Anal – Tabu oder nicht?

Habt ihr ˈesˈ schon probiert? Tut ihr ˈesˈ regelmäßig? Wollt ihr ˈesˈ lieber nicht?

Angeblich wollen ˈesˈ alle Männer tun, aber Frauen nicht. Angeblich.

Wahrscheinlich gibt es über kaum ein Thema so viele Gerüchte, Meinungen, Vermutungen und Falschmeldungen.

Jedes Schulkind weiß heute schon, was das Wort anal bedeutet, in jedem Porno kommt es vor, in jeder Sex-Geschichte. Mit oder ohne BDSM-Bezug wird Analverkehr als Muss dargestellt, wird verdammt von den einen und geliebt von den anderen.

Für junge Menschen ist es inzwischen eine Selbstverständlichkeit, sich schon bei (oder vor) den ersten Dates zu fragen, ob man es auch anal tun darf. Dann gibt es aber auch die Gruppe, die das schlimme Wort nicht in den Mund nehmen will oder kann, die sich grauenhafte Dinge darunter vorstellt, für die es mit Ekel und Schmerzen in Verbindung gebracht wird, mit Demütigung und Verdorbenheit.

Wie so oft ist alles richtig und alles falsch.

Wer soll mir vorschreiben, was ich tun darf, und was nicht? Niemand außer mir selbst. Analverkehr ist dann schlecht, wenn ich ihn nur tue, um einem anderen damit einen Gefallen zu tun, obwohl ich ihn gar nicht mag. Analverkehr ist dann gut, wenn er mir Spaß bringt und Lust.

Ja, er bringt Lust. Wenn man es richtig tut. Wenn man auf Sauberkeit achtet. Wenn man genug Gleitgel benutzt. Erstaunlicherweise befinden sich rings um die Rosette viele Nervenenden, die nicht nur signalisieren, wie und ob man berührt wird, sondern auch Lustsignale ans Hirn senden.

Und ja, er bringt Schmerz. Wenn der Penis zu dick ist, der Muskel nicht geweitet, die Haltung ungünstig ist, man vielleicht einfach nicht will.

Ich schreibe über Analverkehr. In allen meinen Geschichten kommt er vor. Genau wie oraler oder vaginaler Verkehr. Warum? Weil es anmacht, geil macht, weil ich nicht die Einzige bin, der es Spaß macht. Zum Glück.

Niemand soll gezwungen werden. Auch nicht der submissive Partner. Analverkehr gehört zu den Dingen, die unbedingt nur einvernehmlich geschehen sollten.

Und doch kann man damit spielen. Ist die Frage erst einmal geklärt, hat man es ausprobiert und für gut befunden, kann man trotzdem das Element der Demütigung einbauen, kann man das Spiel von Dominanz und Unterwerfung hier besonders gut einbringen. Was ist demütiger und demütigender, als den Hintern in die Luft zu strecken, sich von hinten besteigen zu lassen, eine (anerzogen) verbotene Öffnung benutzen zu lassen? Der Empfangende ist passiv, nimmt, lässt geschehen, unterwirft sich, bietet sich an, muss alle Widerstände aufgeben, locker lassen, sich hingeben.

Das ist für mein Gefühl BDSM pur. Nicht einfach nur Sex. Keine Gewalt, aber doch eine Art von Zwang. Und kann und soll Ausdruck von Liebe sein, genau so stark wie jede andere Art von Hingabe.

Sonst ist es nur Sex. Bedeutungslos, schnell vergessen, etwas, das man tut, um seinen Trieben nachzugehen.

Also: Wenn ihr ˈesˈ tut, dann tut es mit Liebe!

 

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Über margauxnavara

Autorin von BDSM-Romanen und Kurzgeschichten.
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