine Frau durchfickt. Nein, kommt gar nicht in Frage. Er versprach mir einen zweiten Dom. Weder tritt er zurück noch will er einen weiteren Spielgefährten. Doppelte Domination, möglicherweise doppelte Penetration.
Mir hätte das Letztere genügt.
Stimmt nicht. Stimmt überhaupt nicht. Es geht nicht ums Ficken. Das ist eine Nebensache, hoffentlich eine angenehme Nebensache, aber eindeutig nicht die Hauptsache.
Aber geht es hier überhaupt um meine Wünsche? Oder um die meines Herrn? Oder die von Claudio?
Der hat sich in einen Sessel vor mir fallen lassen und schaut nur. Unter seinem Blick werde ich unruhig. Ich muss meinen Blick nicht senken, nicht bei meinem Herrn. Er möchte, dass ich ihn anschaue, er möchte, dass ich seine Wünsche so früh wie möglich wahrnehme. Vorzugsweise, ehe er sie ausspricht. Dafür muss ich hinschauen können, mich von seinen Blicken leiten lassen.
„Komm her!“
Ich finde diesen Befehl zu vage. Soll ich gehen oder krabbeln? Mich hinstellen, vor ihn knien, mich auf seinen Schoß setzen? Wo genau, wie nahe?
Sein Finger weist auf eine Stelle direkt zwischen seinen Beinen. „Stell dich hierher. Hände hinter den Kopf. Zeig dich. Präsentier dich.“
Ah, das ist das, was ich hören wollte. Jetzt springe ich eifrig auf und tue, was er sagt. Wird er mir die Verzögerung übelnehmen?
„Beim nächsten Mal geht es schneller, Kätzchen, oder du erhältst 10 Schläge auf die Fußsohlen“, mischt sich mein Herr ein. Shit, er weiß genau, dass ich das hasse! Eindeutig fällt das unter die Kategorie Strafe und hat nichts mit Lustgewinn zu tun.
„Kätzchen? Macht ihr Petplay?“ Claudio betrachtet meine Brüste ausgiebig und lässt dann langsam seinen Blick nach oben und unten schweifen. Keine Berührung, trotzdem fühlt es sich an, als würde er mich mit den Augen streicheln.
„Manchmal. Nicht heute.“ Ich spüre die Gänsehaut auf meinem Rücken. Ich bin so froh, dass er das nicht vor diesem Fremden tun will. Dieses Spiel demütigt weitaus mehr als alle anderen. Ich würde es nicht ertragen, mich Claudio so zu zeigen, auf keinen Fall. Eindeutig ein Fall für das Safeword.
„Okay.“ Claudio schaut zu meinem Herrn. „Es bleibt bei unserer Vereinbarung?“
„Klar. Wenn du Wünsche darüber hinaus hast, darfst du sie äußern, aber sie müssen dann neu ausgehandelt werden.“
„Ich bin zufrieden mit dem, was wir besprochen haben. Ich freue mich darauf, sie zusammen mit dir benutzen zu dürfen. Sie ist hübsch.“
Hübsch? Ist das alles?
Mein Herr räuspert sich. Oh je, ich weiß, was er mir damit sagen will. Er kennt mich zu gut. Hör auf, dich als gleichwertige Frau zu betrachten, sagt es. Konzentriere dich auf deinen alleinigen Zweck in einer solchen Szene: deinem Mann zu dienen. Diesmal zwei Männern. Es ist nicht so einfach wie sonst, mich in diesen Zustand zu versetzen. Demut. Unterwerfung. Dienen. Aber ich will es versuchen.
„Dreh dich um.“
Es macht mich zappelig, dass ich so lange nur dastehen muss, nichts tun kann. Bei meinem Herrn bin ich es gewöhnt, mich um seine Bedürfnisse zu kümmern. Ich bringe ihm Sachen oder verwöhne ihn mit meinem Mund oder lasse mich quälen. Alles ist mir lieber, als nur dazustehen.
„Zeig mir deinen Arsch.“
Na endlich kann ich etwas tun. Mich vorbeugen, die Backen auseinanderziehen, das Loch präsentieren.
„Willst du sie vorbereiten? Plug oder Gel?“
„Nein, ich mag keinen Plug, mir ist lieber, wenn sie so eng wie möglich ist. Das Gleitgel nehmen wir später. Sie soll so bleiben und es sich mit dem Finger machen.“
„Kätzchen, tu, was Claudio sagt.“
Ich bin nass. Mein Finger flutscht locker in mein Loch, dann umkreise ich damit meine Klit. Bei jeder Bewegung, jeder Berührung bin ich mir der Blicke bewusst. Zwei Männer schauen mir zu. Schauen, wie ich masturbiere. Das ist unglaublich erregend. Es dauert nicht lange, bis ich bei dieser Vorstellung und unter meinem Rubbeln kurz vor dem Kommen stehe.
