Anal – Tabu oder nicht?

Habt ihr ˈesˈ schon probiert? Tut ihr ˈesˈ regelmäßig? Wollt ihr ˈesˈ lieber nicht?

Angeblich wollen ˈesˈ alle Männer tun, aber Frauen nicht. Angeblich.

Wahrscheinlich gibt es über kaum ein Thema so viele Gerüchte, Meinungen, Vermutungen und Falschmeldungen.

Jedes Schulkind weiß heute schon, was das Wort anal bedeutet, in jedem Porno kommt es vor, in jeder Sex-Geschichte. Mit oder ohne BDSM-Bezug wird Analverkehr als Muss dargestellt, wird verdammt von den einen und geliebt von den anderen.

Für junge Menschen ist es inzwischen eine Selbstverständlichkeit, sich schon bei (oder vor) den ersten Dates zu fragen, ob man es auch anal tun darf. Dann gibt es aber auch die Gruppe, die das schlimme Wort nicht in den Mund nehmen will oder kann, die sich grauenhafte Dinge darunter vorstellt, für die es mit Ekel und Schmerzen in Verbindung gebracht wird, mit Demütigung und Verdorbenheit.

Wie so oft ist alles richtig und alles falsch.

Wer soll mir vorschreiben, was ich tun darf, und was nicht? Niemand außer mir selbst. Analverkehr ist dann schlecht, wenn ich ihn nur tue, um einem anderen damit einen Gefallen zu tun, obwohl ich ihn gar nicht mag. Analverkehr ist dann gut, wenn er mir Spaß bringt und Lust.

Ja, er bringt Lust. Wenn man es richtig tut. Wenn man auf Sauberkeit achtet. Wenn man genug Gleitgel benutzt. Erstaunlicherweise befinden sich rings um die Rosette viele Nervenenden, die nicht nur signalisieren, wie und ob man berührt wird, sondern auch Lustsignale ans Hirn senden.

Und ja, er bringt Schmerz. Wenn der Penis zu dick ist, der Muskel nicht geweitet, die Haltung ungünstig ist, man vielleicht einfach nicht will.

Ich schreibe über Analverkehr. In allen meinen Geschichten kommt er vor. Genau wie oraler oder vaginaler Verkehr. Warum? Weil es anmacht, geil macht, weil ich nicht die Einzige bin, der es Spaß macht. Zum Glück.

Niemand soll gezwungen werden. Auch nicht der submissive Partner. Analverkehr gehört zu den Dingen, die unbedingt nur einvernehmlich geschehen sollten.

Und doch kann man damit spielen. Ist die Frage erst einmal geklärt, hat man es ausprobiert und für gut befunden, kann man trotzdem das Element der Demütigung einbauen, kann man das Spiel von Dominanz und Unterwerfung hier besonders gut einbringen. Was ist demütiger und demütigender, als den Hintern in die Luft zu strecken, sich von hinten besteigen zu lassen, eine (anerzogen) verbotene Öffnung benutzen zu lassen? Der Empfangende ist passiv, nimmt, lässt geschehen, unterwirft sich, bietet sich an, muss alle Widerstände aufgeben, locker lassen, sich hingeben.

Das ist für mein Gefühl BDSM pur. Nicht einfach nur Sex. Keine Gewalt, aber doch eine Art von Zwang. Und kann und soll Ausdruck von Liebe sein, genau so stark wie jede andere Art von Hingabe.

Sonst ist es nur Sex. Bedeutungslos, schnell vergessen, etwas, das man tut, um seinen Trieben nachzugehen.

Also: Wenn ihr ˈesˈ tut, dann tut es mit Liebe!

 

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Erotik am Bein – Strümpfe

Wie kommt es, dass Männer so darauf abfahren?

Bestrumpfte Beine wirken verlockend.  Kleine Mängel werden ausgeglichen durch das seidige Glänzen (nicht dass Frauen Mängel an den Beinen hätten!). Eine Berührung  ist durch die zarte Glätte äußerst sinnlich.

Torso of slim woman in black thong, stockings and garter belt

Möglich ist auch eine gewisse „Verruchtheit“, die von einer Strumpfträgerin ausgeht, eine Konditionierung aus der Zeit, da Frau ihre Beine nicht zeigte, oder aber die Assoziation von Freizügigkeit und damit Bereitwilligkeit, da vielleicht alle Frauen Strümpfe trugen, aber eben nicht schwarze, mit Spitze verzierte und durchscheinende.

Das und die Kombination mit dem fehlenden „oberen Ende“ könnte etwas ausmachen. Sei es nun Spitze, die den Strumpf abschließt und hält oder sei es ein Hüft- oder Strapsgürtel, an dem das Beinkleid befestigt ist, es bleibt immer ein Stück Haut an den Schenkeln frei. Und zwar gerade „dort oben“, so nah an der Stelle, die den Ort der Sehnsucht bildet, der Gipfel, der bezwungen werden soll.

Gerade dieser Übergang zwischen Bekleidung und Nacktheit, verbrämt mit Spitze, sendet von den Fingerspitzen ausgehend ein Signal an den Kopf – hier bist du richtig, hier erwarten dich ungeahnte Genüsse. Die Haut oberhalb ist warm, wärmer als die bestrumpfte Stelle, vielleicht gar einen Hauch feucht. Ein Versprechen auf das, was kommen könnte, eine Ahnung der Glückseligkeit.

Ich bin ein Fan von Bedecktsein – in Maßen. Ein kurzer Rock verspricht mehr als nackte Beine. Eine leicht geöffnete Bluse, die den Ansatz der Brust zeigt, verlockt zu Träumereien, weckt die Gier, ist wie ein gut verpacktes Geschenk. Und der Strumpf, obwohl meist durchsichtig, ist eben ein Hinweis auf nackte Haut, die er aber vor den direkten Blicken verbirgt, ist Geschenkpapier vom Feinsten.

In intimen Momenten höre ich häufig: „Lass die Strümpfe an!“, und ich tue es gerne, genieße das Streicheln, das mich nicht berührt und dessen Wärme ich trotzdem spüre. Aus Handauflegen wird ein erotischer Akt auch für die Strumpfträgerin.

Ein kleiner Teil von mir weiß, dass ich damit hübschere Beine habe. Ein anderer Teil von mir genießt die Bewunderung, die mein Partner mir entgegenbringt und ja, zugegeben, der größte Teil triumphiert, dass ich mit nur einem Kleidungsstück alle Sinne angesprochen und zugleich meine Bereitschaft kundgetan habe, mich anfassen zu lassen.

Auf und oberhalb der Strümpfe.

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Ta, taa … darf ich vorstellen?

Für alle, die keinen Kindle ihr Eigen nennen, auch nicht die Kindle-Lese-App besitzen oder auf ihren PC heruntergeladen haben, gibt es jetzt mein E-Book Club Cuffs And Whips, die Gesamtausgabe der drei bisher erschienenen Storys aus dem BDSM-Club, auch im Format epub. Damit kann man mittels Calibre oder Adobe oder unzähligen Lese-Apps auf Handy, PC, Tablet usw. lesen.

Erschienen ist das Buch bei folgenden Händlern:

Club Buch Hugendubel.de

buecher.de

thalia.de

buch.de

derClub.de

Otto Media

 

Damit niemand die Katze im Sack kauft, gibt es hier Leseproben aus allen drei Geschichten:

 

CMNF-Party

Vera hat sich überwunden und besucht eine Party im Club Cuffs And Whips, bei der die Männer in schickem Zwirn gekleidet sind und  alle Frauen nackt, abgesehen von Strümpfen und Highheels. Auf einer solchen Party stehen die Frauen den Herren der Schöpfung zur Verfügung – für alle Spielarten des BDSM.

Ein Stöhnen aus einer anderen Ecke zieht mich an. Eine blonde, kurzhaarige junge Frau kniet auf einem niedrigen Tisch, ihren Hintern hochgestreckt, und lässt sich von einem Mann befingern. Sie hat ein grünes Band an ihrem Strumpf, ein gleiches hat der Mann an seinem Handgelenk. Ah, ein Paar. Nur zum Schauen gekommen, und zum Gesehenwerden, aber nicht zum Mitspielen. Ich habe bisher noch gar nicht darauf geachtet. Nun sehe ich noch mehrere Bänder, jeweils in anderen Farben, so dass die Paare gut zuzuordnen sind. Nun, es gibt viele Interessensrichtungen im Bereich BDSM, und auch ein solches Event dient der Befriedigung aller möglichen Gelüste.

Der Uhrträger liebkost mich, oder zumindest tätschelt er mir die Wange wie einem Kind.