„Halt!“
Verdammt! Ich grunze unwillig und beiße mir gleich darauf auf die Lippen. Zu spät, der Laut ist draußen.
Ein scharfer Schmerz und ein lautes Knallen folgen sofort. Mein Herr kommt zu mir und greift sich eine Brust. Schmerzhaft. Er krallt seine Finger hinein, ein Fingernagel ist auf dem Nippel gelandet. Er muss nichts sagen, ich weiß auch so, was ich falsch gemacht habe.
„Fester!“ Was meint er damit? Ach ja, es wird klar, als Claudio mich weitere Mal auf den Hintern schlägt, diesmal mit mehr Wucht. Jedes Zucken ruft Schmerzen in meiner Brust hervor, die mein Herr nicht losgelassen hat.
Irgendwann hören sie auf und lassen mich los. Zumindest stehe ich jetzt nicht mehr direkt vor dem Höhepunkt. Aber ich fürchte, ich hinterlasse einen schlechten Eindruck bei unserem Besucher. Das geht gar nicht. Alles, was ich tue, und vor allem, was ich falsch tue, fällt auf meinen Herrn zurück. Tief einatmen, langsam ausatmen. Konzentrier dich!
„Hast du einen Pranger?“
„Nein, aber wir können sie auf andere Art fixieren.“
„Ich mag Pranger. Von beiden Seiten zugänglich, ein gewisses Maß an Unbehagen und du hast die Hände frei.“
„Ich sehe die Vorteile. Vielleicht schaffe ich mir einen an.“
Die beiden diskutieren die Vor- und Nachteile verschiedener Modelle, während ich vorgebeugt dastehe und Claudio meinen Hintern hinstrecke. Ich hasse es, ignoriert zu werden. Das weiß mein Herr auch. Vermutlich weiß das jeder Herr. Ich weiß auch, wie wichtig es ist, genau jetzt weder zu zucken noch sonst auf mich aufmerksam zu machen, denn das würde als ein Versuch des Toppens aufgefasst. Bloß nicht, ich habe eben schon ein schlechtes Licht auf meine Erziehung und den Erzieher fallen lassen.
Wie nebenbei drückt ein Finger auf meinen Anus. Ohne Gleitgel.
Ich bleibe bewegungslos und bin sehr stolz auf mich. Der Finger verschwindet wieder, dafür werden meine Schamlippen gepackt, daran gezogen und wieder losgelassen. Nicht ganz losgelassen. Etwas hängt daran. Ein weiteres Teil wird hinzugefügt. Ich muss nicht hinschauen, ich weiß auch so, dass es Klammern sind, die da befestigt werden. Noch fühle ich so gut wie nichts, der Druck wird erst mit der Zeit unangenehm werden.
Für eine oder zwei Minuten habe ich das Gespräch ausgeblendet. Haben sie etwas für mich wichtiges abgesprochen? Vermutlich ja, denn mein Herr kommt nach vorne, drückt meinen Kopf tiefer und klemmt ihn sich zwischen seine Schenkel.
Das hat er noch nie gemacht, ich bin verwirrt. Durch die Beine, die auch meine Ohren verschließen, kann ich nicht mehr verfolgen, was passiert, sehen kann ich nur den Boden unter mir, riechen nur den Duft meines Herrn, der mich dafür ganz umfängt. Er greift sich meine Arme und legt sie über dem Rücken zusammen. Ein Seil windet sich darum, verbindet die Unterarme. Für einen Moment überfällt mich Panik. Was, wenn er mich nun loslässt? Falle ich dann mit dem Kopf voran auf den Boden?
Ruhig, er wird mich halten, da bin ich sicher.
Ein scharfer Schmerz auf meinem Hintern. Oh scheiße! Ein Rohrstock oder etwas ähnlich schmales, jedenfalls harte Treffer, die vermutlich ausgezeichnete Spuren hinterlassen werden. Schreien darf ich, das haben wir so vereinbart. Hören kann mich hier niemand.
Aber jetzt doch. Claudio. Der Versuch, den nächsten Schrei zurückzuhalten, quittiert der Schläger mit einem besonders festen Schlag. Verdammt! Das tut unglaublich weh. Ich kann nicht einmal sagen, wer schlägt. Abwechselnd? Möglich. Nach kurzer Zeit bin ich weit über den Punkt hinaus, an dem ich noch einzelnen Treffern nachspüren kann, dafür legt sich der wohlbekannte Schleier über mich. Alle Eindrücke verwischen, ich bin nur noch Schmerz und Hingabe und dann bin ich nur noch Lust.
Ich komme wieder zu mir, als eine Hand mich zwingt, mich aufzurichten. „Augen auf“, kommandiert mein Herr. Er liebt es, mich zu betrachten, egal, wie verrotzt, verheult, verschmiert ich bin. „Das sind Zeichen deiner Unterwerfung, die mich anmachen“, hat er mir erklärt. Zugleich erhöht es meine Demütigung, unterstreicht unsere Beziehung. Ich liebe ihn über alles in diesen Momenten, bin vollkommen sein, existiere nur für ihn.
Er zieht mich ein Stück nach vorne, bis er sich auf einem Sessel niederlassen kann, zieht mich weiter, bis mein Gesicht ganz dicht vor seinem ist. „Lass die Augen offen!“
Was wird das? Will er mich nur anschauen? Dass da noch jemand dabei ist, fällt mir erst wieder ein, als etwas Kühles sich an meinen Anus drückt. Claudio! Ich hatte ihn einfach vergessen, war so auf meinen Herrn konzentriert, dass ich ihn weder hörte noch sah. Jetzt drängt sich seine Anwesenheit in den Vordergrund. Und wie. Er packt meine Hüften, damit ich nicht ausweichen kann und zwingt mein Loch, sich für ihn, für seinen Schwanz zu weiten. Oh Gott!
Ein warnendes Knurren von vorne erinnert mich an die Anweisung. Die Augen weit aufgerissen vor Angst, ich könnte sie ungewollt schließen, lasse ich diesen Fremden in meinen Körper.
„So eng! Sehr schön! Du hast sie gut abgerichtet. Ein zahmes Kätzchen, wahrhaftig!“ Claudio hat es geschafft, den Ring zu durchbrechen und stößt mit einem scharfen Zischen vor. Als er ganz tief drin ist, wechselt er den Griff, hält mich mit einer Hand an den gefesselten Armen und packt mit der anderen meinen schmerzenden Arsch.
Ich bin in einer anderen Welt. Anders kann ich es nicht beschreiben. Vor mir die Augen meines Herrn, der jede Regung beobachtet, in mir ein Schwanz, in meinem Kopf das Wissen, dass es ein fremder Schwanz ist, ein fremder Mann. Dass mein Herr mich teilt, mich diesem Mann zur Verfügung stellt, zu dessen und seinem Vergnügen.
Ist es auch mein Vergnügen? Noch zweifle ich daran. Alles ist zu neu, zu viel, zu fremd.
„Du machst das sehr gut, Kätzchen! Es macht mich unglaublich geil, dich so zu sehen. Wie du einem Fremden deinen Arsch hinhältst, wie du unsere Schläge hingenommen hast, wie du Lust empfindest, wenn du in zwei Löcher gefickt wirst.“
Zwei? Ah! Er drückt mich nach unten, stülpt meinen Mund über seinen Schwanz, größer und dicker als ich ihn jemals gefühlt habe. Seine Hände heben und senken meinen Kopf, drücken ihn besonders tief nach unten, wenn ihm danach ist oder heben mich an, damit ich wieder atmen kann. Er hat die Macht, benutzt meinen Mund nach seinen Vorstellungen.
Schon macht es Klick. Wie so oft beziehe ich meine Lust aus seiner Lust. Meine Erregung steigert sich um ein Vielfaches, oder bin ich jetzt erst bereit, sie zuzulassen? Erst mit der Zustimmung meines Herrn?
Was auch immer dazu beiträgt, es ist alles vervielfacht heute. Der Schmerz der Klammern, als sie eine nach der anderen abgezupft werden. Das Aufflammen meines Hinterns, als neue Schläge auf die inzwischen dick geschwollenen Striemen treffen. Der heiße Draht der aktiviert wird, als harte Finger meine Nippel drehen und brutal in die Länge ziehen. Der dumpfe Schmerz in meinen Arsch, wo ein viel zu großer Schwanz meinen Muskelring weitet. Die Atemnot, wenn wieder mal ein wenig zu lange mein Rachen voll ist mit hartem Fleisch.
Ich komme, sobald er mich dazu auffordert, explodiere in tausend Teile, krampfe mich um den Schwanz in meinem Arsch und melke ihn, sauge den Saft aus dem Schwanz in meinem Mund und gebe mich meinen beiden Doms ganz hin, tiefer als je zuvor, demütiger als je zuvor.