„Sehr schön, Kleines. Obwohl du ein Spanking verdient hättest, da du zu spät gekommen bist. Es war schon zwei nach zehn.“

„Das Spanking bekommt sie von mir. Wir wollen doch nicht die Erziehung entgleisen lassen!“

Braunauge hat gesprochen und packt mich gleich entschlossen am Arm. Ich folge ihm mit weichen Knien. Ja, der Abend scheint sich so zu entwickeln, wie ich es mir vorgestellt hatte. Er setzt sich auf einen Hocker und mit einem Dreh seiner Hand bin ich auf seinem Schoß – Kopf nach unten, Hintern in der Luft. Ich mache keinen Laut vor lauter Angst, er könnte ihn falsch interpretieren und am Ende noch die Wörter Gelb oder Rot heraushören.

Er legt eine Hand auf mein Kreuz. Sie fühlt sich warm an, schwer, ein Gewicht, das mich niederdrückt, unterdrückt, Zeichen für alles, was ich mir wünsche. Ich muss mich bewusst ermahnen, mich nicht auf der Stelle in diesen Kerl zu verknallen, nur weil er seine Hand auf mich gelegt hat. Er spielt nur. Mehr nicht!

Die Hand liegt ruhig und nichts passiert. Warum nicht? Was hat er vor? Muss er sich erst mental vorbereiten? Will er mehr Zuschauer?

„Kopf hoch!“, kommt sein Kommando und ich schaue zu ihm auf. Er grinst süffisant. „Halt das. Und ich denke, du solltest keinen Tropfen verschütten!“

Er drückt mir sein Champagnerglas in die Hand, das noch zur Hälfte gefüllt ist. War das der Grund für sein Zögern, dass er keinen Platz gefunden hat, um das Glas abzustellen? Sicher nicht, denn direkt neben mir steht ein niedriger Tisch für genau diesen Zweck.

Ich warte immer noch. Eigentlich hätte es längst losgehen können. Es ist irritierend, hier zu liegen, auf seinen harten Oberschenkeln, die sich keinen Zentimeter rühren, genauso wenig wie die Hand auf meinem Rücken. Ist das Bestrafung durch Langeweile? Sollte ich nun meine Untaten reflektieren, meine Reue bekunden, um Gnade betteln? Das Letztere hebe ich mir auf für den Fall, dass seine Schläge zu hart ausfallen. Meine Untat ist zur Genüge reflektiert. Ich war zu spät. Ich hatte keine Uhr. Außer dass ich mich auf die Instruktionen hätte besinnen können, in denen stand, dass die Verlosungen jeweils zur Viertelstunde stattfinden, die Erste um zehn Uhr. Was sonst ist also der Grund für das Warten? Schließlich hat er angekündigt, die Bestrafung übernehmen zu wollen – ich habe nicht darum gebeten! Warum wartet er dann und ist völlig passiv?

Gibt es eine wortlose Entsprechung für nervöses Geschwätz? Das ist es nämlich, was in meinem Kopf passiert. Ich schwätze mich selbst zu, reihe sinnlose Gedanken aneinander, alles nur, um mich von dem abzulenken, was mich erwartet. Sicher wäre es der Situation angemessener, wenn ich mich zusammenreißen, meine innere Mitte suchen, dann die Bestrafung mit so viel Grazie und Demut aufnehmen würde wie irgend möglich. Aber ich schaffe es nicht. Ich bin zu aufgeregt. Ein Spanking! Schon ewig her, das letzte Mal. Und nur, weil ich es dem aufgegabelten Kerl eindringlich empfohlen hatte. Dann allerdings war er begeistert bei der Sache, leider mit Unverstand gepaart. Er schlug auf die falschen Stellen. Zu hart. Zu ungenau. Zu unregelmäßig.

Ja, ich stelle Ansprüche. Keine gute Voraussetzung für die Suche nach einem Partner. Ich weiß genau, dass ich damit bei einem echten Mann auf erhebliche Schwierigkeiten stoßen würde. Aber einen solchen habe ich eben noch nicht kennengelernt und hoffte, dieses Defizit hier füllen zu können. Und nun liege ich auf dem Schoß eines völlig Untätigen, Passiven; vielleicht der Mittler des Clubs, der dafür sorgt, dass die Gäste es nicht zu weit treiben.

Au! Verdammt! Verdammt, verdammt, verdammt! Wieder Au! Wow, tut das weh! Der Kerl hat eine wirklich große Hand. Und Kraft! Au! Bisher war ich still geblieben, der Schock hatte nicht einmal für ein Jammern gereicht, aber ich weiß, dass ich gleich losschreien werde. Mein Mund steht schon offen, ich schnappe nach Luft, obwohl ich die Letzte noch nicht ausgeatmet habe.