Ein Wunschtraum. Einer, der nie in Erfüllung gehen soll.
Warum nicht? Es ist doch heute kein Problem mehr, einen Partner zu finden. Na gut, es wäre nicht so einfach. Die Auswahl ist groß, aber die Gruppe derer, die tatsächlich infrage kommen, sehr klein. Aber es besteht eine reelle Chance, dass wir jemand finden würden.
Auch die Frage, ob ich zwei Herren dienen könnte, stellt sich nicht. Für einen Abend? Klar. Doppelte Penetration? Haben wir mit Spielzeugen schon nachgespielt, ist alles machbar.
Stellen wir uns also einmal vor, wir hätten den perfekten Mann gefunden, der all unseren Bedingungen zugestimmt hätte.
Was die ganze Sache in den Orbit schießt, wäre die Eifersucht. Die meines Mannes. Er würde sich fragen, ob mir nicht doch die Berührungen des Anderen, die Art der Penetration, seine Schwanzgröße oder was auch immer besser gefallen hätten als seine. Wie sollte ich ihm das sagen? Wie oft müsste ich es sagen? Würde er mir glauben?
Um keine falschen Ideen aufkommen zu lassen: Umgekehrt wäre es genauso. Ich würde von Eifersucht zerfressen, wenn ich zusehen müsste, wie er eine andere Frau streichelt, küsst, leckt, quält, fesselt, dominiert, penetriert. Dabei bin ich im Alltag keine eifersüchtige Frau. Mein Mann hat oft mit Geschäftspartnerinnen Termine, ist oft unterwegs und ich vertraue ihm blind. So wie er mir.
Aber eine solche Situation wäre tödlich für unsere Beziehung.
Zusehen, wie ein Mann mich berührt? Niemals. Wie oft hat er mich schon an seine Seite gezogen, sich unauffällig vor mich oder nur neben mich gestellt. Besitzansprüche angemeldet, ohne sie auszusprechen. Ein harter Kuss vor anderen, meine Haare um seine Faust gewickelt. Eine Hand auf meinem Hintern, auf dem Oberschenkel, so weit oben, dass klar ist, dass es keine harmlose, unbedachte Geste ist, sondern eine klare Aussage: „Mein! Finger weg!“
Ich will nicht, dass meine Beziehung unter meinen Wünschen leidet. Nicht wegen einer so vagen Fantasie. Nicht wegen einer einmaligen Sache, von der ich nicht einmal weiß, ob sie sich wirklich so abspielen wird, wie ich mir sie vorstelle.
Deshalb wird diese Fantasie immer Fantasie bleiben. (Also bitte keine Angebote in den Kommentaren, auch nicht per PN oder was auch immer.)
Diese Fantasie wird in meinem Kopf bleiben. Ich werde sie manchmal auspacken, wenn ich masturbiere. Sie wird mich anheizen, mich erregen, mich aufgeilen, wenn ich eine Anregung brauche, um schnell zu kommen. Mehr nicht.
Und wisst ihr was? Ich vermisse nichts. Ich bedaure es nicht. Weil es eine klare Abwägung gibt. So wie ich mich nicht von einem Felsen ins Meer stürze, unter dem weitere Felsen lauern können, nur um des Thrills wegen, werde ich mich nicht in ein Abenteuer stürzen, das meinem jetzigen Leben ein jähes Ende setzen könnte.