Nichts. Kein weiterer Schlag. Nur ein missbilligendes: „Ts, ts!“ Dann nimmt er mir das Glas aus der Hand. Das Glas! Ich habe keine Sekunde mehr an das Glas gedacht und noch weniger an den Inhalt. Es ist leer, auf dem Tisch neben mir viele Spritzer. Ich beobachte fasziniert, wie immer noch vereinzelt Bläschen in den Pfützen platzen. Auch meine Blase ist geplatzt. Die Blase, in der ich mich befunden hatte, heimtückisch hervorgerufen von dem Mann, auf dessen Schoß ich liege, durch seine Passivität. Er ist schuld! Hätte er gleich zugeschlagen, wäre ich nicht so abgelenkt gewesen. So aber war ich abgetaucht, im trüben Wasser meiner Gedanken versunken, mit blöden Fragen beschäftigt, die er mir nicht beantworten wird, zumindest nicht mit Worten.

Seine Hand hat mir geantwortet, hat mich in die Realität zurück katapultiert und zugleich dafür gesorgt, dass ich ihm nun erst recht Grund zur Missbilligung gegeben habe. Das Glas ist leer, der Champagner tropft langsam zu Boden und alle meine Ansprüche gleich mit. Ich ahne, wenn auch nur zaghaft, was auf mich zukommt, wenn ich es mit einem dominanten Mann zu tun habe.

 


Cocktailbar

Erik der Barkeeper, ist fasziniert von einer neuen Clubbesucherin, der sub Jacky. Diese ist allerdings recht rebellisch, so dass er all seine Erfahrung einsetzen muss, um sie zu bändigen. Leider hält sich seine Erfahrung bisher noch in Grenzen, außerdem glaubt er, dass Enthaltsamkeit ein gutes Mittel ist, Selbstbeherrschung zu trainieren. Ob Jacky das auch zu schätzen weiß? Vielleicht helfen die Barutensilien, mit denen er sich gut auskennt, Jacky seine Überlegenheit zu beweisen.

»Wie sind denn die anderen Doms hier so?«, fragt sie in einem viel zu unschuldigen Ton.

»Manche sind härter, andere weicher. Manche wollen nur Schmerzen zufügen, andere bevorzugen kunstvolle Bondage oder Nadeln, andere mischen alle Praktiken nach Lust und Laune.«

Ich bin zu dem Regal gegangen, in dem die verschiedenen Seile, Ketten und Fesseln liegen und es kostet mich einiges an Konzentration, nicht zu zucken, als sie vor sich hinmurmelt: »Vielleicht hätte ich auf einen anderen warten sollen!«

Glaubt dieses kleine Biest, ich sei taub? Aber mein Gehör ist sehr gut, womöglich ein wenig besser als der Durchschnitt.

Ich wähle lederne Hand- und Fußfesseln, auch ein Halsband mit Ösen und verschiedene Lederbänder unterschiedlicher Längen. Eine Handbewegung weist sie zum Bondagenetz, eine etwa zwei mal zwei Meter große Stahlkonstruktion, die frei im Raum steht. Einer der Gründe, weswegen ich diesen speziellen Raum sehr mag.

Ich fackle nicht lange. Während sie sich noch umschaut, presse ich sie mit einer Hand vorwärts an das Netz und fixiere als Erstes ihren Hals. Das geschieht so schnell, dass ihr kaum Zeit zum Begreifen bleibt, geschweige denn zum Protestieren. Das Halsband schließt mit Klettverschluss und ich habe schon einen Karabinerhaken befestigt, den ich nun an der stählernen Stange vor ihr einhake. Sie steht fest an das Netz gepresst, das Gesicht beinahe hindurchgesteckt, und kann sich nicht mehr rühren.

»Das ist zu eng, ich werde ja gequetscht! Sollte ein Dom nicht besser aufpassen? Das tut weh! Und außerdem – wie soll das denn funktionieren? Du kommst ja gar nicht an mich ran!«

Das kleine Biest gibt keine Ruhe. Ich aber bin die Selbstbeherrschung in Person. Sie kann mich nicht von meinem Pfad abbringen. Ich werde schon dafür sorgen, dass ich gut an sie rankomme.

Ich schaue zuerst, ob ihre Brüste auf der anderen Seite frei zugänglich sind. Sie muss ein paar Zentimeter zur Seite, dann hat sie eine senkrechte Stange direkt zwischen den Brüsten, die beiden Prachtstücke aber werden nicht behindert. Zwei weitere Lederbänder um die Oberarme, und schon steht sie mit erhobenen Händen am Netz. Natürlich habe ich auch noch Bänder für ihre Beine, so weit wie möglich gespreizt steht sie da. Ein bisschen wie Spiderman in seinem Netz, nur ohne Anzug und Maske.