Ich bin sehr gespannt, was ihr zu dem Thema zu sagen habt. Habt ihr auch eine Fantasie, die ihr niemals wahrmachen werdet? Schreibt sie in die Kommentare, es interessiert mich brennend.

Tomasz hat einige Autoren von SM-Blogs dazu eingeladen, an einer Blogparade teilzunehmen (#nurimKopf), was ich gerne tue. Ich bin unglaublich gespannt, was die anderen zu dem Thema zu sagen haben.

Von was meine Bloggerkollegen so fantasieren, könnt ihr hier nachlesen.
Tomasz Bordemé hat begonnen mit Nur im Kopf

Ben Wilder, Blogger aus und mit Leidenschaft, erzählt euch eine Geschichte, die auf jeden Fall nur im Kopf bleiben sollte!

Subbilein Kari hat eine sehr spezielle Fantasie, der sie lieber nur in ihrem Kopf nachgeht auf ihrem Blog gepostet.

Stella, die Devote Romantikerin, hat ihren Beitrag in zwei Teile aufgeteilt. Wer weiß, vielleicht folgen auch noch mehr?

Die Fantasie meiner Autorenkollegin Tanja Russ (Brombeerfesseln) könnt ihr hier lesen.

Remi, die Seitenspringerin, setzt sich mit dem Thema auf andere Art auseinander. Sie fragt sich, warum eine Frau wohl eine Vergewaltigungsfantasie hat. Ganz unten erzählt sie dann doch noch von der Fantasie die bei ihr #nurimkopf bleiben soll.

Foto: © fenix_live – fotolia.com
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Eine Treppe

Die Treppe sieht aus dieser Perspektive so viel steiler aus als sonst, als hätte sich die Höhe der Stufen verdreifacht. Das Ende kann ich nicht sehen, sie windet sich um die Ecke.

Ich kenne jede Stufe. Hundert Mal, nein, eher tausend Mal bin ich sie schon gegangen, gesprungen, gehastet, geschlichen.

Wie nennt man das, was ich jetzt tun muss? Kriechen? Kraxeln? Beides trifft es nicht wirklich, weil ich die Stufen nicht freiwillig überwinde, sondern hochgezerrt werde. Der Zug an meinen Haaren zwingt mich dazu. Mein Herr, der sich die langen Strähnen fest um die Faust gewickelt hat und meinen Kopf damit in die Höhe seines Oberschenkels bringt, zwingt mich dazu.

Ein Schauder schüttelt mich. Das Bewusstsein, dass ich dabei bin, diese Treppe, die gleiche, die ich jeden Tag x-mal hinauf- und hinuntergehe, nun auf allen Vieren zu erklettern, macht das mit mir. Die Hand in meinen Haaren macht das mit mir. Wie sie es immer tut, wenn ich sie spüre, wenn sie mich packt, mehr als nur meinen Körper überwindet, sondern auch noch mein ganzes Sein dazu.

Nur zögernd lege ich meine Hand auf die erste Stufe, lasse die andere folgen. Ein Stück vorwärts. Noch eines, mein Knie stößt an den kalten Stein. Das Knien ist unbequem, aber das soll es wohl auch sein. Wäre ihm an meiner Bequemlichkeit gelegen, hätte er mir einfach, wie sonst auch, befohlen, nach oben zu gehen. Heute hat er sich anders entschieden.

Ich weiß, was er damit bezweckt. Mein Kopf kann das genau erklären, verstehen, analysieren. Aber es bleibt nicht nur Bauchgefühl. Ein Teil meines Gehirns schaltet um, wenn er das tut, mich so anfasst, so ansieht, so anspricht. Ich reagiere darauf, und wie. Herzklopfen, kürzere Atemzüge, manchmal sogar unscharfer oder Tunnelblick, oder ein Rauschen in meinen Ohren. Intensiv sowas, vielleicht das, was ein Skifahrer vor einer besonders schnellen Abfahrt spürt oder ein Fallschirmspringer vor dem Absprung. Zugleich eine Art Gelöstheit, innere Ruhe, Fokussiertheit.