Nun hole ich mir einen der beweglichen Tische bei und stelle ihn so auf, dass sie sehen kann, was ich dort auslege. Der Stoff des Gläsertuchs offenbart meine Mitbringsel und ich ordne sie an wie eine Krankenschwester das OP-Besteck.

Ein Caipirinha-Stößel mit Metallgriff. Eine hölzerne Zitronenpresse, handgroß, mit Rippen zum Ablaufen des Safts. Mehrere Plastik-Cocktailspieße. Eine Eiswürfelzange aus Edelstahl. Einen Zestenreißer. Dazu Gummibänder, genauer Haarbänder.

Erst als alles arrangiert ist, schaue ich sie an. Sie hat kein Wort gesagt bisher, aber ihre Augen sind groß wie die von nachtaktiven Koboldmakis. Ach, hat es meiner Kleinen die Sprache verschlagen?

Doch dann schluckt sie und ich sehe die Aufmüpfigkeit in ihr hochkommen wie Gasbläschen im Sprudel.

»Was soll das denn werden? Willst du mir einen Cocktail mixen? Dafür hätten wir auch an der Bar bleiben können, dann hättest du das ganze Zeug nicht herschleppen müssen!«

Ich habe nicht vor, alles zu erklären. Heute nicht. Ich beginne mit einem der Haarbänder, die wir für solche Subbies wie sie vorhalten, die sich nicht an Anweisungen halten können. Ihre Augen werden noch größer, als ich es vor ihrem Gesicht dehne und wieder zusammenschnalzen lasse. Doch dann schaut sie mich herausfordernd an. Sie hat sich also an den Befehl erinnert, denkt aber, sie müsse nicht alles befolgen, was ich anordne.

»Okay, ich hab´s vergessen! Und was wirst du jetzt tun?«

Dieses Haarband kann auch andere Dinge zusammenhalten. Zum Beispiel eine Brust. Ich weiß, dass ich es nicht zu lange dort lassen darf, aber das ist nicht meine Absicht. Ihre rechte Brust kommt zuerst an die Reihe. Das Haarband lässt sich weit dehnen, doch es ist neu und legt sich sehr fest um den Ansatz. Eine improvisierte Abschnürung, kein bisschen schlechter deswegen. Ihre Brust wird so noch stärker hervorgedrückt, außerdem läuft mehr Blut hinein als hinaus und sie wird nach kurzer Zeit wunderbar prall und fest. Ihr Nippel hat schon vorher reagiert und ist bereits angeschwollen, ich bin sicher, dass er diesmal mehr einer dicken Bohne gleichen wird als einer Mokkabohne.

 


Entfesselt

Rina wird von ihrem Mann Martin gezwungen, den Club zu besuchen. Das, oder die Ehe wird beendet. Sie versucht verzweifelt, ihn – den Vanilla-Mann – nicht merken zu  lassen, wie der Besuch sie berührt. Warum hat er sie hergeschleift? Eine Fesselung löst endlich die Schnüre um ihr Herz, die sie schon zu lange trägt.

Der Catsuit, den ich mir ausgesucht habe, unterstreicht meine langen Beine, wie ich finde. Er ist nicht einfach nur schwarz, sondern der Body ist aus Spitze, Arme und Beine sind aus feinem Netzstoff. Der Clou ist die Öffnung im Schritt und über dem Hintern, die Teile werden im Rücken nur von dünnen Schnüren am Auseinanderdriften gehindert. Meine Brust, ein C-Körbchen, ist fast zu groß für den Stoff, der dafür vorgesehen ist, aber das macht nichts. Ich zeige so viel von mir, da kommt es auf ein paar pralle Rundungen auch nicht mehr an.

Das Herz klopft mir bis zum Hals, als ich mich in dem raumhohen Spiegel betrachte.

Martin wartet auf mich und er sagt – nichts. Aber es ist egal, weil seine Augen beinahe meine Haut verbrennen. Hinter dem Reißverschluss seiner knappsitzenden Hose regt sich etwas. Na gut, das ist auch ein Kompliment, das ich akzeptieren kann. Ich bin doch glatt rot geworden, nach der Hitze, die mich überkommen hat, sogar am ganzen Körper.

„Rina.“

Ich habe ihn schon hunderttausendmal meinen Namen sagen hören, aber noch nie so. Leise, aber extrem angespannt. Ein Befehl ohne Anweisung. Eine Besitzerklärung.

Ich bekomme Gänsehaut. Was geschieht heute Abend mit uns? Martin sieht so anders aus, wie ein barbarischer Krieger. Und ich? Wie sehe ich in seinen Augen aus? Wie eine alternde Nutte? Wie eine Hausfrau auf Abwegen? Ich schelte mich. Quatsch, so schaut er nicht. Das ist Bewunderung in seinen Augen. Und Liebe. Und Hunger.

„Mach die Beine breit.“

Was? Ich glaube nicht, dass Martin diesen Satz in den fünfzehn Jahren einmal gesagt hat. Nicht einmal im Scherz.

„Jetzt, Rina!“

Ich reagiere, ehe mein Hirn den Befehl zu Ende gedacht hat.

Er fasst mir in den Schritt, hier in aller Öffentlichkeit. Dort sind Menschen, vor uns und hinter uns, Männer und Frauen, Wildfremde. Und Martin fasst mir in den Schritt. Er drückt mir etwas zwischen die Labien, zieht es die ganze Länge meinen Schlitz entlang. Meine Hände zucken, um ihn abzuwehren, doch er hält meinen Blick gefangen und mich damit bewegungslos. Wehrlos. Ich muss mich zusammenreißen. Ich habe doch geschworen, alles mitzumachen.

Wollte ich ihn wirklich davon abhalten oder wollte ich seine Hand festhalten, sie an mich drücken, in mich drücken?

Martin bewegt sich unendlich langsam, doch irgendwann ist er vorne angelangt, zieht etwas Hartes über meine Klit, die geschwollen ist. Ja, ich kann es spüren, wahrscheinlich schaut sie sogar zwischen den Lippen hervor, so dick ist sie. Dann sind seine Finger weg, seine andere Hand packt meinen rechten Arm und ich überlasse mich ihm. Er legt mir etwas um das Handgelenk. Er muss hinschauen und ich auch. Das Armband. Ein pechschwarzes Club-Armband, genauso eines, wie er es schon trägt. Ach ja, es sagt, dass wir ein Paar sind und nur miteinander spielen wollen.

Ein Zittern durchläuft mich und mein Magen fällt ins Leere. So, wie er mir das Armband umlegt, könnte er mir genauso gut ein Halsband umlegen. Eine Kette. Einen Stahlring. Ich bin ganz in seinem Bann, gehöre ganz ihm, mit Gänsehaut und pochender Klit und harten Nippeln und allem.

Erst als er meinen Arm loslässt, erkenne ich, dass es dieses Armband war, das er durch meine Nässe gezogen hat.

 


 

Viel Spaß beim Schmökern – und passt auf, wohin ihr die freie Hand legt. Ihr wollt doch nicht erwischt werden …

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Spanking

… ein Wort, das nicht nur im Zusammenhang mit aktuellen Kinofilmen oder Büchern auftaucht. Wie so häufig ist er aus dem Englischen entnommen und bedeutet hauen oder schlagen. Gemeint ist im BDSM-Sinn dabei das Schlagen mit der Hand oder entsprechenden Hilfsmitteln auf den  (vorzugsweise) nackten Hintern oder die Oberschenkel.

Ein Hinweis hierzu: Schläge dürfen nicht auf die Nierengegend fallen, nicht auf das Rückgrat oder Knochen überhaupt, sondern nur auf fleischige Teile der Anatomie. Deshalb wählt man den Po oder die Oberschenkel oder die Brüste. Gewöhnlich findet man dort genug Fläche und Fleisch.

Tomba_Della_FustigazioneWer dachte, dass es sich beim Spanking um eine Erfindung von Büchern à la „Fünfzig Schatten“ handelt, sollte sich überlegen, warum man schon eine Malerei in einem etruskischen Grab findet, das ungefähr aus der Zeit um 600 v. Chr. stammt. Was mir an dem Bild besonders gefällt, ist die Eindeutigkeit des Schlagens zur erotischen Stimulation. Dass immer und überall auf der Welt geschlagen wurde, ist klar, aber allzu gerne würden alle Nicht-BDSMler behaupten, es habe nicht dem eigenen Wohl, sondern der Strafe und Erziehung gedient.