Nicht zu vergessen die Geilheit. Nein, keine sanfte Erregung, wie nach einem Kuss oder bei dem Anblick seiner nackten Brust. Viel mehr, anders. Eben Geilheit. Verlangen, Sucht, Gier.sensual woman

Ich bin schon drei Stufen gekrabbelt, langsam immer noch, aber stetig.

Etwas lässt mich zögern. Mist, ich weiß, was es ist. Ein letztes Aufbäumen der anderen Hälfte meines Verstandes. Die, die mich zur Rede stellen will, die mich an Emanzipation, Gleichberechtigung, Würde erinnert. Für einen Moment überlasse ich mich diesem Anfall des Wahns, dann bin ich wieder in der Spur. In der, die mir sagt, dass dies meine Art der Freiheit ist, meine Wahl, mein Wunsch, mein Wille.

Ein inneres Aufrichten ist die Folge, eine andere Haltung. Auch wenn ich hier auf den Knien liege, stehe ich innerlich mit geradem Rücken, erhobenem Kopf, stolzem Blick.

Hat mich die Hand gestreichelt, die mich führt? Möglich ist es. Er ist sehr einfühlsam.

Mit dieser Erkenntnis kommt eine andere. Er hat es nicht eilig. Er übt zwar Zug aus, aber er zerrt nicht, schleift mich nicht nach oben. Stattdessen lässt er mir Zeit, meine Zeit. Der Zug ist mehr Ermunterung, Stärkung. Wie eine Hand, die dich am Rücken an einer schwierigen Stelle am Klettersteig nach oben weist. Ein „du kannst das“ mehr als ein „du musst das“.

Eine Welle von Liebe überflutet mich. Ich verdrehe meinen Kopf, bis ich ihn anschauen kann. Er zieht eine Augenbraue nach oben. Eine wortlose Frage nach meinem Befinden. Meinem Wohlbefinden.

Ich nicke beinahe unmerklich.

Die restlichen Stufen geht es schnell voran. Weil ich es so will.

Sein Zug wird stärker, die Hand greift fester.

Ein Beben, Kribbeln im Unterleib, Feuchtigkeit zwischen meinen Schamlippen, schwere Brüste, harte Nippel, trockener Mund. Keuchen. Stöhnen. Oh Gott, ja, genau so.

 

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Hurra, hurra!

Cover Hot and Spicy EndversionEs ist so weit! Hot and Spicy ist bei Amazon erhältlich!

Zumindest könnt ihr es vorbestellen, es wird nämlich am 15.10.2017 veröffentlicht. Wer vorbestellt, erhält das E-Book automatisch nach Erscheinen geliefert.

Ihr findet es hier.

Für Abonnenten von Kindle Unlimited wird es für drei Monate in der kostenlosen Leihe stehen.

Ich verabschiede mich jetzt zur Frankfurter Buchmesse, wo ihr mich am Stand F 40 in Halle 3.0 findet, bei meiner Autorenkollegin Lisa Skydla. Dort kann es durchaus einmal zu einer spontanen Lesung oder einer Signierstunde kommen …

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BDSM-Roman

Meine Newsletter-Abonnenten und die Instagram-Follower wissen schon Bescheid. Nun seid ihr dran, liebe Leser. Das Cover meines neuen Romans ist fertig. Er heißt

Hot and Spicy

Und so sieht es aus:

Ich bin gespannt, ob es euch gefällt.

An dem Untertitel, oder genauer der Genre-Bezeichnung, habe ich lange gerätselt. Dass es in die Sparte Erotik gehört, ist klar. Es nutzt bei mir auch nichts mehr, es als „Gegenwartsliteratur“ oder „Romane für Frauen“ bei Amazon tarnen zu wollen. Wahrscheinlich leuchtet dort eine rote Lampe auf, wenn ich etwas hochlade. Deshalb wird der „Blick ins Buch“ schneller gesperrt, als ich „Aber …“ stammeln kann.

Okay, ich habe mich damit abgefunden. Ihr als Leser wisst ja, dass es auf diesem Blog Leseproben geben wird (und schon gegeben hat).

Es geht also wieder mal um BDSM. Und auch um eine Liebesgeschichte. Ist es damit eine Romanze? Hm. Ein Liebesroman? Oder ist das zweitrangig?