Wie immer weise ich darauf hin, dass auch hier der Grundsatz der Zustimmung gilt: Nur wenn ich zustimme, geschlagen zu werden, darf mein Partner schlagen. Der Empfänger der Schläge ist letztendlich derjenige, der über die Anzahl, die Härte, die Stellen entscheidet. Sobald er/sie genug hat, muss das vereinbarte Codewort/Zeichen verwendet und sofort akzeptiert werden, das das Spiel abbricht.

Ja, ein Spiel. Ein erotisches Spiel. Sicher ist es schön, sich in eine Rolle fallen zu lassen und „ernsthaft“ zur Sache zu gehen, aber meiner Ansicht nach machen alle Praktiken dann am meisten Spaß, wenn sie ein Spiel bleiben, wenn sie locker und leicht rüberkommen. Natürlich wird mir ein „echter“ Masochist hier widersprechen, aber ich bleibe dabei: Schmerzen dürfen entstehen, sollen entstehen, aber je leichter man die Sache angeht, desto schöner wird sie.

Ich möchte nicht verprügelt werden. Weder von meinem Partner noch von einem Fremden, nicht von einem Lehrer oder einem Wärter.

Aber ich möchte geschlagen werden. Ich möchte Schmerzen empfinden. Im richtigen Ambiente, in der richtigen Stimmung. Mit dem Wissen, dass die Schmerzen dann aufhören, wenn ich genug davon habe, das heißt: wenn ich keine erotische Stimulation mehr daraus entnehmen kann.

Auf diese Weise ist das Schlagen, egal ob mit der Hand oder einem Werkzeug, erregend. Erotisch. Emotional. Oh ja, auch das. Es schafft eine Verbindung zwischen uns, die länger anhält als das Auftreffen der Hand auf dem Fleisch. Es ist ein Geben und Nehmen, ein Austausch von Liebe, von Gefühlen, von Lust.

Meist (bei uns immer) endet es mit Sex. Egal, wie hart oder zart dieser ausfällt, eines gehört dann auch noch dazu: das Kuscheln. Nachsorge, wie es unter BDSMlern heißt. Miteinander reden. Nachfragen, umsorgen, Liebe zeigen.

Für andere genügt das Spanking an sich. Es ist nicht entscheidend, dabei zum Orgasmus zu kommen, es muss noch nicht einmal als erregend gelten, es kann genauso gut eine Methode zum Stressabbau sein, bei der sich die Entspannung im Kopf abspielt.

Womit wieder einmal bewiesen wäre: „Das“ BDSM gibt es nicht. Es gibt mein BDSM. Und dein BDSM. Wie viel, wie weit, wie hart, mit wem, und sogar das Warum kann jeder Mensch für sich entscheiden. Ist das nicht herrlich?

Wie komme ich nun also zu meinem nächsten Spanking? Das Schreiben erweckt nämlich Lust. Lust auf Schläge, auf Verhauenwerden. Bei euch auch?

Bei mir hilft Provokation. Wenn ich nämlich provokant mit dem Hintern wackle, kann es sein, dass mein Partner den Hinweis aufnimmt und ihn so versteht, wie er gemeint ist: als Erlaubnis zum Spielen.

Oder ich kann mit ihm reden. Meine Wünsche äußern. Nicht das, was eine Sub tun soll? Ich sagte doch: mein BDSM. Unser BDSM.

Macht ihr doch, was ihr wollt!


 Bild: „Tomba Della Fustigazione“ von AlMare - Eigenes Werk.
Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons -
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Tomba_Della_
Fustigazione.jpg#mediaviewer/File:Tomba_Della_Fustigazione.jpg

							
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Es ist Frühling

Legs of woman.Sie trägt den kurzen Jeansrock, der ihre Beine so schön zur Geltung bringt. Sandalen mit Absatz und endlich – endlich! – keine Strümpfe mehr. Auch keinen Slip, aber das kann ja niemand sehen.

Es ist warm; überraschend, heißersehnt, hormonankurbelnd warm. Das Shirt musste sie ganz hinten aus dem Schrank zerren, sogar noch schnell bügeln, so sehr war es gequetscht worden von Pullovern und langarmigen Monstrositäten.  Diese wird sie am Wochenende dorthin verbannen, wo sie das hellgrün Leuchtende herholte. Es hat eine Signalfarbe, beinahe – aber nur beinahe – neongrün. Auffällig. Ein schaut-alle-her-es-ist-Frühling-Shirt. Sie seufzt. Könnte man doch nur diejenigen aussuchen, die hinschauen!