Ich weiß, natürlich, dass man seine Neigungen auch ohne Liebe leben kann, aber ich finde immer noch, dass sie eben so viel schöner und intensiver sind, wenn es mit Liebe geschieht. Und da ich eine Frau bin, grundsätzlich optimistisch und überhaupt davon lebe, Träume zu verkaufen, muss es also um Liebe gehen. (Okay, ich gebe zu, dass ich manchmal einfach nur Sex schreibe. Pornos beinahe. Aber nur manchmal. Wirklich!)

Um was geht es überhaupt?

In Bezug auf BDSM: Um Spanking. Um eine Dom/sub-Beziehung. Darum, wie man das unter einen Hut bekommt. Wie die vergangenen Beziehungen und Erfahrungen einen Menschen beeinflussen. Dass BDSM nicht etwas Exklusives ist, das nur Milliardäre können. (Ich schwöre, dass das Wort Milliardär nicht ein einziges Mal vorkommt. Auch Jungfrau nicht.)

Ach ja, er spielt in Heidelberg. Eine schöne Stadt, in der ich mal gearbeitet habe, und die ich gut kenne. Aber okay, sie spielt keine so große Rolle, diese Stadt.

Eine wirklich große Rolle spielt also diesmal das Spanking. Mal mit der Hand, mal mit Hilfsmitteln. Immer aber mit dieser Mischung aus Schmerz, Lust und Demütigung, die damit verbunden ist. Hätte ich also Spanking-Roman schreiben sollen? Aber es passiert ja noch mehr …

Und die Bezeichnung „Roman-in-dem-die-Frau-geschlagen-wird-und-das-auch-noch-genießt-und-überhaupt-eine-Menge-Sex-vorkommt“ wäre dann doch etwas zu lang geworden!

Tja, ihr merkt schon: Er ist noch in der Überarbeitung. Ich versuche, euch hinzuhalten. Ein wenig noch. Wirklich. Ganz ehrlich.

Kommt mich doch auf der Bondage Fetish World am Wochenende besuchen, dann können wir das ausdiskutieren … und ich kann euch Leseproben schenken, in denen ihr schon mal schmökern könnt, bis es endlich so weit ist.

Am besten lasst ihr euer Kopfkino noch mit den alten Geschichten warm laufen, bis Hot and Spicy erscheint und euch neues Futter liefert.

Bis dahin,

Margaux

 

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Leseprobe – immer noch in Arbeit …

Noch ein kleiner Ausschnitt zur Überbrückung der Zeit:

Darleen griff nach einer Möhre. Ein Bild schoss ihm durch den Kopf und er rief viel zu laut „Halt!“, ehe er sich bewusst war, dass er das Bild umsetzen wollte.
Sie erstarrte. Wahrscheinlich dachte sie, dass sie wieder einmal etwas falsch gemacht hatte. Er grinste. Es war schön, sie an dieser Grenze zu wissen, diesen kleinen Hauch Furcht im Hintergrund, von der er wusste, dass sie ein ganz eigenes Aphrodisiakum darstellte.
Seine Finger landeten unbewusst auf ihrem Hintern, fassten die beiden prallen Kugeln und quetschten sie einen Hauch zu fest. Ihre Reaktion war vorhersehbar, aber wie jedes Mal berauschend. Ein Schaudern, eine Art Vibration, das von ihrem Scheitel bis in ihre Beine lief, Gänsehaut auf ihren Armen. Hätte sie ihre Haare hochgesteckt, könnte er sehen, wie sie sich im Nacken aufstellten, da war er sicher. Nein, mit einer Faust ihre Haare zu greifen liebte er weitaus mehr. Keine Haarspangen für Darleen.
Ihre Schultern wirkten starr, wie überhaupt ihr Körper Erwartung ausdrückte. Wie ein Reh, das nicht weiß, ob es sich ducken oder fliehen soll. Tom spürte die ersten Anzeichen eines Highs, und das bezog sich nicht auf seinen Schwanz, der bereits erwartungsfroh anschwoll.
Ohne ein Wort griff er mit einer Hand um sie herum nach einer Möhre. Die Größte. Sie fühlte sich eisig an, aber das würde sich bald ändern.

Wie ihr seht, spielt sich die eine oder andere Szene in der Küche ab. Kein Wunder, Tom ist Koch …

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