Egal, heute darf jeder schauen. Sie tut es auch. Sie muss nach demjenigen suchen, der ihren Bedingungen entspricht. Es gibt nur vereinzelte Exemplare: Männer in engen T-Shirts, die die Oberkörpermuskulatur nachzeichnen. Oberarme, die so dick sind wie Baumpfähle. Nackenmuskeln, die den Ausschnitt dehnen; große Hände, die verschwitzte Haare verwuscheln.

Nur knackige Hintern sieht sie keine. Weder bei den jungen Männern noch bei den alten. Nicht bei den Sportlichen und nicht bei den Faulen. Sie hat es aufgegeben, danach zu suchen, findet man doch nur labberige Hosen, die alles Knackige, so es denn vorhanden sein sollte, verbergen.

Bei ihrem Hintern ist das anders. Der Rock ist gerade so eng, dass er die Form der Backen nachzeichnet, die Spalte dazwischen erahnen lässt. Er schmiegt sich um jede Kurve, so dass klar ist, dass er rund und prall ist, nicht eingedellt oder weich.

Die wenigen Männer, die sie anziehend findet, genügen, um die Fantasien, die sie den ganzen Tag begleiteten, anzuregen. Der Erste, der ihr ins Auge fällt, entspricht so gar nicht ihren Vorgaben. Trotzdem käme er in Frage. Einer mit grauen Schläfen, dunklen Haaren und Vollbart, blauäugig, schlank und groß. Der würde ihr zusagen. Er ist nicht übermäßig muskulös, aber er hat Fältchen, die verraten, dass er gerne lacht, und das macht den Muskelmangel wett.

Oder der Große dort, Mitte zwanzig, ein Bodybuilder womöglich. Er macht eine obszöne Geste mit der Zunge. Nein danke, nicht ihr Niveau. Und Jogginghosen töten auch den Ansatz von Verlangen. Wenn der die Auswahl sein sollte, wird sie einfach vorbeigehen.

Da, bei diesem Mann, der so lässig an einem Auto lehnt, schlägt ihr Herz schneller und sie muss lächeln. Er entspricht genau ihren Vorstellungen. Das Auffallendste an ihm ist, dass er sie gespannt fixiert, genauso wie sie üblicherweise ihn. Sie ist es gewohnt, seine Wünsche aus kleinen Gesten oder kurzen Befehlen, manchmal sogar von den Augen abzulesen.

Heute steht aber der neben ihm im Mittelpunkt. Ein Fremder. Kaum kleiner, sportlich, die dunklen Haare ein wenig zu lang, das Kinn ein wenig zu kantig für ihr Gefühl. Hübsch. Nein, mehr als das. Und mit diesem autoritären Blick, den sie nun schon so gut kennt und der sie zittern lässt.

Ihr Lächeln gefriert. Sie schluckt heftig. Und ist augenblicklich nass. Sie weiß, dass das Shirt jetzt ihre Erregung nachzeichnet, für alle sichtbar, besonders für die Männer vor ihr. Beide schauen sie an, beide grinsen. Wissend, ein wenig arrogant, aber auch erwartungsvoll. Zu Recht. Ihr Kommen sagt alles.

„Schön, dass du da bist. Das ist mein Kumpel. Er freut sich schon sehr auf dich.“

Ihr Freund legt seinen Arm besitzergreifend auf ihren Rücken, die Hand vertraulich auf einer Rundung des Hinterns. Der Begleiter beugt sich vor und küsst sie leicht auf die Wange. Sein heißer Atem streicht über sie, die Worte nur ein Flüstern, allein für sie bestimmt.

„Ich freue mich sehr auf den Dreier. Du bist noch süßer, als er es beschrieben hat. Bald werden wir dich bis zum Anschlag füllen und du wirst unsere Namen schreien, während du kommst und kommst und kommst.“

Prompt hat sie Gänsehaut. Ihre Augen glühen genauso wie die Wangen. Röte überflutet das tiefe Dekolleté. Sie kann ihre Erregung riechen, die sie auf dem ganzen Weg begleitete, sich jetzt mit dem Duft des Frühlings vermischt. Das ist es, was sie will. Es ist ihre Art, die Explosion der Lebensenergie zu feiern.

Sie ist nicht hier, weil er es befahl. Er ließ ihr die Wahl, nannte ihr nur den Treffpunkt.

Ihr Herr weiß, dass sie manche Entscheidungen selbst treffen muss.

Nur die Sache mit dem Slip ist eine seiner Vorgaben, wie immer, wenn sie einen Rock trägt. Sie soll jederzeit zugänglich sein.

Es ist schließlich Frühling und endlich warm genug.

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